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Ausschreitungen gegen Asylbewerber - Hoyerswerda erinnert an dramatischen Herbst ’91

Ausschreitungen gegen Asylbewerber - Hoyerswerda erinnert an dramatischen Herbst ’91

Mit einer schlichten Ausstellung erinnert Hoyerswerda seit Donnerstag an die ausländerfeindlichen Ausschreitungen in der Stadt vor 20 Jahren. Die Schau dokumentiert hauptsächlich die Ereignisse zwischen dem 17. und 23. September 1991. Zu sehen sind großflächige Reproduktionen mit Lageberichten der Polizei und Aussagen von Zeitzeugen.

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Aussagen von in Hoyerswerda lebenden Ausländern hängen im dortigen Begegnungszentrum „Orange Box“ in der Ausstellung „Hoyerswerda, Herbst 1991“.

Quelle: dpa

Hoyerswerda. Gezeigt wird aber auch, wie sich nach den rassistischen Übergriffen Bürger auf ganz unterschiedliche Weise gegen Fremdenfeindlichkeit stark gemacht haben.

„Ich möchte mich an dieser Stelle bei denen entschuldigen, die damals betroffen waren“, sagte Oberbürgermeister Stefan Skora (CDU) mit Blick auf die Ausländer, die damals angesichts der aufgeheizten Situation die Stadt verlassen mussten. „Das Geschehene kann man nicht gutmachen, das kann man nicht vergessen. Wir müssen damit leben“, so Skora weiter. Er hoffe, dass die Ausstellung zur Auseinandersetzung und Diskussion anregen werde.

Skora dankte ausdrücklich den Menschen, die sich im Herbst ’91 und auch später gegen Fremdenfeindlichkeit stark gemacht hätten. Initiativen, Vereine und viele einzelne Bürger „haben Hoyerswerda in den vergangenen 20 Jahren zu einer anderen Stadt gemacht“. „Leider gibt es noch genügend Menschen, die unsere Auffassung nicht teilen“, sagte Skora. Daher werde sich die Stadt weiter „tagtäglich, und nicht nur an runden Jahrestagen“ mit dem Herbst ’91 auseinanderzusetzen haben.

Die Stadt versteht die Ausstellung im Begegnungszentrum „Orange Box“ als den Beginn eines Projektes zur Aufarbeitung der Ereignisse von 1991, wie die Chefin des städtischen Kulturbetriebes, Carmen Lötsch, sagte. So müssten weitere Quellen erschlossen werden, um mit dem Abstand der Jahre eine möglichst breite Sicht auf die damaligen Herbsttage zu bekommen. „Vielleicht kommen wir sogar mit denen in Kontakt, die an den Übergriffen beteiligt waren - um deren heutige Sicht auf die Dinge zu erfahren“, sagte Lötsch.

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Ein Asylbewerber schaut am 23.9.1991 aus einem eingeschlagenen Fenster des Asylbewerberheims im sächsischen Hoyerswerda. Nach gewalttätigen Angriffen Rechtsradikaler auf Bewohner in diesem Heim, wurden die Asylsuchenden aus der Stadt gebracht.

Quelle: dpa

Hoyerswerda war der erste Ort, in dem nach der deutschen Wiedervereinigung Gewalt gegen Ausländer eskalierte. Sie ging von überwiegend jugendlichen Neonazis aus. Tagelang war die Stadt im Nordosten Sachsens auch in den internationalen Schlagzeilen, als hunderte Rechtsextremisten und Mitläufer Ausländerwohnheime mit Pflastersteinen und Molotow-Cocktails attackierten. Nur wenige Menschen versuchten, die rassistischen Übergriffe zu stoppen. 32 Verletzte waren die Bilanz der Ausschreitungen, etwa 230 Ausländer mussten Wohnheime räumen und die Stadt verlassen.

dpa

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