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Aschewolke: Umleitungen von Berlin nach Leipzig - Beruhigung in Sicht

Aschewolke: Umleitungen von Berlin nach Leipzig - Beruhigung in Sicht

Berlin/Leipzig. An den Berliner Flughäfen sind am Mittwoch wegen der Aschewolke aus Island 185 der rund 700 Flüge ausgefallen. Das teilte die Flughafengesellschaft mit.

Außerdem gab es an den Flughäfen Tegel und Schönefeld zahlreiche Verspätungen. Die Deutsche Flugsicherung hatte den Luftraum über der Bundeshauptstadt von 11 bis 14 Uhr gesperrt. Verschiedene Flüge wurden nach Leipzig umgeleitet.

Fünf Maschinen aus Mallorca, Griechenland, der Türkei und aus Bern, die ursprünglich in Berlin landen sollten, sollten am Airport Leipzig-Halle landen, so Flughafensprecher Uwe Schuhart gegenüber LVZ-Online.

Am Abend wird eine Condor-Maschine statt in Berlin gegen 22 Uhr aus Leipzig nach Palma de Mallorca starten, teilte Unternehmenssprecher Johannes Winter mit. Rund 100 Passagiere werden dafür mit Bussen von Berlin zum Leipziger Flughafen gefahren. Am Tage landete ein Mallorca-Flug wegen der Luftraumsperrung in Leipig, 154 Passagiere waren davon betroffen. Eine Maschine aus Kos konnte aber doch noch ihre Route bis in die Hauptstadt fliegen.

Von den Turbulenzen im Flugverkehr waren unter anderem auch zwei Flüge der Germania Airline betroffen, die aus Antalya (ST4527) und Gaziantep (ST2895) kamen. "Die Passagiere werden mit Bussen weiterbefördert", so ein Sprecher des Unternehmens, das seinen Sitz am Flughafen Berlin-Tegel hat. Am Flughafen Leipzig-Halle gebe es ansonsten wegen der Aschewolke aus Island keine Beeinträchtigungen bei den An- und Abflügen so Schuhart. Zu möglichen weiteren Entwicklungen sagte er: "Wir sind ständig im Kontakt mit der Deutschen Flugsicherung und dem Wetterdienst."

Am Nachmittag Entwarnung aus Island: Der Vulkan Grímsvötn schleudere keine Asche mehr sehr hoch in die Atmosphäre. Das teilte ein Sprecher des Meteorologischen Institutes in Reykjavik am Mittwoch mit. Der am Samstag ausgebrochene Vulkan produziere nur noch eine 200 bis 300 Meter hohe Rauchsäule.

Die Sperrung der Flughäfen in Bremen, Hamburg und Berlin hatte auch Auswirkungen auf Dresden. "Cirrus Airlines hat den Flug 6.15 Uhr von Dresden nach Hamburg annulliert", so Petra Siebert, Pressesprecherin des Dresdner Flughafens, auf Anfrage. Ob die Flüge 14.50 Uhr und 18.10 Uhr nach Hamburg stattfinden, sei noch unklar. "Der Flughafen Hamburg bleibt nach gegenwärtigen Informationen wahrscheinlich bis 16 Uhr gesperrt."

Andere große Flughäfen wie Frankfurt/Main, Düsseldorf oder München bekommen laut DFS keine Flugverbote. Die Aschewolke war am Dienstag weiter südlich gezogen - auch Richtung deutsche Küste und über Teile Dänemarks sowie den Süden von Norwegen und Schweden. Der Grímsvötn war nach Angaben isländischer Experten weiter aktiv.

Airlines hatten rund 500 Flüge vor allem über Großbritannien abgesagt. Dies war nach Angaben der europäischen Flugsicherheitsbehörde Eurocontrol jedoch nur ein kleiner Teil des gesamten Flugverkehrs in Europa, der sich auf rund 29.000 Starts und Landungen summierte.

Durch Vulkanausbruch im letzten Jahr fielen rund 100.000 Flüge aus

Im April 2010 hatte eine isländische Vulkanaschewolke den Flugverkehr über Europa tagelang zum Erliegen gebracht. Etwa 100.000 Flüge fielen damals aus, mehr als zehn Millionen Passagiere konnten nicht reisen.

„Deutschland hat verbindliche Grenzwerte für Vulkanasche in der Luft. Alle Beteiligten haben eine verbindliche Grundlage, auf der sie schnell, zuverlässig und angemessen reagieren können“, teilte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) mit.

Im Frühjahr 2010, als der Vulkan am Eyjafjallajökull mit seiner Asche den internationalen Flugverkehr ausbremste, fehlten noch Grenzwerte für die Aschekonzentration in der Atmosphäre. Inzwischen wurden dafür drei Zonen festgelegt - und das Fliegen in Arealen mit geringer Konzentration ist erlaubt. Fluggesellschaften beklagen aber, dass es nach wie vor keinen einheitlichen Grenzwert gibt, bei dem alle Flugzeuge am Boden bleiben müssen.

In Deutschland wurde von Verkehrsminister Ramsauer eine kritische Marke festgelegt. Bei mehr als 2,0 Milligramm Asche pro Kubikmeter Luft darf nicht mehr geflogen werden - es sei denn, Triebwerk- und Flugzeughersteller geben grünes Licht.

Jeder Staat entscheidet selbst darüber, ob er seinen Luftraum schließt - die EU-Luftsicherheitsexperten geben nur Empfehlungen ab. So können die Fluggesellschaften beantragen, bei einer mittleren Aschekonzentration noch zu fliegen. Es hätten einige Anträge vorgelegen, hieß es von der britischen Luftfahrtaufsicht CAA.

Nach Expertenansicht wird die Aschewolke in den kommenden Tagen wesentlich weniger Flugzeuge am Boden halten als die Wolke des Eyjafjalla-Gletschervulkans. Der Ausbruch des Grímsvötn sei zwar viel heftiger, die Wolke verflüchtige sich aber wesentlich schneller, sagte Vulkanforscherin Gillian Foulger von der Universität Durham.

dpa/lyn/cat

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