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Bunter Protest: Freie Schulen fürchten um Zuschüsse - Öffentliche Anhörung im Landtag

Bunter Protest: Freie Schulen fürchten um Zuschüsse - Öffentliche Anhörung im Landtag

In Leipzig regt sich Protest: Lehrer, Eltern und Schüler mobilisieren gegen die Pläne der sächsischen Landesregierung, Gelder in Höhe von sachsenweit rund zehn Millionen Euro zu kürzen.

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Vertreter freier Schulen demonstrierten bereits in der vergangenen Woche vor dem sächsischen Landtag.

Quelle: dpa

Leipzig/Dresden. Außerdem soll die Erstattung des Schulgeldes für finanziell schwächere Familien wegfallen. Diese können bislang jährlich 720 Euro beantragen, wenn ihr Kind eine freie Schule besucht.

Zu den geplanten Kürzungen steht im sächsischen Landtag in Dresden am Dienstag eine öffentliche Anhörung von Sachverständigen auf der Tagesordnung. Zu ihr werden auch Vertreter freier Schulen aus Leipzig anreisen.

Betroffen sind in Leipzig sechs Gymnasien in freier Trägerschaft, sieben Mittelschulen und elf Grundschulen. Für sie alle heißt die geplante Kürzung um elf Prozent weniger Geld für Lehrer, Gebäude und Materialien. Dabei steigt der Bedarf an Plätzen an freien Schulen in Sachsen, klagt die evangelische Landeskirche. Mit ihrer Kampagne „Damit’s bunt bleibt. Ja zu freien Schulen“ geht die Schulstiftung der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsen nun in die Offensive.

Martin Herold, Vorstand der Stiftung, hofft deshalb am Dienstag auf „eine rege Teilnahme an der öffentlichen Anhörung“. Denn mit den Plänen der Regierung werde die Wahlfreiheit sächsischer Eltern bei der passenden Schulbildung ihrer Kinder weiter beschränkt. Schließlich müsste in der Folge der Gesetzesänderung das Schulgeld, auf das die freien Träger neben der Unterstützung des jeweiligen Bundeslandes bereits angewiesen sind, deutlich angehoben werden.

Im Evangelischen Schulzentrum Leipzig in der Schletterstraße würde die Streichung von Zuschüssen konkret bedeuten, dass pro Kind und Monat etwa 45 Euro mehr von den Eltern zu zahlen wären, also statt 82 dann rund 130 Euro. „Eine drastische Erhöhung, mit der wir die Kürzung der Zuschüsse von 515.000 Euro bei uns auszugleichen versuchen müssten“, erklärt Sebastian Heider, stellvertretender Schulleiter. Außerdem seien es an der Schule zusätzlich 85.000 Euro, die durch den Wegfall der Schulgelderstattung eingebüßt würden.

Zwölf Prozent der Schüler kommen am Schulzentrum aus Familien auf Hartz-IV-Niveau. „Wir könnten sicher unser Klientel aus wohlhabenderen Familien aufstocken, das ist aber nicht, was wir wollen“, sagt Heider. „Wir möchten ein realistisches Abbild der Gesellschaft.“ Um das zu erhalten, werde am Dienstag eine Delegation von Lehrern, Eltern und Schülern nach Dresden reisen.

„Weil sie im Landtag zu Neutralität verpflichtet sind, werden sie ausschließlich mit bunten T-Shirts stummen Protest demonstrieren“, erklärt Elternratsvorsitzende Grit Kleindienst. Bunt, um sinnbildlich auf die Vielfalt von Bildungsmöglichkeiten hinzuweisen. „Viele der Politiker haben von ihrer eigenen Schulzeit abgesehen, keine Schule von innen gesehen. Sie glauben fälschlicherweise, freie Träger betreiben Elite-Einrichtungen.“ Dabei laufe der elitäre Gedanke dem Konzept der Schule völlig entgegen. „Es ist die unsoziale Komponente, die die Eltern am meisten aufregt.“

Deshalb beteiligt sich das Schulzentrum unter anderem auch an schriftlichen Protesten, um mit Vorurteilen aufzuräumen und um die Kürzungen abzuwenden. An solchen Brief-Aktionen an Politiker wollen auch Vertreter der Freien Schule Leipzig in der Alten Salzstraße teilnehmen, meint Geschäftsführerin Uta Kursawe. „Denn die Mandatsträger sind es ja, die letztlich die Entscheidung treffen.“

Für die Grund- und Mittelschule würde die Gesetzesänderung 50.000 Euro weniger Zuschüsse bedeuten und darüber hinaus 35.000 Euro weniger durch die fehlende Schulgelderstattung. „Das heißt, wir müssten 2,7 Stellen streichen. Darunter würde die Qualität der Ausbildung natürlich leiden.“

Über die Einschnitte soll im sächsischen Landtag abschließend am 14. und 15. Dezember abgestimmt werden.

Mehr Informationen im Internet: www.ja-zu-freien-schulen.de

Insa van den Berg

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