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Crystalabhängige verdrängen in Sachsen Alkoholkranke aus den Beratungsstellen

Crystalabhängige verdrängen in Sachsen Alkoholkranke aus den Beratungsstellen

Drogenberatungsstellen in Sachsen müssen immer mehr Zeit für die Beratung von Crystal-Abhängigen aufwenden. 2014 wurden rund 4800 Crystal-Suchtkranke behandelt, sagte Olaf Rilke, Leiter der Sächsischen Landesstelle gegen Suchtgefahren.

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Aus Chlorephedrin kann man Crystal Meth herstellen.

Quelle: Arno Burgi / Illustration

Dresden. Das entspreche einer Steigung um 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die notwendige komplexe Beratung bei den Konsumenten habe zur Folge, dass vor allem Alkoholkranke aus den Beratungsstellen verdrängt werden. „Wartezeiten verlängern sich, persönliche Ansprachen der Berater in Krankenhäusern fallen weg.“ 

Dabei seien nach wie vor etwa 60 Prozent der rund 27.000 Menschen, die im Vorjahr wegen ihrer Sucht behandelt wurden, alkoholabhängig. Bereits 2013 konnten knapp 1300 Alkoholkranke weniger beraten und behandelt werden als im Jahr zuvor, heißt es im aktuellen Wohlfahrtsbericht. „Wenn diese zusätzliche Belastung auf uns zukommt, dann brauchen wir auch die Ressourcen“, sagte Rilke. Zusätzlich eine Million Euro sieht nun der Doppelhaushalt für den Bereich Sucht pro Jahr vor - insgesamt sind es dann 5,1 Millionen Euro. Damit können zu den bereits 177 Facharbeitern weitere 25 eingestellt werden, sagte Rilke.

Crystal-Abhängige benötigten vielfältige und zeitlich aufwendige Hilfen, so Rilke. Der Konsum der gefährlichen Billigdroge führe zu Begleiterkrankungen wie Depressionen und Psychosen. Um zu helfen, seien zeitnahe Termine nötig, hieß es. 35 Prozent der Crystal-Konsumenten im Sachsen sind laut Rilke Frauen, viele von ihnen hätten Kinder. „Das erhöht den Druck in den Beratungsstellen.“ Bei Crystal handelt es sich um die illegale Droge Methamphetamin. Das weiße, kristalline Pulver macht schnell abhängig und gilt als besonders gefährlich. (mit dpa)

LVZ

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