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Auf Prinzenraub folgt bei den Altenburger Festspielen Rotbart Barbarossa

Auf Prinzenraub folgt bei den Altenburger Festspielen Rotbart Barbarossa

Dem sächsischen Prinzenraub folgt Kaiser Barbarossa: Nach der Entführung der beiden Wettiner-Prinzen Ernst und Albrecht will Altenburg nun künftig den Rotbart in den Mittelpunkt des alljährlichen Historienspektakels stellen.

Altenburg. „Wir wollen nach dem Prinzenraub auch anderen eindrucksvollen Begebenheiten und Persönlichkeiten der Stadt einen angemessenen Platz bieten“, sagte Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD). „Da bietet sich Barbarossa hervorragend an.“ Derzeit berate eine Arbeitsgruppe über die Zukunft der Festspiele. Wolf rechnet im Februar mit einer Entscheidung des Stadtrats dazu.

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Altenburg. Die überregional bekannten Altenburger Festspiele machen im kommenden Jahr eine Pause. Das habe der Stadtrat in seiner Sitzung am Donnerstagabend beschlossen, teilte ein Sprecher am Freitag mit. Zugleich werden sie künftig unter neuem Namen firmieren. Aus den Prinzenraub-Festspielen werden dann die „Altenburger Barbarossa Festspiele“.

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Von Barbarossa erhofft sich das Stadtoberhaupt eine größere Ausstrahlung der Festspiele. „Der sächsische Prinzenraub zu Altenburg ist bundesweit nicht so bekannt. Mit Barbarossa können dagegen die Menschen überall in Deutschland etwas anfangen.“ Friedrich I. war von 1165 bis 1188 sechsmal in Altenburg. So wurde in seinem Beisein 1172 das Kloster „Rote Spitzen“ geweiht. Doch auch darüber hinaus gibt es in Mitteldeutschland Spuren des Kaisers. So weilte er im Jahr 1174 vor seinem fünften Italienfeldzug auf der Königspfalz Tilleda (Sachsen-Anhalt) am Kyffhäusergebirge. Unweit davon lockt heute das Kyffhäuserdenkmal Touristen an.

Der Prinzenraub, eine der spektakulärsten Kriminalgeschichten, jährt sich in diesem Jahr zum 555. Mal. Seit 2005 werden die Festspiele am Originalschauplatz im Hof des Altenburger Schlosses ausgetragen. Die Aufführungen in der Ostthüringer Residenzstadt haben bisher mehr als 60 000 Menschen angelockt; im vergangenen Jahr zählte das Spektakel 12 500 Besucher. „Wir haben das alles aus eigener Kraft geschafft - mit einem riesigen bürgerschaftlichen Engagement von weit mehr als 200 Laienschauspielern und weiteren Helfern sowie einer wunderbaren Kooperation mit dem Landestheater“, schwärmte Wolf. Um die Weichen für die Zukunft zu stellen, seien etwa zwei Jahre Vorlauf nötig, etwa um ein neues Stück zu erarbeiten.    Daher stehe die Geschichte des Prinzenraubs noch in diesem und dem nächsten Jahr auf dem Festspielprogramm. Von 2012 bis 2014 soll die Geschichte von Barbarossa erzählt werden. Was danach kommt, soweit will Wolf derzeit nicht vorgreifen.

Wichtige Verbindungen gibt es in Altenburg auch zur Reformation, deren 500. Jubiläum 2017 gefeiert wird. Luther war mehrmals in der Stadt und hat dort gepredigt; sein Weggefährte Spalatin war Superintendent in Altenburg. „Ob sich die Reformation bei der Vielzahl von Angeboten vor allem von Museen aber noch theatralisch untersetzen lässt, weiß ich im Moment nicht einzuschätzen“, sagte Wolf. Außerdem gibt es schon in Eisenach Luther-Festspiele.

Andreas Hummel, dpa

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