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Burg Falkenstein: Adlige Nachkommen bestaunen Familienschätze

Burg Falkenstein: Adlige Nachkommen bestaunen Familienschätze

Louis Graf von der Asseburg und seine Schwester Florence waren zu Gast auf der Burg Falkenstein. Dort wurden erst vor kurzem unbekannte Kostbarkeiten bei Sanierungsarbeiten entdeckt.

Louis Graf von der Asseburg (mit Silberkelch) und seine Schwester Florence betrachten die wiederentdeckten Kunstschätze ihrer Vorfahren.

Quelle: Lutz Schmidt

Falkenstein. Louis Graf von der Asseburg, dessen Zwillingsschwester Florence und beider Mutter Selena Gräfin von der Asseburg mögen den Termin auf der Burg Falkenstein (Landkreis Mansfeld-Südharz) als eine Zeitreise empfunden haben. „Das ist schon bewegend, wenn man Gegenstände sieht, die meine Vorfahren offenbar sehr geschätzt haben“, sagte der 14-jährige Chef des im westfälischen Brakel (Kreis Höxter) ansässigen Familienclans beim Betrachten der wiederentdeckten Kunstgegenstände.

Bei den 25 Stücken, die vom Museum Burg Falkenstein beziehungsweise der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt präsentiert wurden, handelt es sich um Dinge, die kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs in der Burg versteckt worden waren und nun wieder „aufgetaucht“ sind. Uwe Krüger von den Werkstätten für Denkmalpflege Quedlinburg hatte sie bei Sanierungsarbeiten entdeckt: „Die Fundorte befanden sich im Mittelgeschoss des alten Küchenhauses, unmittelbar unter dem museal einge­richteten Ritter- und Speisesaal sowie neben einem Eingang zur früheren Wohnung des Burgkastellans“, so Krüger.

Drei Kartons hatte der Quedlinburger Zimmermann in Hohlräumen der Decke zwischen dem Gemäldedepot und dem Rittersaal entdeckt, darin in Zeitungspapier verpackt hauptsächlich Meißner Porzellan aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Zum Vorschein kam aber auch ein vergoldeter Prunkkelch aus Silber, den Graf Friedrich von der Asseburg-Falkenstein (1861–1940) und seine Frau Margarete (1867–1945) von ihren Kindern im Mai 1912 zur Silberhochzeit als Geschenk erhielten. Außerdem konnten 18 Apotheker- sowie Arzneigefäße aus der Asseburger Familienapotheke geborgen werden, die teilweise noch verkorkt und versiegelt sind, berichtete Museumsdirektor Joachim Schymalla.

Flucht in die britische Besatzungszone

Vermutlich hat der 1982 verstorbene Burgkastellan Gustav Henne die Stücke nach dem Zweiten Weltkrieg in diesem Bereich versteckt, unmittelbar bevor die Bodenreform wirksam wurde und der letzte Besitzer der Burg vor den Sowjets in die britische Besatzungszone floh. „Der Kastellan, der in seiner Heimat blieb, behielt das Geheimnis für sich, auch als 1981 die Stasi auf dem Falkenstein vergeblich nach dem Bernsteinzimmer suchte“, ergänzte Konrad Breitenborn von der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt. Der Historiker war Augenzeuge, als am 20. März 1992 in einer spektakulären Aktion Hunderte Haushalts- und Kunstgegenstände geborgen wurden, die die gräfliche Familie im Frühjahr 1945 vor den anrückenden Truppen der Alliierten versteckt hatte. Die Kostbarkeiten lagen im Verborgenen, direkt unter der „Spinnstube“, die jeder Besucher der Burg passieren konnte.

Schymalla schloss nicht aus, die fast 900 Jahre alte Burg, auf der Eike von Repgow (1180–1235) Anfang des 13. Jahrhunderts den berühmten „Sachsenspiegel“ schrieb, noch weitere Überraschungen bereit hält. Die jetzt entdeckten Gegenstände sollen jedenfalls – ebenso wie die meisten Funde aus dem Jahr 1992 – als Leihgaben auf der Burg Falkenstein bleiben. „Es ist doch schön, wenn wir sie an ihrem angestammten Platz zeigen und die Besucher sich daran erfreuen können“, sagte Selena Gräfin von der Asseburg.

Bernd Lähne

Burg Falkenstein 51.681779 11.265109
Burg Falkenstein
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