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Bummel-Baustellen: Verkehrsminister sammelt Beschwerden – wenig Resonanz aus Sachsen

Bummel-Baustellen: Verkehrsminister sammelt Beschwerden – wenig Resonanz aus Sachsen

Im Berliner Bundesverkehrsministerium stapeln sich die Beschwerden über etwaige Bummel-Baustellen im ganzen Land – allerdings kaum aus Sachsen. Nach dem Start des sogenannten Baustellenmelders vor einer Woche waren bis Dienstag bereits 210 Hinweise von Autofahrern eingegangen, die fehlende Aktivitäten auf Autobahn- oder Bundesstraßen-Baustellen monierten.

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Immer eine Baustelle wert: Die Autobahn 14 bei Leipzig. (Archivfoto)

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. „Das System wird gut angenommen“, erklärte Ministeriumssprecher Ingo Strater gegenüber LVZ-Online.

Spitzenreiter unter den Bundesländern in dieser Statistik ist Nordrhein-Westfalen mit bisher 75 Meldungen. Danach folgen Rheinland-Pfalz mit 26 Beschwerden sowie Bayern und Baden-Württemberg mit jeweils 20. Aus Sachsen wurden fünf Beschwerden registriert, aus Thüringen sechs und aus Sachsen-Anhalt vier. Aus Mecklenburg-Vorpommern, Bremen und Hamburg kam dagegen bisher jeweils nur eine Beschwerde über fehlende Aktivitäten auf Baustellen.

Beschwerden über sogenannte „schlafende Baustellen“ können seit 5. Oktober über ein Online-Formular oder telefonisch an das Bundesverkehrsministerium geschickt werden. „Überall wo es Häufungen gibt, schauen wir, woran es liegt und was da los ist“, erklärte der Sprecher. Dafür sollen die Straßenbauverwaltungen der jeweiligen Bundesländer kontaktiert werden. „Die Länder müssen es dann umsetzen“, so Strater. Doch die warten bislang noch auf entsprechende Hinweise.

Im sächsischen Verkehrsministerium, das für die Autobahnbaustellen zuständig ist, zuckt man bei diesem Thema momentan allerdings noch die Schultern. „Bislang ist bei uns noch nichts eingegangen“, sagte Martina Pirk, Sprecherin des Verkehrsministeriums. Im sächsischen Autobahnamt sei das System bisher völlig unbekannt gewesen. Man wolle sich in den nächsten Tagen aber damit auseinandersetzen, hieß es.

Ihr Kollege beim Bundesministerium erklärte, dass die Hinweise zu Bummel-Baustellen derzeit noch gesammelt, geordnet und ausgewertet würden. Wie schnell die Umsetzung erfolge, hänge vom jeweiligen Einzelfall ab. „Wir werden erst tätig, wenn sich die Hinweise auf eine bestimmte Baustelle verdichten.“ Es sei aber unwahrscheinlich, dass sich aufgrund des Hinweises wenige Stunden oder Tagen danach auf der Baustelle wieder etwas tue. „Ganz so schnell geht es nicht. Wir haben in Deutschland immerhin mehr als 800 Autobahnbaustellen pro Jahr“, bittet der Sprecher um Geduld.

 

Der sächsische ADAC begrüßt das Projekt prinzipiell. „Autobahnbaustellen nerven nicht nur die Autofahrer, sie sind auch Unfallschwerpunkte“, sagt Markus Löffler, Verkehrsexperte beim Automobilclub in Dresden. Bei entsprechenden Hinweisen müsse aber auch etwas passieren, so Löffler. „Pendler, die regelmäßig an einer Baustelle vorbeifahren, registrieren sehr genau, was dort täglich gemacht wird und ob es zum Stillstand kommt. Nur wenn man merkt, dass sich durch die Meldung etwas ändert, könnte das System funktionieren.“

Davon ist der Baustellenmelder derzeit aber noch weit entfernt. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) will damit die – auch an Wochenenden – vorgeschriebene lückenlose Tagesarbeit an Baustellen durchsetzen. Sein Sprecher Ingo Strater betonte, dass mit dem Online-Melde-System „niemand an den Pranger gestellt werden soll“. Es gehe lediglich darum, die Umsetzung der bestehenden Regeln zu überprüfen. Ziel sei es, das Baustellenmanagement zu verbessern, damit die Bauarbeiten um bis zu 30 Prozent schneller beendet werden können.

Der Baustellenmelder findet sich online auf der Seite des Bundesverkehrsministeriums  unter www.bmvbs.de/baustellenmelder . Hinweise auf augenscheinlich ruhende Baustellen werden auch am Bürgertelefon unter (030) 183003060 entgegengenommen.

Robert Nößler / mpu

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