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Bistum Dresden-Meißen feiert Seligsprechung von Alojs Andritzki am Pfingstmontag

Bistum Dresden-Meißen feiert Seligsprechung von Alojs Andritzki am Pfingstmontag

Gut eine Woche nach dem Kirchentag wird Dresden erneut Schauplatz eines kirchlichen Großereignisses. Mit einem Bistumsfest feiert die katholische Kirche die Seligsprechung des sorbischen Kaplans Alojs Andritzki, wie das Bistum mitteilte.

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Quelle: Archiv

Dresden. Der Bischof rechnet mit rund 8000 Gläubigen.

Die von Papst Benedikt XVI. bejahte Seligsprechung des Jugendseelsorgers und Kaplans der Dresdner Hofkirche wird am Pfingstmontag vollzogen und mit einem großen Fest an seiner einstigen Wirkungsstätte gefeiert.Die Anerkennung des aus der Oberlausitz stammenden Andritzki als Märtyrer nach nur zwölfjährigem Prüfverfahren ist eine Premiere in der 1044-jährigen Geschichte des sächsischen Bistums.

„Noch nie wurde einer, der in diesem Land groß wurde, selig- oder heiliggesprochen", sagte Bischof Reinelt. Der bisher einzige, als Schutzpatron verehrte Heilige, Bischof Benno, stammte aus Niedersachsen. Da Andritzki Sorbe war, stärkt die Seligsprechung zugleich die Minderheit.

Andritzki wurde 1914 in Radibor geboren. Er studierte Theologie in Paderborn und empfing 1939 in Bautzen die Priesterweihe. Anschließend wirkte er als Jugendseelsorger, Hofkirchenkaplan und Präses der Dresdner Kapellknaben. Wegen seines offenen Auftretens gegen die Nazi-Ideologie wurde er 1941 von der Gestapo verhaftet, verurteilt und ins KZ Dachau gebracht. Der an Typhus erkrankte Theologe wurde am 3. Februar 1943 mit einer Giftspritze getötet.

Der Impuls für die Seligsprechung kam aus Andritzkis Heimatort Radibor in der Oberlausitz. Sorbische Studenten gaben am Pfingstmontag 1988 den entscheidenden Anstoß als sie für Andritzki beteten. Der Bürgermeister Baberschke in Radibor rechnet fest damit, dass seine Gemeinde mit der Seligsprechung stärker in den Blickpunkt rückt. Ein Andritzki-Pfad soll Besucher an zehn Orte führen, die mit dem Priester in Verbindung stehen. Tafeln wird es unter anderem am Gemeindeamt und am Pfarrhaus geben.

Papst Benedikt XVI. hatte die Seligsprechung Andritzkis Anfang Dezember 2010 besiegelt. „Das Zeremoniell ist überall gleich", sagte Benno Schäffel vom Bischöflichen Ordinariat. Die Eucharistiefeier auf den Stufen vor der Kathedrale werde live im Fernsehen übertragen. Der Präfekt der Kongregation für Selig- und Heiligsprechungsverfahren, Angelo Kardinal Amato, wird das apostolische Schreiben verlesen.

Es wird dann ins Deutsche und Sorbische übersetzt und ein Bildnis des Seligen enthüllt. Zu den Ehrengästen gehören neben 15 Bischöfen und dem apostolischen Nuntius Erzbischof Jean-Claude Périsset Verwandte von Andritzki. Erwartet werden zudem tausende Frauen in sorbischer Tracht. Das Bistumsfest soll auch über die Kultur der Sorben Auskunft geben.

Selige und Heilige werden in der katholischen Kirche als Vorbilder christlichen Lebens verehrt. Die Seligsprechung erlaubt die offizielle Verehrung eines verstorbenen Menschen in einer bestimmten Region. Mit der Seligsprechung stellt der Papst fest, dass ein Gestorbener vorbildlich aus dem Glauben heraus gelebt hat und Jesus Christus „in besonderer Weise nachgefolgt" ist. Den Antrag dazu stellt der örtlich zuständige Bischof. Das gesamte Verfahren dauert oft mehrere Jahrzehnte, ehe der Pontifex letztlich die Entscheidung zur Seligsprechung trifft.

Selig- und Heiligsprechungen sind nicht selten. Allein Johannes Paul II. nahm während seines Pontifikats 1338 Seligsprechungen und 483 Heiligsprechungen vor. Seit 2005 finden Seligsprechungen im Regelfall nicht mehr in Rom, sondern im zuständigen Bistum statt.

dpa/ Julia Grubitzsch

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