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Arm trotz Arbeit: Sozial schwache Familien in Leipzig haben 200 Euro weniger als mit Hartz IV

Arm trotz Arbeit: Sozial schwache Familien in Leipzig haben 200 Euro weniger als mit Hartz IV

Wegen hoher Mietkosten leben einkommensschwache Familien in den größten Städten Ostdeutschlands laut einer Studie überwiegend unter Hartz-IV-Niveau. In 14 von 15 untersuchten Städten im Osten – darunter auch Chemnitz, Dresden und Leipzig – haben sie nach Abzug der Miete weniger Geld zur Verfügung als den Hartz-IV-Regelsatz von 1169 Euro im Monat.

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Wegen hoher Mietkosten leben einkommensschwache Familien in den größten Städten Ostdeutschlands laut einer Studie überwiegend unter Hartz-IV-Niveau.

Quelle: dpa

Gütersloh/Leipzig. Wie die Bertelsmann Stiftung nach einer bundesweiten Untersuchung am Montag mitteilte, besitzen sie in Leipzig ein Haushaltsbudget von 944 Euro, in Dresden sind es 1038 Euro und in Chemnitz 1162 Euro. Die Ausnahme bildet Zwickau, wo das Budget einkommensschwacher Familien monatlich 89 Euro über dem Niveau der Grundsicherung liegt.

Schlusslicht ist Jena: Nur 666 Euro pro Monat

„Familien aus der unteren Mittelschicht und oberen Unterschicht geraten in Städten mit angespanntem Wohnungsmarkt finanziell stark unter Druck“, sagte der Vorstand der Bertelsmann Stiftung, Jörg Dräger. Untersucht wurde eine Modellrechnung für eine vierköpfige Familie mit weniger als 60 Prozent des regionalen Durchschnitts- Einkommens, die ein Kind bis 7 Jahre sowie ein Kind zwischen 7 und 14 Jahren hat.

Grundlage waren den Angaben zufolge Daten des amtlichen Mikrozensus 2011 sowie Wohnkosten aus einer Datenbank für Preise von Immobilienangeboten.

Schlusslicht der Studie ist Jena. Nach Abzug der Miete bleiben einer Familie mit zwei Kindern hier rechnerisch 666 Euro im Monat – in keiner der 100 größten Städte in Deutschland ist der Wert niedriger. Das verfügbare Einkommen liegt damit 43 Prozent unter dem Niveau der Grundsicherung. Andererseits kommt eine Familie in Heilbronn – bei entspannterem Wohnungsmarkt und relativ hohen Durchschnittseinkommen – demnach auf 1941 Euro, das liege 66 Prozent über Grundsicherungsniveau.

Der Anteil der Wohnkosten am Einkommen schwankt der Berechnung zufolge erheblich. In Frankfurt/Main, Jena, Freiburg und München gäben solche einkommensschwachen Familien im Schnitt mindestens jeden zweiten Euro für die Miete aus, erläuterte die Stiftung. In Iserlohn oder Witten blieben 80 Prozent des Einkommens für anderes übrig.

Mieterbund fordert mehr Sozialwohnungen

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Der Mieterbund fordert mehr Sozialwohnungen.

Quelle: dpa

Der Mieterbund forderte die Politik zum Handeln auf. „Wir brauchen mehr Wohnungsneubau, insbesondere auch mehr Sozialwohnungen und eine Begrenzung der Wiedervermietungsmieten“, sagte Bundesdirektor Lukas Siebenkotten. Der Mieterbund kritisierte zudem, dass die Zahl der Wohngeldempfänger 2011 im Vergleich zum Vorjahr um zehn Prozent auf 770.000 Haushalte  gesunken sei. Dies könne nicht sein, wenn zugleich die Wohnkostenbelastung für einkommensschwächere Haushalte steige.

Der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen rief die Kommunen auf, Bauland zur Verfügung zu stellen. Es sei aber auch zu sehen, dass die größten Preiserhöhungen für Mieter aktuell durch Energiepreise, Stromkosten und Steuern entstünden. Grünen- Fraktionsgeschäftsführer Volker Beck sagte: „Damit eine Wohnung in der Stadt nicht zum Armutsrisiko wird, ist eine Mietpreisbremse unverzichtbar.“ Die Linke-Verbraucherpolitikerin Caren Lay forderte, dass Kommunen das Recht erhalten sollten, Höchstmieten festzulegen.

dpa

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