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Bahnchef Grube: Strecke Leipzig-Chemnitz wird nicht vor 2020 ausgebaut

Bahnchef Grube: Strecke Leipzig-Chemnitz wird nicht vor 2020 ausgebaut

Rüdiger Grube weiß jetzt um die Vorzüge des Chemnitzer Modells. Straßenbahnen sollen in ein paar Jahren auf dem Hauptbahnhof halten und für einen reibungslosen Umstieg in den Regionalverkehr sorgen.

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Für die Elektrifizierung der Franken-Sachsen-Magistrale bis Nürnberg ist weiter kein Termin in Sicht - und die Strecke Chemnitz-Leipzig wird nicht vor 2020 ausgebaut.

Quelle: dpa

Chemnitz. „Wir reden immer über moderne Mobilität“, sagte der Bahnchef am Montag und erkannte an: In Chemnitz gebe es die „intelligente Verknüpfung der Verkehrssysteme“ schon. „Woanders reden wir nur drüber.“ Die zum vollkommenen Glück seiner Gastgeber noch fehlenden Fernzüge, die hatte Grube allerdings auch bei seiner zweiten Chemnitz-Visite innerhalb von 40 Tagen immer noch nicht dabei.

Nach einem gut einstündigen Gespräch mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft der seit Jahren vom Fernverkehr abgekoppelten Region warnte der Bahnchef vor übertriebenen Erwartungen. „Wir sollten nicht die Öffentlichkeit hier an der Nase herumführen“, sagte Grube. Beim Ausbau der Strecke Chemnitz-Leipzig gehe es um „einen Zeitraum, der nicht vor 2020 ist“, sagte er. Grube verwies auf seine Erfahrungen bei Infrastrukturprojekten und auf allerhand Voraussetzungen: Anmeldung für den Bundesverkehrswegeplan bis Ende des Jahres, Entscheidung 2015, Anerkennung als vordringlicher Bedarf, die Zusage der Finanzierung.

Bereits vor einem Monat, beim „Bahngipfel Sachsen“ am 7. Juni in Chemnitz, hatte die Bahn gemeinsam mit der Staatsregierung vereinbart, den Ausbau der Strecke Chemnitz - Leipzig zu prüfen. Um sie fernverkehrstauglich zu machen, fehlt bislang die vollständige Elektrifizierung - und immerhin 67 der 81 Bahnkilometer sind laut Grube bislang nur ein- statt zweigleisig.

Formal wesentlich weiter ist der Ausbau der Franken-Sachsen-Magistrale, der immerhin schon als „vordringlicher Bedarf“ anerkannt ist. Allerdings wird zwar gerade an der Elektrifizierung bis ins bayerische Hof gebaut - wann der Strom-Anschluss bis Nürnberg folgt, ist indes nach wie vor unklar. Die Bahn sagt, dass sie ihn will, verweist auf das Land Bayern - und Sachsen sind die Hände gebunden. Nach derzeitigem Stand verschiebt sich nur der Bahnhof, an dem Fernreisende umsteigen müssen.

Zur weiteren Elektrifizierung bis nach Nürnberg gibt es nach Ansicht des Grünen-Bundestagsabgeordneten Stephan Kühn aber keine Alternative. „Schon aus betriebswirtschaftlicher Sicht muss die Lücke geschlossen werden“, sagte Kühn nach dem Gespräch mit Grube unter Verweis auf die bereits geflossenen Investitionskosten auf der Magistrale. Kühn hatte es nur deshalb rechtzeitig zum Gespräch mit Grube geschafft, weil er nach der Verspätung des ICE aus Berlin in Leipzig aufs Auto umgestiegen war.

Tatsächlich gehört der Fortschritt auf der Franken-Sachsen-Magistrale neben dem Ausbau der Leipzig-Strecke seit Jahren zum Forderungskatalog der Chemnitzer Region. In den vergangenen knapp acht Wochen wurden nun mehr als 12 000 Unterschriften für eine bessere Fernverkehrsanbindung gesammelt - und Grube am Montag übergeben. Der Bahnchef nannte die Franken-Sachsen-Magistrale auch für den Güterverkehr interessant, auf dem „in den nächsten acht Jahren in Deutschland ein Wachstum von circa 35 Prozent auf der Schiene“ zu erwarten sei.

Die Chemnitzer Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (SPD) betonte indes, dass die Region weiterhin „zweigleisig“ fahren werde: Neben Leipzig werde man weiter die Sachsen-Franken-Magistrale im Blick behalten - auch wenn deren Elektrifizierung wohl nicht vor 2025 realistisch ist.

dpa

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