Volltextsuche über das Angebot:

21 ° / 12 ° Regenschauer

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Buch über NVA-Militärgefängnis erscheint - ein Beleg der Willkür in der DDR

Buch über NVA-Militärgefängnis erscheint - ein Beleg der Willkür in der DDR

Unter dem Titel „...sonst kommst du nach SCHWEDT!" erscheint am 3. Mai ein Buch des Leipzigers Klaus Auerswald im Greifenverlag. Der heute 62-Jährige war im berüchtigten Armeegefängnis inhaftiert.

Voriger Artikel
Hintergrund: Zahlen zu Sachsens Finanzen
Nächster Artikel
Toter in Wohnsiedlung in Limbach-Oberfrohna - Verbrechen möglich

Auf Basis der Dokumente seiner Haftzeit verfasste Klaus Auerswald sein Buch "...sonst kommst du nach SCHWEDT!"

Quelle: Andreas Döring

Leipzig. Wegen angeblicher „mehrfacher staatsfeindlicher Hetze" wurde der ehemalige Soldat 1968 zu einem Jahr und acht Monaten Freiheitsstrafe verurteilt. Er hatte sich kritisch mit dem Einmarsch der sowjetischen Truppen in die damaligen CSSR auseinandergesetzt.

In dem Buch „...sonst kommst du nach SCHWEDT!" skizziert der gebürtige Dresdner Klaus Auerswald seine Erlebnisse, die er als inhaftierter Militärangehöriger sammeln musste. Seinem Bericht liegen die einschlägigen Akten zugrunde, die Auerswald nach der politischen Wende einsehen durfte. Herausgekommen ist ein dokumentarisches Zeugnis, das einen tiefen und zugleich erschütternden Einblick in die DDR-Militärstrafpraxis gewährt.„Durch die Abschaffung des Unrechtssystems DDR mit samt der Stasi kam ich in den freudigen und zuckersüßen Genuss der Rehabilitierung und zum ersten Mal konnte ich nun auch meine Anklageschrift und mein Urteil außerhalb der Gefängnismauern in den Händen halten und damit das Unrecht und die Willkür in der DDR belegen", schreibt Auerswald am Ende seines Buches. „Dies bereitete mir eine große Genugtuung. Mit Freuden zeigte ich nun den SED-Bekannten in meiner Umgebung die bundesdeutsche Gerichtsverfügung, die bestätigte, dass ich, auch im Sinne des DDR-Rechtes, zu Unrecht verurteilt worden war."

php1624a816ff201004221635.jpg

Unter dem Titel „...sonst kommst du nach SCHWEDT!" erscheint am 3. Mai das Buch des Leipziger Autors Klaus Auerswald. Der heute 62-Jährige war im berüchtigten NVA-Armeegefängnis inhaftiert. Wegen angeblicher „mehrfacher staatsfeindlicher Hetze" wurde der ehemalige Soldat 1968 zu einem Jahr und acht Monaten Freiheitsstrafe verurteilt.

Zur Bildergalerie

Das Militärgefängnis Schwedt war das einzige seiner Art in der Deutschen Demokratischen Republik und befand sich in der nordostbrandenburgischen Stadt Schwedt an der Oder. 1968 richtete die NVA in den Baracken der abgezogenen Erbauer der nahen Erdölraffinerie das Militärgefängnis ein. Es wurde zur Inhaftierung von Angehörigen der Nationalen Volksarmee genutzt. Die Einrichtung stand zunächst unter der Verwaltung des Ministeriums des Inneren. Von 1982 an, wurde Schwedt vom Ministerium für Nationale Verteidigung verwaltet.Historiker Rüdiger Wenzke vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt in Potsdam forscht seit anderthalb Jahrzehnten zum Thema. Das Militär habe den Mythos, der sich um das Militärgefängnis entwickelte, gezielt genutzt um Angst und Schrecken zu verbreiten. Der Armeeknast sei von vielen Vorgesetzten gezielt instrumentalisiert worden, "um jegliches abweichende Denken und Handeln in der Truppe zu unterdrücken", so der Forscher in der LVZ (Freitagsausgabe). "Die Abschreckung richtete sich dabei nicht nur gegen Kriminelle, Renitente und Disziplinverletzer, sondern vor allem auch gegen Oppositionelle, Kritiker und politisch Andersdenkende."

Am 26. April 1990 wurde der letzte Militärstrafgefangene entlassen. 31. Mai 1990 wurde die Einrichtung geschlossen.

Armin Görtz, Johannes Angermann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus News
  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • Leipzig-Album
    Leipzig-Album

    Welche Ereignisse sind den Bürgern der Messestadt besonders in Erinnerung geblieben, welche Orte oder Gebäude sind verschwunden oder haben sich gew... mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Digital Abo

    "LVZ Digital Abo" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kön... mehr

  • Farbspiele
    Die Sparkasse Leipzig sucht für Ihren Kalender 2018 farbenfrohe Fotos

    Beim Fotowettbewerb der Sparkasse Leipzig kann nun über die zwölf Kalendermotive abgestimmt werden. Das Voting endet am 31. August 2017. mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

  • Gutes von hier

    Das regionale Schaufenster mit Produkten und Dienstleistungen aus dem Leipziger Raum - von traditionell bis innovativ. Gutes von hier eben! mehr

  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr