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Bundesweite Razzia gegen Schleuserbande: Auch Wohnung in Delitzsch durchsucht

Bundesweite Razzia gegen Schleuserbande: Auch Wohnung in Delitzsch durchsucht

In Berlin, Brandenburg und Delitzsch sind Beamte der Bundespolizei und der Landeskriminalämter am frühen Mittwochmorgen mit Razzien gegen eine vietnamesische Schleuserbande vorgegangen.

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In Berlin, Brandenburg und Delitzsch sind Beamte der Bundespolizei und der Landeskriminalämter am frühen Mittwochmorgen mit Razzien gegen eine vietnamesische Schleuserbande vorgegangen.

Quelle: Armin Kühne

Delitzsch/Berlin. Rund 250 Beamte der Bundespolizei und der Berliner Polizei durchsuchten in den Morgenstunden in Delitzsch, in Berlin, Velten, Fürstenwalde, Prenzlau, Glienicke insgesamt 18 Objekte. Auch drei Beamte der europäischen Polizeiorganisation Europol unterstützten die Maßnahmen vor Ort. Durch die Razzia gingen den Ermittlern die drei mutmaßlich führenden Köpfe der Bande ins Netz. Gegen das Trio waren bereits Haftbefehle erwirkt worden. Zudem beschlagnahmten die Fahnder mehrere Computer, Unterlagen und mehr als 55 000 Euro Bargeld. Auch Drogen und Waffen wurden sichergestellt, wie aus einer Bilanz von Staatsanwaltschaft und Polizei hervorgeht. Sachsen sei für die Beamten dabei nur ein Nebenschauplatz, teilte das Landeskriminalamt in Berlin am Mittwochnachmittag mit. In Delitzsch wohne eine Person, die in Verdacht stehe, mit der Bande zusammen zu arbeiten, sagte ein Sprecher gegenüber LVZ-Online. Bei der Hausdurchsuchung hatten die Ermittler es vor allem auf Dokumente abgesehen, die diesen Verdacht erhärten könnten. Ingesamt seien 22 Personen beschuldigt mit der Schleuserbande in Verbindung zu stehen und rund 40 Vietnamesen eingeschleust zu haben, so das LKA Berlin.

Die Ermittlungen gegen die Schleuserbande laufen seit vergangenem Sommer. Die Beschuldigten sollen nach bisherigen Erkenntnissen die rund 40 Vietnamesen aus ihrer Heimat via Russland und Tschechien illegal über die Grenze nach Deutschland gebracht haben. Von hier ging es für die Illegalen weiter nach Frankreich oder Großbritannien. Pro Kopf kassierten die Schleuser bis zu 10 000 Euro, wie ein Polizeisprecher erläuterte. Dafür hätten die Kunden eine Garantie erhalten, am gewünschten Ziel anzukommen. Das heißt: Es werden so viele Anläufe genommen, bis es klappt. Familien würden dafür in ihrer Heimat oftmals Haus und Hof verkaufen und sich verschulden.

Nach Polizeiangaben führt der Weg die „Kunden“ von Vietnam mit dem Flugzeug nach Moskau oder Tschechien, von dort mit dem Auto nach Berlin. Hier werden sie in angemieteten Unterkünften untergebracht, bevor es nach Westeuropa weitergeht. Im Einzelfall hätten Eingeschleuste in der Hauptstadt erst einmal Schmuggel-Zigaretten verkaufen müssen, um ihren Weitertransport zu finanzieren. Großbritannien gelte vielen Vietnamesen als ein Traumland, da dort viele Asiaten leben. Zudem könne dort leicht Geld im Anbau von Cannabis verdient werden, erzählten Zeugen den Behörden.

Um die Bekämpfung der Schleusungskriminalität in der Hauptstadt kümmert sich seit dem Jahr 2000 eine gemeinsame Ermittlungsgruppe der Bundespolizei und der Berliner Polizei. Ihr Sitz ist beim Landeskriminalamt.

jap / dpa

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