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Asylbewerber in Sachsen - große Unterschiede bei der Unterbringung

Asylbewerber in Sachsen - große Unterschiede bei der Unterbringung

In Sachsen ist die Zahl der Asylbewerber auf Rekordniveau gestiegen. Ging das Innenministerium vor wenigen Wochen noch von 5800 Asylsuchenden bis 31. Dezember aus, so lag deren Gesamtzahl Ende Oktober bereits bei 7050. Das geht aus einer aktuellen Aufstellung des Ministeriums hervor, die der Leipziger Volkszeitung vorliegt.

Dresden. Ernüchternd fällt der Anteil der dezentral untergebrachten Asylbewerber aus. Zwar ist dieser im Vergleich zu 2012 leicht gestiegen, er liegt derzeit aber bei nur 29 Prozent.

Laut offiziellen Angaben beträgt der Zuwachs gegenüber 2012 fast 19 Prozent. Während Ende des vergangenen Jahres noch rund 5930 Asylbewerber im Freistaat lebten, sind es jetzt über 1100 mehr. Dabei bestehen große Unterschiede zwischen den Regionen. So sind in Leipzig derzeit 945 Asylsuchende untergebracht, in Dresden 875. Dagegen ist die Zahl in den Landkreisen wesentlich geringer, vor allem aber auch in der dritten Großstadt Chemnitz.

Gravierend sind die Differenzen bei der dezentralen Unterbringung. Hier hat Leipzig mit einer Quote von 46 Prozent klar die Nase vorn. Damit ist fast jeder zweite Asylsuchende in einer privat angemieteten Wohnung untergebracht. Zum Vergleich: In Dresden oder auch Zwickau sind es magere 29 Prozent, und auch in Chemnitz liegt der Wert unter der Leipziger Quote - 39 Prozent.

Die dezentrale Unterbringung wird von Fachleuten wie dem sächsischen Ausländerbeauftragten Martin Gillo (CDU) als die günstigste Variante angesehen. Hier aber sieht es in manchen Landkreisen düster aus. Das gilt vor allem für Mittelsachsen, wo gerade einmal jeder zwanzigste Asylsuchende dezentral untergebracht ist. Mies ist die Lage auch in Görlitz (zehn Prozent), Bautzen (15) oder im Erzgebirgskreis (17). Dagegen stehen die Kreise rund um Leipzig besser da. In Nordsachsen leben beachtliche 44 Prozent aller Asylbewerber nicht in kasernenartigen Großunterkünften, sondern dezentral. Im Landkreis Leipzig sind es immerhin 30 Prozent.

Beim Linke-Abgeordneten Dietmar Pellmann stoßen diese Unterschiede auf Kritik. "Zur Willkommenskultur sollten alle Regionen gemeinsam solidarisch beitragen", sagte er der LVZ. Im Gegensatz zu Leipzig werde Dresden diesem Anspruch aber seit Jahren nicht gerecht. Der Grund liegt laut Pellmann auf der Hand. "In der Landeshauptstadt hat man sich durch den Verkauf der städtischen Wohnungsgesellschaft eines wichtigen sozialpolitischen Handlungsinstruments beraubt, das nun auch bei der Unterbringung von Flüchtlingen fehlt."

Erst vor wenigen Wochen hatte Gillo mit seiner Forderung nach einer Verdoppelung der Asylbewerberheime für Aufsehen gesorgt. Derzeit gibt es 48 Gemeinschaftsunterkünfte im Freistaat. Um dem "Zustrom der Flüchtlinge nach Deutschland und Sachsen gerecht" werden zu können, geht der Ausländerbeauftragte von rund 90 in den kommenden ein bis zwei Jahren aus. Dabei plädiert Gillo für kleine Einheiten. Dort könnten sich die Bewohner "wie normale Mit-Einwohner fühlen und sich genau so verhalten" - im Gegensatz zu Massenunterkünften.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 06.12.2013

Jürgen Kochinke

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