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Bischöfin Junkermann: Bis 2017 sollen alle Kirchen für Besucher verlässlich offen sein

Evangelische Kirche Mitteldeutschland Bischöfin Junkermann: Bis 2017 sollen alle Kirchen für Besucher verlässlich offen sein

Verschlossene Kirchentüren, enttäuschte Besucher: Das soll in Mitteldeutschland bald Vergangenheit sein. Im Gebiet der EKM in Nordsachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen werden schon im nächsten Jahr alle Kirchen verlässlich offen sein. Das zumindest ist das erklärte Ziel der Magdeburger Landesbischöfin Ilse Junkermann.

Ehrgeiziges Ziel für 2017: Alle 4000 Kirchen in Mitteldeutschland sollen im Reformationsjubiläumsjahr für Besucher leichter zugänglich sein.

Quelle: Archiv

Magdeburg. Die Kirchen in Mitteldeutschland sollen für Besucher leichter zugänglich sein. „Menschen sind gerade in der heutigen Zeit auf der Suche und brauchen in Krisensituationen Orte der Ruhe. Doch im Moment ist es eher die Regel, dass Kirchen verschlossen statt offen sind, das wollen wir ändern“, erklärte EKM-Landesbischöfin Ilse Junkermann in Magdeburg. Derzeit sind von den 4031 Gotteshäusern in Mitteldeutschland nur 140 (3,5 Prozent) verlässlich geöffnet. Das soll sich spätestens im nächsten Jahr zum 500-jährigen Reformationsjubiläum ändern: Ziel sei es, alle Kirchen für Besucher verlässlich zu öffnen.

„Es braucht eine Haltungsänderung“, sagte die Bischöfin. Die Kirche sei „kein Vereinsheim, das für zwei Stunden in der Woche für einen Gottesdienst geöffnet hat.“ Nötig sei eine neue Offenheit, die den Menschen klar macht: Kirchen sind ein einladender Ort für alle. Schließlich seien in den vergangenen 25 Jahren im großen Umfang auch öffentliche Gelder in die Sanierung von Kirchen geflossen. Entsprechend gebe es nun zurecht ein starkes öffentliches Interesse an den Gebäuden.

Die konkrete Umsetzung der Kirchenöffnung bleibt allerdings den jeweiligen Gemeindekirchenräten vor Ort vorbehalten. Sie sollen die nötigen Sicherheitsfragen und organisatorischen Probleme klären. Die Landeskirche erarbeitet dazu eine 12-seitige Handreiche, die im Februar erscheint. Darin werden Risiken und Nebenwirkungen abgewogen, Sicherheitsfragen angesprochen aber auch theologische Hintergründe und geistliche Impulse thematisiert. Und selbst wenn etwas passiert, so werden mögliche Schäden in den Gebäuden im Interesse der Öffnung der Gotteshäuser in Kauf genommen.„Die Kirchenleitung ist sich des Risikos bewusst, das mit einer tagsüber geöffneten Kirche etwas passieren kann“, sagte Bischöfin Junkermann. Dennoch sollte nicht als Katastrophe angesehen werden, wenn die Kirche Opfer von Diebstahl oder Vandalismus wird. Brigitte Andrae, Präsidentin des Landeskirchenamtes, unterstreicht: „Der Paradigmenwechsel, von bisher vorrangig verschlossenen zu vorrangig verlässlich geöffneten Kirchen zu kommen, ist eines der ehrgeizigsten Projekte der EKM auf dem Weg zum Reformationsjubiläum.“

Neben der verstärkten Öffnung von Kirchen will die EKM aber auch neue Orte des geistlichen Lebens ausprobieren. Dazu startet in diesem Jahr das Projekt „Erprobungsräume“, für das die Landeskirche einen Förderetat von 2,5 Millionen Euro bereitstellt. Bewerben können sich hier alle Kirchgemeinden und Initiativen, die mit neuen ungewöhnlichen Ideen christlichen Glauben leben wollen. Die EKM will nach Auswahl der eingereichten Vorschläge insgesamt 15 Projekte modellhaft begleiten, fachlichen Beistand leisten und den jeweiligen Erprobungsraum wissenschaftlich überprüfen. Der erste Bewerbungszeitraum hat bereits am 17. November letzten Jahres begonnen und dauert bis zum 15. März 2016 an.

Von Olaf Majer

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