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Chronologie: Das Jahrhunderthochwasser vom August 2002 in Sachsen

Chronologie: Das Jahrhunderthochwasser vom August 2002 in Sachsen

Mitte August 2002 brach über Sachsen eine Jahrhundertflut herein. Monsunartige Regenfälle in Tschechien und im Freistaat lösten eine Katastrophe bislang ungekannten Ausmaßes aus.

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Das Hochwasser im Jahr 2002 flutete auch den Zwinger.

Quelle: dpa

Dresden. Die sächsischen Flüsse stiegen binnen weniger Stunden dramatisch an und hinterließen unermessliche Verwüstungen. 21 Menschen starben, die Schäden gingen in die Milliarden. Nachfolgend ein Ablauf der Ereignisse:

Montag, 12. August:

Tief „Ilse“ bringt starken Dauerregen über Sachsen, die Pegelstände der Flüsse steigen bedrohlich an, Krisenstäbe treten zusammen. Erste Katastrophenalarme im Erzgebirge. Orte werden überspült, Talsperren sind zum Bersten voll und laufen über. Bei Glashütte bricht ein Rückhaltebecken, die Wassermassen der Müglitz ergießen sich über Ortschaften im Tal. In Weesenstein werden mehrere Häuser weggespült. Eine Familie harrt auf einem Mauerrest stundenlang in den Fluten aus - das Bild geht später um die Welt. Am Abend löst Dresden Katastrophenalarm aus. In Zwickau schwillt die Mulde an.

Dienstag, 13. August:

Die Lage spitzt sich zu. In der Landeshauptstadt stehen Stadtteile unter Wasser des Flusses Weißeritz, auch das historische Zentrum mit Zwinger und Semperoper ist betroffen. Strom und Gas werden abgeschaltet, Wasser- und Telefonleitungen sind häufig unterbrochen. Stark betroffen sind auch Grimma und Döbeln, wo die Mulde ganze Straßen aufreißt und Häuser zerstört. Die Elbe steigt schneller als befürchtet.

Mittwoch, 14. August:

Die Situation im Erzgebirge entspannt sich. Dagegen verschärft sich die Lage an der Mulde rund um Eilenburg. Die Elbe steigt unaufhörlich, am Morgen werden in Dresden 6,92 Meter gemessen, normal sind 2 Meter. In einer Rettungsaktion können die Staatlichen Kunstsammlungen tausende Kunstwerke aus den Depots bergen.

Donnerstag, 15. August:

In der Nacht werden Intensivpatienten aus Dresdner Krankenhäusern in Sicherheit gebracht. Die Bundeswehr fliegt sie auch mit Transall-Maschinen aus. Die Orte im Weißeritzkreis sind teilweise wieder über Notpisten erreichbar. Der Wasserstand der Mulde sinkt, der der Elbe steigt. In Pirna werden 10 Meter Wasserstand registriert, in Dresden am Abend 8,61 Meter. Stadtteile wie Laubegast und Kleinzschachwitz, aber auch Ortschaften in der Sächsischen Schweiz versinken in den Fluten.

Freitag, 16. August:

Am Morgen erreicht die Elbe in Dresden ihren historischen Höchststand aus dem Jahr 1845: 8,77 Meter. Am Abend werden 9,24 Meter registriert. Bei Riesa reißt die Elbe eine Bahnbrücke weg und beschädigt einen Bahndamm. Damit ist die direkte Bahnverbindung zwischen Dresden und Leipzig bis zum 30. Oktober unterbrochen. Bis zu diesem Zeitpunkt mussten bereits 33 000 Menschen in Sicherheit gebracht werden.

Samstag, 17. August:

Am Morgen erreicht die Elbe in Dresden ihren Scheitelpunkt von 9,40 Metern. Von da ab sinkt das Wasser wieder. In den folgenden Tagen sind bei sinkenden Wasserständen Aufräumarbeiten in vollem Gange. Die Staatsregierung bringt ein Wiederaufbauprogramm für kleine und mittelständische Unternehmen sowie Handwerker auf den Weg. In Dresden werden evakuierte Stadtgebiete wieder freigegeben. Derweil reißt die Welle der Hilfsbereitschaft aus ganz Deutschland nicht ab. Das Leben in Sachsen normalisiert sich langsam.

dpa

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