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Bährs Baumethode Schuld an Schimmelbildung in der Dresdner Frauenkirche

Bährs Baumethode Schuld an Schimmelbildung in der Dresdner Frauenkirche

Kurz vor dem fünften Kirchweih-Jubiläum am 31. Oktober rückt die Stiftung Frauenkirche ihrem größten Sorgenkind zuleibe: der durchdringenden Nässe im Bereich des Kuppelauf- und -abgangs.

Dresden. Am Donnerstag begannen dort Sanierungsarbeiten, die die Schimmelbildung endlich stoppen sollen. Der Zugang zur Aussichtsplattform bleibt dennoch wie gewohnt zugänglich. Bisher haben 1,6 Millionen Besucher Treppentürme und Wendelrampe erklommen, um den Blick von oben zu genießen. Vielen werden dabei hässliche schwarze Flecken an den Wänden und teilweise abgeschlagener Putz aufgefallen sein. Dazu roch es ziemlich muffig. Es musste dringend etwas passieren.

Jetzt hat die Stiftung nach eingehenden Untersuchungen für die Treppentürme A und G einen Weg gefunden. In einer größeren Sanierungsmaßnahme - der ersten seit dem Wiederaufbau des Gotteshauses - werden an den Außenwänden Putz und Dämmung komplett ausgetauscht und eine Bauteilheizung eingebaut. Darüber informierte Thomas Gottschlich, Referent für Gebäudemanagement der Stiftung. „Die Frauenkirche ist die Kopie einer historischen Konstruktion, die an bestimmten Stellen schon verbessert wurde, aber eben nicht überall. Die meisten unserer Annahmen stimmen auch. Aber es gibt bauphysikalisch sehr schwierige Bereiche, die erst mit der intensiven Nutzung festgestellt wurden", sagte er.

Das betrifft die beiden Treppentürme, die als Zu- und Abgang zur Aussichtsplattform dienen sowie die Wendelrampe. Der hier relativ dünnwandige Sandstein der Außenwände speichert enorm viel Wasser. So viel, dass es an einigen Stellen sichtbar bis nach innen durchdringt. Die größte Gefahr ist Schlagregen, erläuterte Gottschlich. Er trifft direkt auf den Stein auf und durchnässt ihn nachhaltig. Vor allem der südöstliche Treppenturm A ist dem Wetter stark ausgesetzt.

Gutachten und Laboruntersuchungen in den 1990er Jahren haben die Gefahr nicht gesehen, so Gottschlich. Sie gingen von einem weit geringeren Eindringen der Nässe aus. Die jetzige Lösung für die Treppentürme ist insbesondere ein Schlagregenschutz. Neue Dämmung und neuer Putz sollen das Durchsickern des Wassers verhindern. Zugleich soll eine Kupferrohrheizung das Mauerwerk austrocknen. Auch an anderen kritischen Stellen wurde eine derartige Bauteilheizung schon installiert. Insgesamt werden rund 100 laufende Meter Kupferrohr verlegt. Im Bereich der Wendelrampe ist bereits seit längerem ein spezielles Heizungs- und Lüftungskonzept eingesetzt. Laut Gottschlich habe es das Raumklima deutlich verbessert.

Nach fünfjähriger Nutzung stehe nun fest, dass die Hauptschuld am Dilemma der archäologische Wiederaufbau, also die historische Konstruktion trägt, betonte Gottschlich, der als Bauherrenarchitekt von Anfang an dabei war. Zusätzlich würden die vielen Besucher die Luftfeuchtigkeit weiter erhöhen. Als Gewährleistung - die Garantien laufen nach fünf Jahren Ende Oktober aus - sieht die Stiftung nach derzeitigem Sachstand die Sanierung nicht an. Deshalb trägt sie die Kosten von 90.000 Euro selbst. Von 213 Verträgen seien 95 Prozent mängelfrei erfüllt und bei den fünf Prozent nur geringe Mängel zu beanstanden, bilanzierte Gottschlich.

Die Arbeiten in den beiden Treppentürmen sollen spätestens in der letzten Oktoberwoche abgeschlossen sein, pünktlich zum Jubiläum. Bereits im Juni wurden ebenfalls erstmals auf der Westseite der Kirchenkuppel Verfugungen erneuert und Bleiverblechungen instand gesetzt. Alle zwei Jahre führt die Stiftung Frauenkirche Begehungen des Gotteshauses aus, um mögliche Schäden rechtzeitig zu erkennen. Darüber hinaus werden Erhaltungsmaßnahmen jährlich im Januar während einer Schließphase durchgeführt. Für den Bauunterhalt müssen täglich 3000 Euro aufgebracht werden, das ist weit mehr als eine Million Euro im Jahr. Tendenz: steigend. Deshalb ist die Stiftung für weitere Spenden dankbar.

Genia Bleier

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