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Auf dem Dresdner Schlossplatz bei minus 15 Grad: Wenn ohne Zwiebelprinzip nichts geht

Auf dem Dresdner Schlossplatz bei minus 15 Grad: Wenn ohne Zwiebelprinzip nichts geht

Wann immer es geht, flüchten die Menschen derzeit ins Warme. Länger als unbedingt nötig hält sich in und um Dresden bei Temperaturen von bis zu minus 20 Grad niemand freiwillig draußen auf - fast niemand.

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Edeltraud Kalis verkauft auf dem Schlossplatz Tickets für die Stadtrundfahrt. Gegen die Kälte schwört sie auf Heißes, Bewegung und aufs gute alte Zwiebelprinzip.

Quelle: Jane Jannke

Dresden. Einige Berufsgruppen arbeiten tagtäglich stundenlang in der Eiseskälte, wo andere schon nach einer halben Stunde erste Erfrierungserscheinungen zeigen.

Eine von ihnen ist Edeltraud Kalis. Schon von Weitem leuchtet der wattierte gelbe Parka der 55-Jährigen auf dem Schlossplatz durch den feinen Schneefall. Ringsum hüllt ein Hauch von Weiß die Umgebung ein. Die meisten Passanten gehen an dem Stand der Stadtrundfahrt vorbei, an dem Edeltraud Kalis berät und Tickets verkauft. „Bei solch einem Wetter müssen wir wirklich um jeden Kunden kämpfen", erzählt die gebürtige Sauerländerin. Nur wenige wollen sich durch die Gegend fahren lassen - trotz beheizter Busse.

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Dresden. Wann immer es geht, flüchten die Menschen derzeit ins Warme. Länger als unbedingt nötig hält sich in und um Dresden bei Temperaturen von bis zu minus 20 Grad niemand freiwillig draußen auf - fast niemand. Einige Berufsgruppen arbeiten tagtäglich stundenlang in der Eiseskälte, wo andere schon nach einer halben Stunde erste Erfrierungserscheinungen zeigen.

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Von einer Heizung kann Edeltraud Kalis nur träumen. Gemeinsam mit einem Kollegen steht sie jeden Tag an ihrem Stand hier am Schlossplatz. „Acht Stunden täglich, sechs Tage die Woche und das bei jedem Wetter." Auch bei minus 20 Grad und Schneefall. „Da hilft nur das gute alte Zwiebelprinzip", sagt Kalis schmunzelnd. Unter der dicken Jacke trägt sie noch eine Daunenjacke und drei weitere Schichten, zwei Paar Strumpfhosen unter der Skihose, zwei Paar Socken und Bergstiefel sollen die Kälte von Beinen und Füßen fernhalten. „Es funktioniert", lacht sie und streckt wie zum Beweis ihre Hände aus, die in halben Handschuhen stecken: Sie sind angenehm warm. Den Parka lässt sie oben am Hals sogar ein wenig offen.

„An die Kälte gewöhnt man sich irgendwann", sagt sie. Seit sechs Jahren arbeitet Edeltraud Kalis für die Dresdner Stadtrundfahrt GmbH. „Früher war ich Bankangestellte" erzählt sie. „Aber hier im Osten in meinem Alter in dem Beruf noch mal neu anzufangen...", vielsagend winkt sie ab. Die Arbeit mit den Menschen sei es ihr wert, sagt die Wahldresdnerin. Wirklich kalt sei ihr selten. „Die Füße müssen warm sein, und eine Thermoskanne mit heißem Tee hab ich immer dabei. Dann geht's schon." Wenn es ihr wirklich mal zu kalt würde, dann könne sie sich im Ständehaus jederzeit aufwärmen gehen. „Die kennen uns dort schon. Sogar unser Essen bewahren sie für uns auf", verrät sie.

Nur die ausbleibende Kundschaft macht ihr manchmal zu schaffen. Stundenlang läuft sie bei minus 15 Grad kreuz und quer über den Schlossplatz, um sich zu beschäftigen und warm zu halten. Auch heute ist nicht viel los. „In Bewegung bleiben hilft, auch gegen die Kälte. Die meisten Spuren hier im Schnee dürften wahrscheinlich von mir sein", erzählt sie und lacht. Dann ruft die Arbeit: Ein Ehepaar möchte eine Rundfahrt buchen, nach Pillnitz. Und Edeltraud Kalis ist sofort in ihrem Element.

Jane Jannke

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