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Bundeswehr-Flug aus Leipzig mit Militärgütern unter großem Medieninteresse im Irak gelandet

Bundeswehr-Flug aus Leipzig mit Militärgütern unter großem Medieninteresse im Irak gelandet

Der Flug von Leipzig dauerte etwa fünf Stunden: Die Frachtmaschine mit defensiven Militärgütern aus Deutschland für die Kurden ist am Freitagmorgen im irakischen Erbil gelandet.

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Lichtschweif am Abendhimmel: Der Flug mit Militärgütern für die Kurden im Nordirak startet am Freitagmorgen um Punkt Mitternacht in Leipzig.

Quelle: dpa

Leipzig/Erbil. Das teilte ein Sprecher der Bundeswehr auf Anfrage mit. Für die Entladung der Maschine mit rund 80 Tonnen Fracht waren etwa zwei Stunden geplant. Wegen der politischen Befindlichkeiten hatte die Antonow 124, die um Mitternacht in Leipzig gestartet war, am Morgen gegen 5 Uhr in Bagdad zwischenlanden müssen.

Gegen 8 Uhr deutscher Zeit erreichte die Maschine ihr Ziel Erbil im Nordirak. Teile der Fracht, darunter Schutzwesten, Helme und Minensuchgeräte, sollten noch im Laufe des Tages den kurdischen Streitkräften (Peschmerga) übergeben werden. Wie Oberstleutnant Christoph von Löwenstern, Sprecher der Bundeswehr in Sachsen, gegenüber LVZ-Online sagte, nehme der deutsche Generalkonsul vor Ort die Ladung in Empfang. Zusammen mit sechs Bundeswehrsoldaten soll er die Verteilung koordinieren.

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Leipzig. Am Mittwoch startet vom Flughafen Leipzig-Halle eine erste Maschine mit Waffen in den Nordirak. Damit soll die kurdische Regionalregierung im Kampf gegen die Terrorgruppe Islamischer Staat unterstützt werden. Wie die Bundeswehr mitteilte, sollen zunächst Panzerfäuste, Maschinengewehre, Gewehre und Munition geliefert werden.

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TV-Teams berichten bundesweit – keine Proteste am Flughafen

Die Vorbereitung der Militärmaschine am Flughafen Leipzig/Halle war am Donnerstagabend von einem enormen Medieninteresse begleitet worden. TV-Sender aus ganz Deutschland berichteten von der Beladung der Antonow 124 mit 22 Paletten mit rund 9500 nicht tödlichen Ausrüstungsgegenständen. Auch ein kurdisches Fernsehteam des Rudaw Media Network aus dem Rheinland sei vor Ort gewesen, so von Löwenstern.

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Militärgüter werden auf dem Flughafen Leipzig/Halle in Schkeuditz in ein Flugzeug vom Typ Antonov 124 verladen.

Quelle: Jan Woitas

Gegen 19.15 Uhr klappte die Nase der Antonow hoch, eine Laderampe wurde ausgefahren und kleine und große Gabelstapler fuhren die Paletten direkt in den Frachtraum. Gegen Mitternacht startete die Maschine wie geplant. „Das Beladen ging zügig vonstatten. Der Frachtraum war gut gefüllt“, erklärte von Löwenstern.

Wie Flughafensprecher Uwe Schuhart sagte, sei der Start problemlos abgelaufen. Es habe keinerlei Proteste oder Ähnliches gegeben. Schuhart verwies darauf, dass am mitteldeutschen Airport bereits seit 2006 regelmäßig Militärtransporte abgewickelt würden und ein solcher Flug inzwischen Routine sei. „Wir haben hier ja auch schon Feldhaubitzen und Kampfhubschrauber verladen“, so der Sprecher.

Die Zwischenlandung in Bagdad am Morgen verlief ebenfalls ohne Probleme. Am Flughafen wurde eine Inspektion der Fracht vorgenommen. Was auf den ersten Blick aussah wie eine Geste des Misstrauens, war nach Einschätzung von Beobachtern vor allem ein Versuch der arabischen Politiker in Bagdad, eine eigenständige Außenpolitik der Kurden zu verhindern. Die Bundeswehr hatte in Abstimmung mit dem Auswärtigen Amt im August bereits mit humanitären Hilfsflügen zur Versorgung von Vertriebenen im Nordirak begonnen. Bei diesen Flügen war der Umweg über Bagdad nicht notwendig gewesen.

Erste Waffenlieferung frühestens Ende September

Mit dem Militärflug startete der deutsche Einsatz zur Unterstützung der irakischen Kurden mit defensiven Militärgütern. Die Ausrüstungen – darunter 4000 neue Schutzwesten im Wert von rund drei Millionen Euro – waren  aus einem Bundeswehrlager in Waren an der Müritz nach Leipzig gebracht worden. Die erste Maschine mit deutscher Militärausrüstung für den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bringt neben den Schutzwesten auch Gefechtshelme nach Erbil. Mitgeliefert werden zudem Geräte zur Minensuche und zur Munitionsbeseitigung sowie Werkzeug. Transportiert werden sie von der russischen Frachtfluggesellschaft Volga-Dnepr. Die Paletten waren für die Verladung am Leipziger Airport mit schwarzer oder durchsichtiger Folie umwickelt, sie verbargen den Blick auf die verstauten Gegenstände. Man sah aber Zettel mit dem Vermerk „IRAK Hilfslieferung“.

Der Termin für die erste Entsendung deutscher Waffen in den Irak steht indes noch nicht fest. „Der Flug wird nach aktuellem Stand nicht vor Ende September stattfinden“, sagte Bundeswehr-Sprecher von Löwenstern. Das genaue Datum werde wahrscheinlich erst einige Tage vorher bekanntgegeben. Zuvor müssten noch Details wie Überfluggenehmigungen oder Versicherungsfragen geklärt werden.

Robert Nößler / dpa

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