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Behörden stehen nach Überfall auf Schüler in Bad Schandau in der Kritik

Behörden stehen nach Überfall auf Schüler in Bad Schandau in der Kritik

Polizei und Staatsanwaltschaft stehen nach der Veröffentlichung der neuesten Ermittlungsergebnisse zum Überfall auf einen Hamburger Schüler in Bad Schandau im Kreuzfeuer der Kritik.

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Polizei und Staatsanwaltschaft stehen nach der Veröffentlichung der neuesten Ermittlungsergebnisse zum Überfall auf einen Hamburger Schüler in Bad Schandau in der Kritik.

Quelle: Volkmar Heinz

Dresden. Während die Linke die Erklärung der Ermittler, dass ein politischer oder fremdenfeindlicher Hintergrund der Tat bisher nicht festgestellt werden konnte, als „an den Haaren herbeigezogen“ bezeichnete, warf die FDP der Polizei wegen des zunächst geäußerten Verdachts „mediale Schnellschüsse“ vor. Der Schüler mit chinesischen Wurzeln war bei der Attacke auf seine Schulklasse Anfang September schwer verletzt worden. Die Angreifer waren den Hamburgern von einem Dorffest bis in die Jugendherberge gefolgt.

Silvio Lang, Mitglied des Linke-Landesvorstandes, erklärte am Mittwoch, die Äußerungen des Sprechers der Staatsanwaltschaft Dresden, Lorenz Haase, und des Operativen Abwehrzentrums (OAZ) der Polizei dienten nur dem Zweck, den Ruf der Tourismusregion Sächsische Schweiz zu retten. „Die Äußerungen von Herrn Haase und das Leugnen eines politischen Hintergrundes der Tat durch die Polizei sind nicht nur hanebüchen, sie sind auch wie ein weiterer Schlag ins Gesicht des Opfers.“ Dabei verwies er auf den klar ersichtlichen Migrationshintergrund des Opfers.

Der FDP-Landtagsabgeordnete Norbert Bläsner kritisierte die Polizei wegen des zunächst geäußerten Verdachts einer fremdenfeindlichen Tat und sprach von einer „vorschnellen Vorverurteilung“. „Natürlich sind bundesweite Schlagzeilen programmiert, wenn sich OAZ-Ermittler mit der unbewiesenen Behauptung aufspielen.“ Seit langer Zeit bemühten sich alle demokratischen Kräfte in der Sächsischen Schweiz mit Erfolg, Rechtsextremismus zurückzudrängen. „Es ist nicht hinnehmbar, dass diese Erfolge von medialen Schnellschüssen der Polizei konterkariert werden“, so Bläsner.

Das OAZ hatte die Ermittlungen übernommen, weil vor dem Angriff Nazi-Parolen gebrüllt worden sein sollen. Das sei nach den Zeugenaussagen aber gar nicht mehr sicher, hatte Haase am Dienstag mitgeteilt.

Die Polizei hat nach eigenen Angaben bei Wohnungsdurchsuchungen zahlreiche Beweismittel sichergestellt. Hinweise, dass die mutmaßlichen Schläger zur rechten Szene gehören, fanden sich dabei offenbar nicht. Gegen vier Männer wird wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

Bei dem Dorffest soll nach Angaben Haases auch über Fußball diskutiert worden sein. Dynamo Dresden (SGD) hatte kurz zuvor ein Spiel gegen St. Pauli verloren. Wer da was gebrüllt haben soll, müsse noch genauer ermittelt werden, sagte Haase.

Selbst wenn die Täter während der Tat „SGD vergisst nicht“ und nicht „NSDAP vergisst nicht“ gerufen hätten, sei dies für die Feststellung eines fremdenfeindlichen Übergriffes ohne Belang, erklärte Lang. „Zum einen negiert es nicht die Tatsache, dass das Opfer klar erkennbar einen Migrationshintergrund hat. Zum anderen war er nachts in Schlafkleidung auf dem Weg von seinem Zimmer zur Toilette sicher nicht klar als St.-Pauli-Fan zu identifizieren.“

„Unabhängig vom Hintergrund und den für den gewaltsamen Übergriff maßgeblichen Motiven sind die Täter dieses entsetzlichen und verabscheuungswürdigen Angriffs mit aller Härte des Gesetzes zu bestrafen“, erklärte der Generalsekretär der sächsischen CDU, Michael Kretschmer. Zugleich warf er der Linkspartei vor, das Ermittlungsverfahren für politische Zwecke zu missbrauchen.

dpa

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