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Beschlossene Sache: Freistaat Sachsen stellt zusätzliche Referendare ein

Beschlossene Sache: Freistaat Sachsen stellt zusätzliche Referendare ein

Die Schaffung zusätzlicher Referendariatsplätze in Sachsen ist beschlossene Sache. „Wir werden schon in diesem Jahr 250 Lehramtsreferendare mehr anbieten als vorgesehen“, teilte Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) am Freitag in Dresden mit.

Dresden. Im Schuljahr 2012/2013 soll es insgesamt 573 zusätzliche Plätze geben. Damit werde die Qualität des sächsischen Bildungssystems auch in Zukunft sichergestellt, hieß es. „Wir wollen den Menschen die Sorge nehmen, es würde in Zukunft nicht genügend qualifiziere Lehrer für ihre Kinder geben“, so Tillich.

Tillich beendete damit auch die Diskussion zwischen Kultus- und Finanzministerium, wie viele Lehrerstellen es künftig an Sachsens Schulen geben soll. Der sächsischen Kultusminister Roland Wöller (CDU) hatte zuvor angekündigt, er wolle die Zahl der jährlich eingestellten Referendare in Sachsen von bisher 650 auf 1300 verdoppeln. Er ging damit auf Kollisionskurs zu Finanzminister Georg Unland (CDU). Der sieht mit Neueinstellungen die Ziele des Sparhaushalts und Personalabbaus gefährdet.

Holger Zastrow, Vorsitzender der FDP-Fraktion im Sächsischen Landtag, begrüßte den Entschluss als „positives Signal für den Lehrernachwuchs“. Wer in Sachsen seine Lehramtsausbildung absolviere und gute Leistungen erbringe, müsse auch die Chance auf einen Referendarsplatz erhalten, hieß es. CDU-Fraktionschef Steffen Flath zeigte sich erleichtert über die Einigung. „Trotz des Festhaltens an einem schuldenfreien Haushalt, muss Sachsen jungen Menschen eine berufliche Perspektive bieten. Das ist mit dem Kompromiss zu den Referendarsstellen gelungen.“

Nach Angaben des Sächsischen Lehrerverbands droht dem Freistaat ein Lehrermangel. Ohne die Aussicht auf Einstellung und mit der Chance auf bessere Bezahlung in anderen Bundesländern wandern derzeit viele der in Sachsen ausgebildeten Lehrer ab. Viele Studenten entscheiden sich außerdem für weniger gefragte Fächer oder wollen ausschließlich an Gymnasien unterrichten. Vor allem in Grund- und Mittelschulen droht daher Lehrermangel.

dpa

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