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Biomasse in Sachsen auf dem Vormarsch

Biomasse in Sachsen auf dem Vormarsch

Sachsens Landwirte bauen immer mehr auf Energie. Biomasse ist im Freistaat auf dem Vormarsch, ergab eine Umfrage. Nach Angaben des Landesbauernverbands gewinnt fast jeder Agrarbetrieb mittlerweile aus Gülle Biogas oder baut Raps für Biodiesel an.

Dresden. Selbst die Fläche für Rapsanbau wächst nach einem Einbruch in den vergangenen Jahren langsam wieder an: Seit 2009 stieg sie laut Verband um 4000 auf jetzt 138.000 Hektar.

Für die Agrargenossenschaft „Bergland“ Clausnitz (Mittelsachsen) im Erzgebirge - einem Betrieb mit 55 Mitarbeitern - hat sich die Energie seit fünf Jahren zu einem einträglichen Geschäft entwickelt. „Das ist ein wichtiges Standbein. Mittlerweile versorgen wir die ganze Gemeinde mit Elektroenergie“, berichtete Geschäftsführer Lothar Eckardt. Zwei Windräder und Biogasanlagen erzeugen derzeit jährlich sechs Millionen Kilowattstunden Energie. Die Gemeinde braucht aber nur 4,8 Millionen Kilowattstunden.

Steigende Spritpreise lassen Eckardt kalt. Aus eigenen Anlagen fließen jährlich 300.000 Liter kaltverpresstes Rapsöl aus eigenem Anbau. Damit die Traktoren rollen, werden aber nur 100.000 Liter gebraucht. „Die restlichen 200.000 gehen in den Verkauf“, sagte Eckardt. Der Ertrag aus der Energie habe sich in den vergangenen fünf Jahren etwa verdoppelt. „Das ist mittlerweile ein großer Einnahmeposten.“

Beim Biodiesel ist der Markt allerdings stark geschrumpft. Etwa 30 Ölpressen in Sachsen, die einst Rapssaat zu etwa 35.000 Tonnen Pflanzenölkraftstoff verarbeiteten, haben ihre Anlagen drastisch heruntergefahren, wie Agrarministeriumssprecher Frank Meyer sagte. Einige hätten sogar ganz aufgegeben. Das einst in Sachsen gut ausgebaute Netz von etwa 100 Biodiesel-Tankstellen gibt es nicht mehr. Derzeit bieten nur noch etwa 20 Tankstellen Biodiesel an, heißt es.

Auch bei der „Bio-Kraftstoff Vogtland“ fließt der Biodiesel nur noch für die rund 60 Mitgliedsbetriebe der Genossenschaft aus dem Vogtland und Erzgebirge. „Die Landwirte liefern die Rapssaat und bekommen dafür den Biodiesel und den ausgepressten Rapskuchen zum Verfüttern“, sagte Geschäftsführer Rainer Seidel. In den freien Markt werde hingegen nichts mehr verkauft. „Derzeit wird der Liter Biodiesel mit 18 Cent je Liter besteuert.“ Das mache den Kraftstoff zu teuer. Erst wenn der Ölpreis nach überstandener Krise wieder stark klettere, habe Biodiesel wieder eine Chance.

Einer der Betriebe, der von „Bio-Kraftstoff“ den Sprit bezieht, ist die Agrargenossenschaft Theuma-Neusalz im Vogtland. Das Geschäft werde indes mit Elektrizität und Wärme gemacht, sagte Udo Weymann vom Vorstand. „Das ist neben Pflanzen- und Tierproduktion die dritte Säule des Unternehmens.“ An drei Standorten gebe es Biogas-Anlagen. Es werde Strom für etwa 2400 Haushalte ins Netz eingespeist, mehr als 100 würden mit Wärme beliefert.

„Biodiesel ist kein Zuckerschlecken, aber wir haben uns neue Märkte erkämpft“, sagte der Geschäftsführer vom „Biowerk Sohland“, Ralph Münzberg. Der Betrieb ist mit einer Kapazität von 50.000 Tonnen jährlich einer der größten Bio-Kraftstoffhersteller in Sachsen und voll auf diesen Bereich ausgerichtet. Das Unternehmen profitiert davon, dass die Mineralöl-Hersteller verpflichtet wurden, ihrem Kraftstoff mindestens fünf Prozent Bio beizumischen.

dpa

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