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Christvesper vor der Frauenkirche: Tillich findet keine klaren Worte

Mehr Mitmenschlichkeit Christvesper vor der Frauenkirche: Tillich findet keine klaren Worte

Sachsen ist in diesem Jahr durch ausländerfeindliche Übergriffe in Verruf geraten. Zum Weihnachtsfest redet der Ministerpräsident seinen Landsleuten ins Gewissen. Als er auf fremdenfeindliche Umtriebe zu sprechen kam, blieb Tillich weiterhin schwammig.

Die Christvesper vor der Dresdner Frauenkirche ist der größte regelmäßig stattfindende Gottesdienst in Deutschland. Erstmals wurde 1993 vor dem freigelegten Altar der Frauenkirchenruine gefeiert.

Quelle: dpa

Dresden. Sachsens Regierungschef Stanislaw Tillich (CDU) hat zu Weihnachten Rassismus, Hass und Gewalt angeprangert. „All dies ist nicht vereinbar mit den christlichen Werten, die in letzter Zeit so häufig und für alles Mögliche in Anspruch genommen werden“, sagte er am Mittwoch zur alljährlichen Weihnachtlichen Vesper an der Frauenkirche in Dresden. „Wer seinen Sorgen Ausdruck verleihen will, sollte dabei keine Grenzen überschreiten - weder die Grenzen unserer Grundwerte und unseres Rechtsstaates, noch die Grenzen des Anstandes und der Achtung vor dem Nächsten“, sagte der Ministerpräsident, ohne die islam- und fremdenfeindliche Pegida-Bewegung ausdrücklich zu erwähnen.

Tillich mahnte zur Mitmenschlichkeit. „Lassen wir uns in diesen Tagen von der weihnachtlichen Freude anstecken, teilen wir sie mit anderen und schöpfen wir daraus Kraft und Zuversicht“, sagt er zur Vesper, die als bundesweit größter regelmäßiger Gottesdienst unter freiem Himmel gilt. Rund zehntausend Menschen hatten sich auf dem Neumarkt zur 23. Christvesper versammelt. Die Veranstaltung fand erstmals 1993 vor dem kurz zuvor aus den Trümmern freigelegten Altar der Frauenkirche statt. Das Weihnachtsfest sei eine Quelle der Mitmenschlichkeit, so Tillich: „Weihnachten kann das Dunkel hell machen, aus Unruhe Ruhe und aus Sorge Hoffnung werden lassen.“ Weihnachten könne aus Verunsicherung Vertrauen wachsen lassen.

Der Ministerpräsident rief dazu auf, den Mut nicht zu verlieren. Angesichts schlimmer Nachrichten und Gräueltaten in vielen Teilen der Welt sollte man gute Entwicklungen nicht übersehen. „Lassen wir uns nicht hineinziehen in ein Gefühl der Ohnmacht. Lassen wir nicht zu, dass Frust sich festsetzt.“ Zugleich dankte er allen Bürgern, die sich ehrenamtlich für Flüchtlinge engagieren. „Das ist es, was unsere Gesellschaft braucht. Und diese Hilfsbereitschaft macht mir Hoffnung, denn sie lebt vom Willen zur Begegnung.“

Der evangelische Landesbischof Carsten Rentzing ging gleichfalls auf die Stimmung in Sachsen und in Deutschland ein. „Auch über unser Land hat sich eine Unruhe gelegt“, sagte er. Streit habe sich ausgebreitet über die gesellschaftlichen Herausforderungen. Die Sprache werde härter, die Herzen zorniger. Unversöhnlich stehe man sich gegenüber: „Und es gibt sogar solche, die gewalttätig werden. Gewalttätig gegen die, die anderer Meinung sind. Gewalttätig gegen die Fremden.“ Weihnachten biete die Chance, Frieden in den Herzen und in der Gesellschaft zu stiften.

lvz

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