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Azubi-Mangel: Die unbeliebtesten Ausbildungsberufe Sachsens

Handwerk und Handel Azubi-Mangel: Die unbeliebtesten Ausbildungsberufe Sachsens

Manche Ausbildungsberufe fristen ein Schattendasein. Nur wenige Bewerber können sich für sie erwärmen - aus den verschiedensten Gründen. Die Top Drei der unbeliebtesten Ausbildungsberufe, für die sächsische Betriebe am schwierigsten Azubis finden.

Die unbeliebtesten Ausbildungsberufe in Sachsen: v.l.: Beschichter, Dachdecker und Fleischereifachverkäufer.

Quelle: dpa

Leipzig/Dresden. Manche Ausbildungsberufe fristen ein Schattendasein. Nur wenige Bewerber können sich für sie erwärmen - aus den verschiedensten Gründen. Fertig Ausgebildete und Branchenvertreter finden: zu Unrecht. Die Top Drei der Ausbildungsberufe, für die sächsische Betriebe am schwierigsten Azubis finden:

Platz Eins: Verfahrensmechaniker/in in der Beschichtungstechnik

Ganze 38 offene Stellen kommen in Sachsen auf einen Bewerber, rechnet die sächsische Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit vor. In keinem anderen Ausbildungsberuf haben die hiesigen Betriebe es so schwer, einen geeigneten Azubi zu finden. Die Hauptaufgabe: Materialen mit Beschichtungen veredeln und sie zum Beispiel vor Rost, Ausbleichen oder Stößen schützen.

Bei der IHK versucht man sich an einer Erklärung für den Nachwuchsmangel: „Der Beruf ist meiner Meinung nach unbeliebt, weil er sehr unbekannt ist“, sagt Thomas Nelamischkies, Referatsleiter Berufliche Bildung bei der IHK Chemnitz. „Die Leute wissen einfach nicht, dass es diesen Beruf gibt und interessieren sich deswegen auch nicht dafür.“ Bewerber müssten Interesse für Materialien und ein gewisses handwerkliches Geschick mitbringen, sagte Nelamischkies. Sie können später zum Beispiel im Maschinen- und Anlagenbau, in der Möbelherstellung oder in der Elektroindustrie unterkommen.

Platz Zwei: Dachdecker/in

Obwohl Dachdecker wohl immer Arbeit haben werden, zieht dieser alte Beruf nicht mehr viele Auszubildende an. „Es kommen wenige Bewerber, und die, die sich bewerben, wollen oft ins Büro oder ins Management“, sagt Ingrid Herzog, kaufmännische Angestellte beim Dachdeckerbetrieb ihres Mannes, der Wolfgang Herzog GmbH in Leipzig. In ganz Sachsen kommen nach BA-Zählung 23 offene Stellen auf einen Bewerber.

Das liege zum einen an den Arbeitsbedingungen der Dachdecker, sagt eine Sprecherin der Handwerkskammer in Chemnitz. Man mache sich dreckig, sei dem Wetter ausgesetzt. Daneben seien aber auch die Anforderungen an die Anwärter groß: „So ein Dachstuhl will anständig berechnet sein.“ Grundkenntnisse in Mathe müsse man schon haben, sagt auch Ingrid Herzog. „Mit einer Vier, Fünf oder Sechs braucht man sich nicht bewerben.“

Die Auszubildenden in ihrem Unternehmen bereuten ihre Jobwahl nicht. „Sie finden es sehr schön, dass sie sehen können, was sie mit ihren eigenen Händen gemacht haben.“ Und Karrieremöglichkeiten als Meister oder Spezialist für Schieferarbeiten gebe es auch.

Platz Drei: Fleischereifachverkäufer/in

Nicole Kreische ist gerade mit ihrer Ausbildung zur Fleischereifachverkäuferin fertig geworden - und vollends zufrieden mit ihrer Berufswahl: „Eigentlich mache ich alles gerne, weil es sehr abwechslungsreich ist“, sagt die 22-Jährige, die bei Feinkost Müller in Dresden gelernt hat. Verkaufen, Salate zubereiten, Platten zurechtmachen - all das gehört zu ihren Aufgaben. „Angst vor Fleisch hatte ich eigentlich nie.“ Sie sei auf dem Land großgeworden.

Viele andere teilen diese Begeisterung für den Beruf nicht. Mit 15 freien Stellen pro Bewerber herrscht in Sachsen Nachwuchsmangel. Gero Jentzsch, Sprecher des Deutschen Fleischer-Verbands, erklärt das so: „Es ist nach wie vor ein Imageproblem.“ Nicole Kreische ist das egal: „Es macht Spaß, die Kunden zufrieden aus dem Laden gehen zu sehen“, sagt sie. „Ich wollte schon immer mit Menschen in Kontakt kommen.“

dpa

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