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DDR war Einkaufsparadies für sowjetische Funktionäre - VP-Oberst legt Memoiren vor

DDR war Einkaufsparadies für sowjetische Funktionäre - VP-Oberst legt Memoiren vor

Die DDR wurde von Moskauer Spitzenfunktionären als Einkaufsparadies geschätz, berichtet der frühere Volkspolizei-Oberst Gerhard Lauter. „Einkaufen gehörte ganz offensichtlich zu den wichtigen Programmpunkten sowjetischer Staatsbesucher“, heißt es in den am kommenden Montag erscheinenden Memoiren des Leipzigers, der jahrelang im DDR-Innenministerium wirkte.

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Plaudert in seinem Memoiren aus dem Nähkästchen: Volkspolizei-Oberst Gerhard Lauter.

Quelle: Volkmar Heinz

Leipzig. Gäste wie Innenminister Nikolai Schtscholokow wurden in eine nicht-öffentliche Sonderabteilung im dritten Stock des Centrum-Warenhauses am Berliner Alexanderplatz geführt. „Dort gab es für DDR-Mark alles, was es normalerweise in der DDR nicht gab“, erinnert sich der Zeitzeuge.

Bei einem Besuch des Schwiegersohns von Moskaus Machthaber Leonid Breschnew wurde sogar eine Pudelschermaschine beschafft, um die Breschnews Frau gebeten hatte. „Wie sich zeigte, produzierte eine Werkzeugfabrik im thüringischen Schmalkalden auf Bedarf kleine Serien davon. Die Polizei in Suhl wurde in Marsch gesetzt und requirierte dort ein Muster“, berichtet Lauter.

Das Buch behandelt auch seine Rolle beim Mauerfall am 9. November 1989. Lauter, für Pass- und Meldewesen zuständig, hatte am Vormittag dieses Tages auf Weisung des Innenministers eine Regelung für die dauerhafte Ausreise aus der DDR formuliert. Dabei fügte er jedoch einen Absatz zu Besuchsreisen ein.

Politbüromitglied Günter Schabowski verkündete die Regelung vorzeitig auf einer Pressekonferenz und erklärte, sie gelte ab sofort. Die Sicherheitskräfte an den Ostberliner Grenzübergangsstellen waren noch völlig ahnungslos, öffneten aber angesichts des Massenansturms schließlich die Schlagbäume.

Gerhard Lauter: Chefermittler. Der oberste Fahnder der K in der DDR berichtet, Das Neue Berlin, 222 Seiten, 14,95 Euro

Armin Görtz

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