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Brand zerstört Teile der Meininger Altstadt - Fachwerkhäuser gehen in Flammen auf

Brand zerstört Teile der Meininger Altstadt - Fachwerkhäuser gehen in Flammen auf

Brandkatastrophe im südthüringischen Meiningen: Bei einem Großfeuer in der Altstadt sind am Dienstag fünf frisch restaurierte und denkmalgeschützte Wohnhäuser in Flammen aufgegangen.

Meiningen. Sieben Bewohner und ein Feuerwehrmann wurden mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht, wie die Polizeidirektion Suhl mitteilte. 18 Menschen verloren ihre Wohnungen. Die 21.000-Einwohner-Stadt ist deutschlandweit vor allem durch ihr Theater und dessen große Geschichte bekannt.

Die Feuerwehren hatten den Brand nach mehr als fünf Stunden unter Kontrolle, die Löscharbeiten dauerten am Nachmittag noch an. Die Höhe des Schadens durch Flammen und Löschwasser steht bislang noch nicht fest. Auch die Brandursache ist vorerst unklar.

Meiningens Bürgermeister Reinhard Kupietz (parteilos) war fassungslos über das Drama, das sich am Morgen ereignete. „So etwas habe ich noch nicht erlebt“, sagte er der Nachrichtenagentur dpa. Das Feuer hat den unter Denkmalschutz stehenden ältesten Stadtteil Meiningens getroffen, die Häuser stammten aus der Zeit vor dem letzten großen Stadtbrand 1874. In den vergangenen Jahren seien sie von ihren Besitzern liebevoll und aufwändig saniert worden. „Die Leute haben einige hunderttausend Euro reingesteckt - und jetzt das. Zum Glück ist niemand schwer verletzt worden.“

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Meiningen. Brandkatastrophe im südthüringischen Meiningen: Bei einem Großfeuer in der Altstadt sind am Dienstag fünf frisch restaurierte und denkmalgeschützte Wohnhäuser in Flammen aufgegangen. Sieben Bewohner und ein Feuerwehrmann wurden mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht, wie die Polizeidirektion Suhl mitteilte. 18 Menschen verloren ihre Wohnungen.

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In aller Herrgottsfrühe, gegen 4.20 Uhr, hatten Anwohner ein brennendes Einfamilienhaus am Töpfemarkt bemerkt. Wenige Minuten später waren die ersten Feuerwehren vor Ort. Mit Drehleitern retteten die Feuerwehrleute sieben Menschen aus den brennenden Häusern, darunter auch Kinder. Die Geretteten wurden ins Krankenhaus gebracht, bis auf zwei konnten bis zum frühen Abend die Klinik wieder verlassen. Insgesamt waren 110 Feuerwehrleute mit 22 Einsatzfahrzeugen, 22 Polizisten und 15 Einsatzkräfte des Katastrophenschutzes vor Ort.

Die Haus-an-Haus-Bebauung habe das Übergreifen der Flammen begünstigt, hieß es von der Polizei. Die Löscharbeiten seien wegen der dichten Bebauung und der eingeschränkten Zufahrtswege kompliziert gewesen, sagte Polizeisprecher Eberhard Wagner. „Die Zufahrt war zu eng für schwere Technik.“ Die Fachwerkkonstruktion unter den modernisierten Dächern habe wie Zunder gebrannt. „Wenn das Feuer an einer Stelle gelöscht war, ging’s woanders wieder los.“

Die Stadtverwaltung war am Nachmittag damit beschäftigt, für die nunmehr obdachlosen Brandopfer Ersatzwohnungen zur Verfügung zu stellen. „Wir haben ein paar möblierte Wohnungen, da können wir die Leute unterbringen“, sagte der Bürgermeister. Die meisten seien jedoch bei Verwandten und Freunden untergekommen und nicht auf das Angebot angewiesen, hieß es. Wann und ob die Betroffenen wieder in ihre Häuser zurückkehren können, ist bislang unklar. Kupietz befürchtet, dass mindestens zwei Häuser kaum wieder aufgebaut werden können.

Die Polizei vermutet, dass der Brand in einer zu einem Haus gehörenden Garage ausgebrochen ist. Ein dort abgestelltes Auto sei vollständig ausgebrannt. Für die Ermittlungen der Kriminalpolizei war der Brandort noch nicht freigegeben. Noch am Dienstagnachmittag waren die Feuerwehren mit dem Bekämpfen von Glutnestern beschäftigt.

Ein ähnlicher Großbrand hatte sich im Februar 2010 in Apolda (Kreis Weimarer Land) ereignet. Damals waren sechs Wohn- und Geschäftshäuser zerstört oder beschädigt worden.

Katrin Zeiß, dpa

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