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Bahn investiert 5,5 Milliarden Euro in Mitteldeutschland – Luftbilder vom Bau in Leipzig

Bahn investiert 5,5 Milliarden Euro in Mitteldeutschland – Luftbilder vom Bau in Leipzig

Leipzig. Die Deutsche Bahn plant in den kommenden fünf Jahren weitere Großinvestitionen in ihr Streckennetz. In Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Teilen Brandenburgs sollen bis 2016 für die Erneuerung der Schienenwege rund 5,5 Milliarden Euro ausgegeben werden.

Das sagte am Dienstag Lutz Winkler, Produktionschef der DB Netz AG für die Region Südost. Ein Großteil des Geldes fließt in die Fertigstellung der Schnellverbindung Leipzig-Erfurt-Nürnberg. Weitere Projekte sind der Ausbau des Knotens Leipzig mit der Anbindung an den Citytunnel, die Umgestaltung des Knotens Dresdens mit der Trennung von S-Bahn und Fernbahn-Gleisen sowie der Ausbau des Hauptbahnhofs in Magdeburg.

Knoten Leipzig kostet eine Milliarde Euro

„Die Investitionen bringen unsere Region nachhaltig nach vorn“, erklärte Winkler. Allein für Bauarbeiten am Knoten Leipzig hat die Bahn bis 2016 etwa 270 Millionen Euro eingeplant. Benötigt wird das Geld, um die Messestadt an die neue ICE-Strecke nach Erfurt und den Citytunnel anzupassen. Dafür müssten die Bahnsteige im Hauptbahnhof verlängert und zahlreiche Gleisanlagen erneuert werden. Außerdem werde im Westen der Stadt ein neues elektronisches Stellwerk in Betrieb genommen. 

Bereits in rund einem Monat will die Bahn den neuen Bahnhof im Stadtteil Leutzsch eröffnen. Dort war der Haltepunkt um mehrere hundert Meter verlegt worden. Außerdem hat das Unternehmen dort Gleise und Signalanlagen erneuert. Bis zum Start für den Citytunnel im Dezember 2013 sollen mit Engelsdorf, Schönefeld, Stötteritz und Wiederitzsch weitere Bahnhöfe in Leipzig modernisiert werden.  Neu entsteht der Haltepunkt Markkleeberg-Nord.

Gute halbe Stunde bis Erfurt

Eines der mitteldeutschen Hauptdrehkreuze soll der Hauptbahnhof in Erfurt werden. Die Bahn will in Thüringens Landeshauptstadt „die neue schnelle Mitte Deutschlands“ errichten. Dafür solle nicht nur die Strecke Nürnberg-Berlin sorgen, sondern auch der Fernverkehr aus Karlsruhe und Frankfurt/Main integriert werden. „Erfurt wird das Personenverkehrszentrum in Mitteldeutschland“, kündigte Winkler an. Geplanter Betriebsbeginn ist 2015. Die Fahrzeit nach Leipzig betrage dann nur noch eine gute halbe Stunde.

Großbaustellen will die Bahn auch in Dresden einrichten. Zwischen Dresden-Neustadt und Coswig erhalten S-Bahnen und Fernverkehrszüge voneinander unabhängige Schienenwege. Dort seien dann im Nahverkehr Geschwindigkeiten bis 120 Stundenkilometer möglich, ICE dürften sogar mit Tempo 160 unterwegs sein. „Damit verkürzt sich dann auch die Fahrzeit zwischen Leipzig und Dresden“, berichtete Winkler. Um wie viele Minuten wollte er allerdings noch nicht sagen.

Unklar ist noch die künftige Gestaltung des Abschnitts von Weißig nach Riesa. Über die Finanzierung der letzten noch nicht modernisierten Strecke zwischen den beiden sächsischen Metropolen verhandele die Bahn gerade mit dem Bundesverkehrsministerium.

Fahrtzeit von Dresden nach Berlin verkürzt sich um 30 Minuten

Um eine halbe Stunde verkürzen soll sich die Fahrzeit von Dresden nach Berlin. Statt der im Augenblick benötigten zwei Stunden und zehn Minuten zwischen den Hauptbahnhöfen beider Städte, will  die Bahn den 125 Kilometer langen Weg mit dem Fahrplanwechsel 2014 in einer Stunde und vierzig Minuten schaffen. Dafür ist allerdings ein Kraftakt notwendig. Bei schwierigem Untergrund sollen 80 Kilometer Strecke erneuert werden. Wegen Moorlinsen im Boden, so Winkler, müssen teilweise 17 Meter tiefe Säulen in den Untergrund getrieben werden. Nur so könnten die Züge künftig gefahrlos mit Tempo 200 statt 160 fahren. Veranschlagte Kosten: 200 Millionen Euro.

„Im Vergleich zur Straße kommen wir hier aber gut voran“, meinte Artur Stempel, Konzernbevollmächtigter für Sachsen. Weiteres zeitliches Einsparpotential sieht er in der Einfahrt nach Berlin. Bei einer direkten Route von der südlichen Stadtgrenze zum Hauptbahnhof ließen sich weitere Minuten gutmachen. Eine direkte Verbindung scheitere derzeit am Veto einer Bürgerinitiative.

Bürgerproteste in Magdeburg

Mit Anwohnerprotesten hat die Bahn auch in Magdeburg zu kämpfen. Dort müssen in der Innenstadt mehr als einhundert Jahre Eisenbahnbrücken am Hauptbahnhof ausgetauscht werden. Sie seien so marode, dass die Sperrung drohe. Unklar ist allerdings, ob auf der Fahrbahn darunter eine zusätzliche Unterführung für Autos entsteht und dazwischen die Straßenbahn verkehrt. Der Stadtrat hatte sich knapp für den Tunnel entschieden. Inzwischen ist ein heftiger Streit über die Kosten entbrannt. „Zur Not muss die Straßenbahn gekappt werden“, sagte Lothar Legler, Projektbereichsleiter bei der Bahn. Für Freitag kündigte er ein Spitzengespräch mit Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper an.

Ausbauen will die Bahn auch die Knoten Halle, Merseburg, Dessau-Roßlau und die Strecke Stendal-Uelzen.

Matthias Roth

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