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Bildungsagentur: Schüleraustausch ist "Riesending"

Around the World Bildungsagentur: Schüleraustausch ist "Riesending"

Besuche von Schülergruppen über Ländergrenzen hinweg machen die Verständigung einfacher. Jungen Menschen lernen die Sprache eines anderen Landes kennen und müssen sich dort zurechtfinden. Das ist meistens spannend und macht Spaß.

Fremde Sprachen lernen, sich über ein mögliches Gastland informieren (wie hier auf der Schüleraustauschmesse in Berlin) - zu einem Austauschjahr gehört viel Planung. (Archivbild)

Quelle: dpa

Dresden/Chemnitz. Fremde Kulturen und die Begegnungen mit Gleichaltrigen - Schüleraustausch mit anderen Ländern steht an Sachsens Schulen hoch im Kurs. «Das ist bei den Schülern ein Riesending», sagt der Sprecher der Sächsischen Bildungsagentur, Roman Schulz, in Chemnitz. Allein im Bereich der Regionalstelle Leipzig waren im vergangenen Jahr fast 650 Schüler bei solchen Begegnungen - gut 100 mehr als im Jahr zuvor. Insgesamt 23 Länder standen auf dem Programm - von Argentinien, Südafrika, China und den USA bis Tschechien. Wie viele Schüler sich zudem privat einen Austausch organisieren, weiß niemand.

1160 Schüler aus Sachsen haben nach Angaben des Deutsch-Französischen Jugendwerks im vergangenen Jahr dessen Austauschprogramm genutzt - 120.247 aus Deutschland und Frankreich waren es insgesamt. Allerdings sind nur 51 von ihnen mit Hilfe der Programme «Brigitte Sauzay» und «Voltaire» in den Genuss gekommen, drei oder auch sechs Monate in einer französischen Familie zu leben und dort zur Schule zu gehen. Die Regel sind eher zweiwöchige Gruppenbegegnungen.

Terror beeinflusst Austausch

Nach einem Rückgang seit 2013 hätten sich die Begegnungen jetzt wieder stabilisiert, sagt Pressereferentin Almut Seyberth. Vor allem 2015 sei nach Terroranschlägen ein deutlicher Rückgang beobachtet worden. Vermutlich sei auch die Einführung des achtjährigen Abiturs in einigen Ländern in Deutschland ein Grund gewesen. «Es blieb weniger Zeit.» Auf französischer Seite habe eine Reform des Fremdsprachenunterrichts im vergangenen Jahr das Interesse gebremst.

Etwa 50 Schulen in Sachsen machen dem Deutsch-Polnischen Jugendwerk zufolge jährlich beim Austausch mit dem Nachbarland im Osten mit. In jedem Jahr gibt es 120 Projekte - vor allem nahe der Grenze.

Seit einem Besuch vor sieben Jahren ist die Dresdner Gymnasiastin Clara Koschine von Sevilla in Spanien begeistert. «Ich wollte die Stadt wiedersehen und die Sprache lernen», erzählt die jetzt 18-Jährige. Sie hat im Internet recherchiert und war bis Sommer 2016 zehn Monate in einer Gastfamilie in Sevilla. «Es war sehr herzlich, ich habe viel von der Kultur kennengelernt», berichtet sie und schwärmt vom «Feria de Abril», einem Frühlingsfest. «Viel Flamenco.» An einer öffentlichen Schule ist sie in die 11. Klasse gegangen. Die hat sie dann - zurück in Dresden - noch einmal wiederholt. «Die Schulsysteme sind doch sehr verschieden.» Die zehn Monate haben Clara rund 10.000 Euro gekostet. «Da hat die ganze Familie geholfen.»

Traumland USA

Der Traum vieler Schüler ist laut Leonard Kühlewind vom Landesschülerrat ein Austausch mit den USA. «Auch wenn es Angebote für Stipendien gibt, der finanzielle Aufwand dafür ist so hoch, dass es dazu meist nicht kommt.» Er selbst war bei einem zweiwöchigen Austausch in den Niederlanden. «Es war schon spannend.» Und trotz der kurzen Zeit - das Treffen habe seinen Englischkenntnissen gut getan. «Die Niederländer sprechen sehr gut Englisch.»

Der Landesschülerrat kritisiert, dass es zwar sehr oft Schulpatenschaften und Austauschprogramme für Gymnasien, aber nur wenige Angebote für Ober- und Förderschulen gebe.

Auch nach Erkenntnissen des Kultusministeriums in Dresden kommen Oberschüler im Vergleich zu Gymnasiasten beim klassischen Gruppen- und Klassenaustausch eher schlecht weg. Deshalb hat das Ministerium für Oberschüler der achten Klassenstufe ein Programm mit jährlich 35 Stipendien für zusammen 70.000 Euro für einen vierwöchigen Schulbesuch in Frankreich, Tschechien, den USA, Kanada und Großbritannien aufgelegt. Das seien 15 Stipendien mehr als 2010, heißt es.

LVZ

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