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Bisher kein EHEC auf untersuchten Sprossen - weiterer schwerer Krankheitsfall in Sachsen

Bisher kein EHEC auf untersuchten Sprossen - weiterer schwerer Krankheitsfall in Sachsen

Berlin/Dresden/Hannover. Erste Laborproben haben den EHEC-Verdacht auf einem Biohof in Niedersachsen nicht untermauert. 23 von 40 Sprossenproben aus dem Betrieb im Kreis Uelzen seien EHEC-frei, teilte das niedersächsische Verbraucherministerium am Montag in Hannover mit.

Die übrigen 17 Proben würden weiter untersucht.

„Aufgrund der bisherigen Erfahrungen bei der Untersuchung eines Teiles der Proben (insbesondere der Saaten) gehen wir davon aus, dass intensive analytische Anstrengungen unternommen werden müssen, um den vermuteten Erreger zweifelsfrei nachweisen zu können“, hieß es aus dem Ministerium. Die Suche gestalte sich schwierig, weil seit dem Ausbruch der Epidemie schon mehrere Wochen vergangen seien.

Die weitere Bearbeitung erfolge zusammen mit dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in Berlin. Ein kurzfristiger Abschluss der Untersuchungen sei nicht zu erwarten. Das Untersuchungsergebnis einer älteren Sprossenpackung, die in Hamburg aufgetaucht war, soll am Dienstag vorliegen.

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Berlin/Dresden/Hannover. Die ersten 23 von 40 untersuchten Sprossen-Proben aus dem verdächtigen Betrieb im niedersächsischen Kreis Uelzen sind EHEC-frei. Das teilte das niedersächsische Verbraucherministerium am Montag mit. In Sachsen gibt es einen dritten HUS-Fall. Betroffen ist eine 31 Jahre alte Frau aus Chemnitz, wie der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Ralph Schreiber, am Montag sagte.

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In Sachsen gibt es derweil einen dritten HUS-Fall. Betroffen ist eine 31 Jahre alte Frau aus Chemnitz, wie der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Ralph Schreiber, am Montag sagte. HUS ist die Abkürzung für hämolytisch-urämisches Syndrom, eine schwere Verlaufsform der EHEC-Infektion. Auch bei dieser Patientin führe die Spur bei der Suche nach der Infektionsursache nach Mecklenburg-Vorpommern, sagte Schreiber.

Angesichts der EHEC-Infektionswelle wähcts auch die Kritik am Krisenmanagement der schwarz-gelben Bundesregierung. „Ich frage mich, was der Gesundheitsminister und die Verbraucherministerin eigentlich machen“, sagte die grüne Bundestags-Fraktionschefin Renate Künast der „Berliner Zeitung“ (Montag). Die stellvertretende Grünen-Fraktionsvorsitzende Bärbel Höhn erhob ebenfalls schwere Vorwürfe: „Die Regierung hat diese Krise vollkommen unterschätzt und sich weggeduckt. Von den verantwortlichen Ministern war lange nichts zu hören“, sagte sie der „Passauer Neuen Presse“ (Montag).

Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) und Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) wollen sich diese Woche mit den zuständigen Länderministern beraten. Das am Mittwoch geplante Spitzentreffen bezeichnete Künast als „reine Show“. Stattdessen brauche Deutschland einen nationalen Kontrollplan mit einer Checkliste möglicher Übertragungswege vom Bauern über die Verarbeitung bis zum Restaurant. Künast kritisierte, bislang würden weder die Suche nach den Infektionsquellen noch die Forschung bundesweit koordiniert.

Es wäre am Anfang viel aussichtsreicher gewesen, den Erreger schnell zu finden, sagte Höhn. „Diese Möglichkeit hat man verschenkt. Jetzt wird es ungleich schwerer.“ Sie forderte eine bessere Koordinierung der Lebensmittelkontrollen. „Das hätten im Fall von EHEC der Bundesgesundheitsminister oder die Bundesverbraucherschutzministerin übernehmen müssen. Jeder hat die Verantwortung auf den anderen abgeschoben. Das hat die Probleme noch vergrößert.“

Der für Gesundheit und Verbraucherschutz zuständige stellvertretende Unions-Fraktionschef Johannes Singhammer (CSU) brachte ein Prüfsiegel für Gemüse ins Gespräch, um weitere wirtschaftliche Verluste bei deutschen Erzeugern durch die EHEC-Krise zu unterbinden. „Allerdings müsste die Wissenschaft dafür grünes Licht geben“, sagte er der „Saarbrücker Zeitung“ (Montag). Es gehe ja nicht nur um die Erzeugung der Produkte. „Eine Verseuchung könnte auch über den Vertriebsweg erfolgen. Auch darüber wissen wir leider noch zu wenig“, so der CSU-Politiker.

Von dem an diesem Mittwoch anberaumten EHEC-Krisengipfel erhofft sich Singhammer zwei konkrete Ergebnisse: Zum einen müsse sich die Runde darauf verständigen, „alle Kapazitäten in Bund und Ländern auf die Erforschung des Bakteriums zu konzentrieren“; zum anderen müssten „Wege gefunden werden, um deutschen Gemüse-Erzeugern wieder einen Absatzmarkt zu eröffnen“. Die SPD-Forderung nach einem zentralen Krisenstab im Gesundheitsministerium hält Singhammer für unbegründet. Sowohl Gesundheitsminister als auch Verbraucherschutzministerin arbeiteten eng mit allen zuständigen Behörden in Bund und Ländern zusammen. „Mehr Koordinierung geht nicht.“

dpa

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