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Aus Bewunderung für Merkel: Geflüchteter Syrer tritt in sächsische CDU ein

Landkreis Meißen Aus Bewunderung für Merkel: Geflüchteter Syrer tritt in sächsische CDU ein

Ein Syrer wird Mitglied der CDU in Sachsen. Als Merkel-Fan will er die Flüchtlingspolitik der Kanzlerin unterstützen. Ein kleiner Ortsverband freut sich über frischen Wind in den eigenen Reihen.

Aus Bewunderung für Bundeskanzlerin Merkel (Archivbild) ist der geflüchtete Syrer Imad Kharma in die sächsische CDU eingetreten.

Quelle: dapd

Großenhain/Dresden . Imad Kharma ist aus Syrien geflüchtet, überzeugter Christ - und Fan von Angela Merkel. Deswegen ist er nun der CDU Sachsen beigetreten. „Ich bewundere sie und ihre Politik, sie hat viel für uns getan“, sagt der 41-Jährige. Viele Parteien kritisierten die CDU für ihre Flüchtlingspolitik. „Sie hat uns unterstützt und nun wollen wir mit ihr arbeiten“, meint er jedoch. Er sei stolz, in der Partei Mitglied zu sein und hoffe, dass mehr Flüchtlinge seinem Beispiel folgten. „Wir brauchen nur Zeit, dann können wir uns hier integrieren und arbeiten. Und vielleicht können wir gemeinsam die Wirtschaft weiter voranbringen“.

Der Fall sorgt für Aufsehen. Bisher sei - zumindest in Sachsen - so etwas noch nicht vorgekommen, erklärt Sachsens CDU-Generalsekretär Michael Kretschmer - und spricht von einem „besonderen Fall.“ Zuerst hatte die „Bild“-Zeitung berichtet.

Seit 2014 lebt Kharma in Deutschland. Er erzählt von seinem Dorf in der Nähe von Homs, wo islamistische Extremisten einfielen und 54 christlich-aramäische Bewohner ermordeten. „Das war eine Katastrophe.“ Er flüchtete mit seiner Frau und den beiden Töchtern, kam im Februar 2014 nach Meißen, lebt nun in Großenhain. Sein christlicher Glaube ist auch ein Grund, warum er der Partei beigetreten ist.

„Deutschland war immer mein Traum“, sagt Kharma. Schon während seines Bauingenieur-Studiums in Syrien schwärmte er für die deutschen Universitäten. Nun wünscht er sich, dass seine beiden Töchter später einmal in Deutschland studieren und arbeiten können. „Wir möchten bleiben.“ Seit vergangener Woche hat der 41-Jährige einen Job bei einem Meißner Unternehmen für Kraftanlagen, auch seine Frau hat Arbeit gefunden.

Seit dem 5. September ist Kharma Mitglied im CDU-Ortsverband Großenhain (Landkreis Meißen). Weil er kein EU-Bürger ist, zunächst als Gast. Er kann sich an Veranstaltungen und Diskussionen beteiligen, hat aber kein Stimmrecht, erklärt Vorsitzender Johannes Fiolka. Nach einem Jahr kann der Familienvater dann vollwertiges Mitglied werden. Fiolka spricht von einer Bereicherung - und freut sich über den frischen Wind, den Kharma mitbringt. „Wir können viel von ihm lernen.“

Wer Mitglied in der Partei werden kann, ist über das Statut der CDU geregelt. Demnach können Nicht-EU-Bürger als Gast mitarbeiten. Dafür müssen Bewerber in der Regel mindestens ein Jahr ihren Wohnsitz in Deutschland haben.

Vorbehalte unter den rund 90 Mitgliedern wegen der Aufnahme habe es nicht gegeben. „Wir sind froh über jedes neue Mitglied, egal von welcher Nation“, sagt Fiolka. In der Tat verzeichnet die CDU wie viele etablierte Parteien einen Mitgliederschwund. Gab es zum 31. August 2016 sachsenweit 11.022 CDU-Mitglieder, waren es ein Jahr zuvor noch 11.579 - gut 500 mehr.

Der Ortsverband Großenhain ist nicht unbekannt: Auch Bundesinnenminister Thomas de Maizière ist hier Mitglied und hat sein Bürgerbüro in der Stadt. Vielleicht läuft Kharma ihm über den Weg. Vor allem aber träumt der Syrer davon, Angela Merkel einmal persönlich zu treffen. „Ich möchte mich gern bei ihr bedanken. Und nicht nur bei ihr, sondern bei allen Deutschen.“

Christiane Raatz

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