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Bahn hält Stundentakt zwischen Leipzig und Berlin aufrecht - Jung: "Protest hat sich gelohnt"

Bahn hält Stundentakt zwischen Leipzig und Berlin aufrecht - Jung: "Protest hat sich gelohnt"

Bahnkunden in Sachsen können aufatmen - vor allem die Pendler in Leipzig. Anders als spekuliert und befürchtet bleibt der Stundentakt der ICE-Züge nach Berlin im kommenden Jahr erhalten.

Leipzig. Das gab die Bahn am Dienstag in ihrer Planung für die Zeit nach dem Fahrplanwechsel im Dezember bekannt. Demnach verkehrt künftig alle zwei Stunden ein ICE von Hamburg über Berlin nach Leipzig. Ein weiterer fährt ebenfalls alle zwei Stunden - zeitlich versetzt - von Berlin über Leipzig nach München. Zusammengenommen entsteht daraus ein Stundentakt. Hamburg und München sind in der Regel alle zwei Stunden von Leipzig per Direkt-ICE zu erreichen. „Unser Protest hat sich gelohnt“, kommentierte Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) die Entscheidung.

Neu ist nach Angaben der Bahn ein ICE, der Berlin und München alle zwei Stunden mit Zwischenstopp in Halle/Saale verbindet und Leipzig dabei außen vor lässt. Die Pläne beruhen auf der Annahme, dass die Züge weiterhin ohne Neigetechnik fahren müssen und daher langsamer sind. Überlegungen, den Fernverkehr in Sachsen deswegen stark auszudünnen, hatten zu heftigen Protesten geführt. In Leipzig schlossen sich Politiker, Wirtschaftsvertreter und Fahrgäste zu einem Bündnis zusammen, um für den Stundentakt zu kämpfen.

Dem oft erhobenen Vorwurf, Sachsen werde vom Fernverkehr abgekoppelt, trat die Bahn am Dienstag energisch entgegen. Davon könne keine Rede sein, betonte der Konzernbevollmächtigte Artur Stempel in einer Erklärung. Man wolle auch ohne Neigetechnik einen verlässlichen Fahrplan anbieten und werde wieder zum gewohnten Plan zurückkehren, sobald die Neigetechnik wieder funktioniert.

Taktänderung auf der Strecke Leipzig-Dresden

Bahnfahrer auf der Strecke Leipzig-Dresden werden sich allerdings umgewöhnen müssen. Zwar werden die Städte auch künftig von zwei ICE- Zügen innerhalb von zwei Stunden verbunden. Vom gewohnten 60-Minuten- Takt wechselt die Bahn jedoch in den 40/80-Takt. Im morgendlichen Berufsverkehr soll ein zusätzlicher IC eingesetzt werden. Die Stopps in Riesa bleiben allesamt erhalten. Ohne Umstieg bis Frankfurt/Main geht es von Dresden nur noch alle zwei Stunden. Dafür bekommt die Landeshauptstadt neue Direktverbindungen nach Magdeburg, Hannover, Bremen und Düsseldorf.

„Das Bestehen des Einstundentaktes Leipzig-Berlin sowie des Einstundentaktes auf der Strecke Leipzig-Dresden sehen wir als einen Erfolg an“, teilte Leipzigs Oberbürgermeister Jung am Dienstag mit. Für die Region sei es jedoch „eine Kröte, die wir für eine bestimmte Zeit schlucken sollen“, wenn jeder zweite ICE, der von München nach Berlin beziehungsweise umgekehrt fährt, über Halle an Leipzig vorbeigeleitet wird, so das Stadtoberhaupt weiter. Diese Einschränkung könne auf Dauer nicht hingenommen werden.

Sachsens Verkehrsminister Sven Morlok (FDP) betonte, dass es sich bei den Taktänderungen nur um eine Übergangslösung handle. Die Regierung habe in den Verhandlungen mit der Bahn zwar erreicht, dass Pendler zwischen Leipzig und Dresden dank der zusätzlichen IC nicht auf das Auto umsteigen müssten. Die Verbindung verliere ohne den glatten Stundentakt aber trotzdem an Attraktivität, beklagte er.

dpa/nöß

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