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Blutspendedienste vor Trockenzeit: Wegen Flut und Ferien lässt Spenderlaune nach

Blutspendedienste vor Trockenzeit: Wegen Flut und Ferien lässt Spenderlaune nach

Auf den Blutbänken der Stadt herrscht derzeit Flaute. Schuld ist vor allem das Sommerwetter. Schulferien und Urlaubszeit verschlimmern die Situation zusätzlich.

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Die Zahl der Blutspender hat während der Flut nachgelassen. Auch in der Sommerzeit erwarten die Zentren weniger Freiwillige.

Quelle: Bernd Wüstneck

Leipzig. Aber auch das Hochwasser, das große Lücken in die Vorräte gerissen hat, macht den Zentren zu schaffen. Der private Blutspendedienst „Haema“ hat sich davon noch nicht erholt. Ein Drittel weniger Spenden verzeichnete das Unternehmen in den vergangenen Wochen. „Wenn wir mit diesem Minus in den Sommer starten, können wir nur hoffen und immer wieder an die Bereitschaft der Leute appellieren“, so der medizinische Vorstand Knud-Peter Krause.

Der Mediziner ist alarmiert: „Normalerweise versuchen wir gerade im Juni die Depots noch einmal gut zu füllen, bevor der saisonal bedingte Sommerknick bei den Blutspendezahlen einsetzt.“ Das Unternehmen liefert Blutkonserven unter anderem an Arztpraxen und Krankenhäuser, doch die Lage in diesem Jahr sei schwierig: „Das Hochwasser hat uns mächtig zugesetzt. Nicht nur, dass einige Einrichtungen von der Flut betroffen waren, auch die Erreichbarkeit durch gesperrte Straßen führte zu einem verringerten Blutspendeaufkommen.“ Einige der bundesweit 33 festen Zentren seien während der Flut geschlossen worden. Die Einrichtung in Pirna habe komplett unter Wasser gestanden, auch in der Niederlassung in Grimma habe einige Tage lang kein Blut abgenommen werden können.

Kleine Werbeaktionen sollen die Spendenbereitschaft erhöhen

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Die Hochwasserkatastrophe hat in Sachsen und Leipzig zu Engpässen bei den Blutspenden geführt - weil in vielen Gebieten die Spendetermine ausfielen.

Quelle: David Ebener

Auch das Institut für Transfusionsmedizin des Uniklinikums Leipzig musste während des Hochwassers einen Spendenrückgang von 20 bis 30 Prozent verzeichnen. „Es ist jedoch nicht so gewesen, dass Operationen verschoben werden mussten“,  räumt Anja Grießer, die Sprecherin des Instituts, ein. Bis zu 300 sogenannter Blutprodukte produziert die Einrichtung täglich. Dazu zählen unter anderem Vollblut- und Plasmaspenden.

Die sommerlichen Temperaturen könnten laut Anja Grießer viele Menschen vom Aderlass abhalten. „Während der Ferienzeit ist das Wetter nicht unerheblich“, weiß sie. Wenn sich ein Engpass andeutet, setzt sie auf kleine Werbeaktionen. Dann sollen außerdem potenzielle Spender direkt angesprochen werden, um die Blutkonserven aufzustocken, die im Ernstfall etwa eine Woche reichen. Falls es zu einem Mangel an seltenen Blutgruppen kommen sollte – wie zum Beispiel der Blutgruppe 0 rhesus-negativ – würden sich die Blutdienste gegenseitig aushelfen.

DRK rechnet im Sommer mit weniger Spenden

Kerstin Schweiger, Sprecherin des DRK Blutspendedienstes Nord-Ost, geht davon aus, dass die Zahl der Spenden während der Sommerzeit bis zu 15 Prozent sinkt. „Die Versorgungslage in den Ferien wird höchstwahrscheinlich stabil bleiben. Allerdings ist die Spendenbereitschaft nicht absehbar. Die Situation kann auch kippen.“ Doch so schlimm wie in der Zeit vor den vergangenen Osterfeiertagen, als die Zahl der Spender um 20 Prozent schrumpfte, würde es wahrscheinlich nicht werden: „Damals kam alles zusammen: Eis, Schnee, eine Erkältungswelle und die Ferienzeit.“

Felix Forberg

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