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Bezahlbare Studentenbude in Leipzig und Dresden immer schwerer zu finden

Studie vorm Semesterstart: Bezahlbare Studentenbude in Leipzig und Dresden immer schwerer zu finden

Die Suche nach einer erschwinglichen Bleibe während des Studiums wird auch in den sächsischen Großstädten immer stressiger. Vor allem in Leipzig geht es unter den Bewerbern immer enger zu.

Immer auf der Hut: Vor allem preiswerter Wohnraum für Studenten wird auch in Sachsen immer knapper.
 

Quelle: dpa

Leipzig. Wenn in drei Wochen das neue Studienjahr beginnt, haben viele Erstsemester in Sachsen und Thüringen die stressige Suche nach einer Bleibe hoffentlich hinter sich. Denn die Wohnsituation beim Studium hat sich in diesem Jahr weiter verschlechtert. Zu diesem Ergebnis kommt das Moses-Mendelssohn-Institut (MMI) in einer Untersuchung aller 93 Hochschulstädte mit mehr als 5000 Studierenden, in die Immobilienpreise, Studenten-Zahlen, die Altersstruktur, geförderte Wohnheime sowie die Attraktivität von Universität und Stadt einflossen.

Demnach ist die Suche nach der passenden Unterkunft laut dem MMI-Scoring in München (78 Punkte auf einer Scala bis 100), Hamburg (76 Punkte), Stuttgart (74) und Köln (71) am schwierigsten. Zwar landen Leipzig (31), Dresden (32) und Jena (30) auf dieser Anspannungsskala noch im Mittelfeld, doch hat sich speziell in den sächsischen Großstädten die Lage deutlich verschärft. „Die Studierenden, die etwa in Leipzig lange Jahre gar keine oder nur geringe Probleme hatten, eine dem studentischen Budget angepasste Unterkunft zu finden, machen jetzt ganz andere Erfahrungen bei der Wohnungssuche“, sagt Institutsdirektor Stefan Brauckmann. So liege die Messestadt mit 37 000 eingeschriebenen Studenten bereits deutlich über dem Bundesschnitt (25 500). Hinzu kommen noch über 10 000 junge Leute zwischen 18 und 29 Jahren, die gleichzeitig in die Stadt an der Pleiße ziehen (Bundesschnitt 3400). Dadurch schnipste die traditionsreiche Universitätsstadt im MMI-Scoring um ganze fünf „Stresspunkte“ nach oben.

„Aufgrund der steigenden Einwohnerzahl und der zunehmenden Sanierungsaktivitäten verknappt sich das Angebot an preiswertem hochschulnahen studentischem Wohnraum“, bestätigt Michael Mohr vom Studentenwerk Leipzig. Folglich fragten Studierende mit geringem Budget zunehmend nach einem der 5200 Wohnheimplätze. „Zu Semesterbeginn werden die Wohnheime voll ausgelastet sein“, ist der Studentenwerksprecher sicher.

Situation wird auch in Dresden kritischer

Auch Dresden kletterte in der Anspannungsskala um einen Zähler. So müssen sich laut Studie 11.000 Erstsemester bei der Wohnungssuche gegen 33.000 etablierte Studenten und weitere 6000 junge Erwachsene durchsetzen, die es in die Elbmetropole zieht. Etwa jeder fünfte Student kommt im Wohnheim unter. In den 41 Wohnheimen in Dresden und Tharandt, Zittau und Görlitz wurden rund 6700 Plätze vermietet. „Die meisten Bewerber konnten wir unterbringen“, sagt Anja Buch vom Studentenwerk, „aber es wird von Jahr zu Jahr enger.“

Bereits der Platz in einer Wohngemeinschaft kostet nach Erhebungen des Portals WG-Gesucht.de im bundesweiten Durchschnitt 353 Euro. In Dresden genügen 265 Euro für einen WG-Platz, Leipzig (263 Euro) und Jena (260 Euro) folgen dicht auf. Teuerster Standort ist München mit durchschnittlich 570 Euro. Im brandenburgischen Cottbus hingegen – dem günstigsten Standort für studentisches Wohnen – werden für ein WG-Zimmer nur 208 Euro verlangt. „Diejenigen, die in den Hochschulstädten eine eigene Wohnung für sich alleine suchen, müssen in der Regel deutlich mehr bezahlen“, erläutert Annegret Mülbaier von WG-Gesucht.de.

Neben Cottbus gibt es laut MMI-Studie nur vier weitere, ebenfalls in den neuen Bundesländern liegende Städte, in denen die durchschnittlichen WG-Mieten unter 250 Euro liegen – der laut Bafög-Satz angesetzten offiziellen Wohnkostenpauschale. „Diese Pauschale spiegelt die Situation in gefragten Hochschulstädten in keiner Weise wider.“ Die Bafög-Wohnkostenpauschale müsse „endlich an die lokalen Gegebenheiten angepasst werden“, fordert Brauckmann: „Zudem brauchen wir schlichtweg mehr Wohnraum, der die Bedürfnisse junger Menschen bezüglich Lage, Preis und Konzept erfüllt.“

Von Winfried Mahr

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