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Billiger und besser: Sachsen ohne Pflegestützpunkte

Billiger und besser: Sachsen ohne Pflegestützpunkte

Sachsen bleibt bei der Pflege auf seinem bundesweiten Sonderweg: Im Freistaat soll es auch in Zukunft keine Pflegestützpunkte geben. Nach Auswertung des Testlaufs der „vernetzten Pflegeberatung“ in drei Modellregionen glauben Regierung, Kassen und Kreise, eine billigere und bessere Lösung gefunden zu haben.

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Quelle: dpa

Chemnitz. Sozialministerin Christine Clauß (CDU) äußerte beim Treffen der Beteiligten am Donnerstag in Chemnitz zugleich ihre Erwartung, dass das Prinzip der „vernetzten“ Pflege bis 2011 in allen Kreisen des Freistaats Einzug hält.

Der Test lief sieben Monate in den Landkreisen Görlitz und Nordsachsen sowie in Chemnitz. Dabei wurden die schon zuvor existenten Beratungsstrukturen ausgebaut, Kontakte zwischen Kassen und Kommunen, Pflegeeinrichtungen und Selbsthilfegruppen intensiviert - ohne neue „Pflegestützpunkte“ zu schaffen. Der Preis dafür: In Sachsen wurde damit im Unterschied zu den anderen Bundesländern auch auf eine Modellförderung verzichtet. Clauß zufolge beschränkten sich die anfallenden Ausgaben jedoch weitgehend auf Öffentlichkeitsarbeit und den neuen Internet-Auftritt „pflegenetz.sachsen.de“.

Der Testlauf, so hieß es am Donnerstag auch von den Vertretern der Pflegekassen und des Landkreistages, spreche „gegen den Aufbau von Doppelstrukturen“, sehr wohl aber dafür, Pflege-Netzwerke flächendeckend zu etablieren. Dabei seien angesichts der unterschiedlichsten demografischen Bedingungen auch verschiedene Strategien nötig. „Gerade großflächige Regionen wie die Landkreise Görlitz und Nordsachsen könnten kleinteiligere Netzwerke erforderlich machen“, hieß es in der Analyse des Projekts.

Clauß darf sich bestätigt fühlen: Sie hatte in den von der Bundesregierung vorgesehenen Pflegestützpunkten eben jene „Einheitsstrategien“ gesehen, die dem Freistaat nicht gerecht würden. Wartezeiten oder weite Wege für Pflegebedürftige - „das kann’s nicht sein“, sagte sie am Donnerstag - und verwies auf Beispiele aus anderen Bundesländern mit stark eingeschränktem Service.

Beim Test in Sachsen wollte die Mehrheit der Pflegebedürftigen oder ihrer Angehörigen das Beratungsgespräch bei sich zu Hause führen. Silke Heinke vom Verband der Ersatzkassen sprach von „passgenauer, zielgerichteter Beratung“, die das „sächsische Modell“ ermögliche. Zugleich rechnete sie vor, dass pro Pflegestützpunkt jährlich 100 000 Euro fällig würden - das wären bei den für den Freistaat eigentlich vorgesehenen 40 Einrichtungen immerhin vier Millionen Euro pro Jahr.

Nach Angaben des Landkreistags haben sich schon weitere Interessenten für die Übernahme des Modells der „vernetzten Pflege“ gemeldet: Dazu zählten Bautzen und der Vogtlandkreis. 

dpa

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