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Ausflug statt Kirche: Ostern für Ostdeutsche vor allem Familienfest

Umfrage zu Feiertags-Ritualen Ausflug statt Kirche: Ostern für Ostdeutsche vor allem Familienfest

Ostern ist der Klassiker für Familienausflüge. Immer weniger Menschen verbinden mit den Feiertagen die Auferstehung Jesu – vor allem für Ostdeutsche spielt der religiöse Ursprung kaum noch eine Rolle. Laut einer Umfrage macht dieser Trend selbst bei Gläubigen nicht halt.

Die Leipziger Nikolaikirche im Sonnenuntergang: Vor allem viele Ostdeutsche planen Ostern lieber Familienausflüge statt einen Gottesdienstbesuch.
 

Quelle: Volkmar Heinz

Leipzig.  Fasten und Party-Verzicht am Karfreitag, Feier des Festgottesdienstes am Ostersonntag: Für viele Bürger spielen diese kirchlichen Rituale keine Rolle mehr. Vor allem Ostdeutsche planen zu Ostern lieber Familienausflüge statt Kirchenbesuche. Laut einer Umfrage des Erfurter Meinungsforschungsinstituts INSA im Auftrag der evangelischen Nachrichtenagentur Idea ist der religiöse Ursprung des Festes kaum noch von Bedeutung.

Laut Umfrage ist für die meisten Ostern vor allem eines: Ein Frühlings- und Familienfest. Ebenso assoziieren 27 Prozent das Fest am ehesten mit Osterhasen und Eiersuche. Nur ein Fünftel (21 Prozent) verbindet im Osten mit den Feiertagen noch die Auferstehung Jesu von den Toten. Im Westen sind es immerhin noch 36 Prozent. Auch zwischen den Geschlechtern gibt es Unterschiede. So erinnern sich mehr Männer (36 Prozent) an die biblische Geschichte von Kreuzigung, Tod und Auferstehung. Bei Frauen spielt das nur zu 30 Prozent eine Rolle.

Nicht mal jeder zweite Protestant bibelfest

Innerhalb der verschiedenen Glaubensrichtungen sind vor allem freikirchliche Christen bibelfest: 57 Prozent von ihnen wissen über Ostern Bescheid. Auch immerhin noch jeder zweite Katholik denkt zu Ostern zuerst an den religiösen Ursprung. Unter den Protestanten ist die Abkehr dagegen schon weiter verbreitet: Nur noch 40 Prozent von ihnen denken zuerst an die Auferstehung.

Damit liegen viele Bundesbürger voll im Trend. Für Reiseveranstalter wie Tui ist das Ostergeschäft schon wichtiger als die Buchungen über Weihnachten. Aber auch die regionalen Ausflugsziele richten sich trotz der bescheidenen Wetterprognose auf einen Ansturm ein. So rechnet man beispielsweise im ohnehin stets gut besuchten Wörlitzer Park bei Dessau mit zusätzlichem Interesse: Erst seit kurzem hat hier das aufwendig restaurierte Schloss wieder komplett geöffnet.

Trendforscher: Ostern ist das neue Weihnachten

Ob nun Parkbesuch oder Kurzurlaub – Ostern bleibt der Ausflugsklassiker im Feiertagskalender. Für Trendforscher Oliver Leisse aus Hamburg ist klar: Ostern ist das neue Weihnachten. Viele würden diese Feiertage weitaus entspannter genießen als das Gabenfest zum Jahresschluss.

Bischöfin Junkermann: Botschaft ist „Hin zu den Flüchtlingen“

Dennoch sehen die mitteldeutschen evangelischen Landesbischöfe im Osterfest ein wichtiges Signal für unsere heutige Zeit. Die Magdeburger Bischöfin Ilse Junkermann sagte: „Die Osterbotschaft wirkt bis heute.“ Sie sende Menschen mitten in der Welt des Todes auf den Weg des Lebens: Hin zu Kranken, Flüchtlingen, Kindern in Armut, Obdachlosen. „Ostern lässt wider alle Vernunft hoffen, dass das Leben stärker ist als der Tod.“ Der sächsische Landesbischof Carsten Rentzing erinnert in seiner Osterbotschaft an das Schicksal der Christen in Ägypten nach den jüngsten Bombenattacken. Es sei furchtbar mitzuerleben, welch tödlichen Gefahren die Glaubensgeschwister dort ausgesetzt seien. Er hoffe sehr, so Rentzing, dass die ägyptischen Christen nicht aus ihrer Heimat vertrieben würden, wie andere Gemeinden im Nahen Osten.

Bischof Rentzing: Viele in Sorge vor näherrückendem Terror

Trotz allem sieht der Dresdner Bischof im Fest der Auferstehung Jesu einen Mutmacher in dunklen Zeiten. Auch wenn es für viele Menschen den Anschein habe, als kämen terroristische Gewaltakte aus der Ferne immer näher, beinhalte die Osterbotschaft ein großes Hoffnungszeichen. Daher hege er den Wunsch, „sich nicht der Hoffnung rauben zu lassen, nicht mutlos und verzagt zu sein, sondern fröhlich in die Zukunft zu gehen.“

Von Olaf Majer

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