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DHL-Piloten im Anflug auf Leipzig - Was den hiesigen Standort so besonders macht

DHL-Piloten im Anflug auf Leipzig - Was den hiesigen Standort so besonders macht

Vor fünf Jahren nahm die Post-Fracht-Tochter DHL ihr Drehkreuz in Schkeuditz in Betrieb. Pro Werktag werden bis zu 60 DHL-Maschinen be- und entladen. Das Frachtaufkommen hat sich mit heute 1600 Tonnen am Tag verfünffacht.

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DHL-Frachtkapitän Wolfgang Oehl wird ab Juni wieder häufiger an Bord einer Boeing 757 sitzen.

Quelle: Andreas Dunte

Leipzig. Unter den über 3500 Mitarbeitern sind auch 180 Fluggerätemechaniker und 200 Piloten.

Wolfgang Oehl hat Kerosin im Blut. "Schon als Kind war das so - einen anderen Beruf habe ich mir gar nicht vorstellen können", sagt der Flugbetriebsleiter der European Air Transport (EAT) Leipzig. Die EAT ist am Drehkreuz zuständig für Betrieb und Wartung der DHL-Flotte.

Der in Korbach im Sauerland geborene Oehl ging gleich nach dem Abi zur Luftwaffe. "Der Alpha Jet war mein Einsatzgerät. 20 Jahre lang." Länger geht auch nicht. Aus gesundheitlichen Gründen, denn Geschwindigkeiten von bis zu 1000 Stundenkilometern machen dem Körper zu schaffen. Ans Aufhören dachte Staffelkapitän Oehl aber nicht. Weitere (zivile) Stationen waren die Deutsche BA, später Air Berlin, dann Eurowings und jetzt EAT.

Der Job in Leipzig ist die bisher schönste Aufgabe des heute 60-Jährigen, wie er sagt. "Weil wir so gut aufgenommen wurden. Von Anbeginn haben wir jegliche Unterstützung erhalten, sei es beim Aufbau der Infrastruktur oder in personellen Fragen." Das färbe auch auf das Arbeitsklima ab. Dass viele Piloten mittlerweile nach Leipzig, Halle oder in die Umgebung gezogen seien, spreche für sich. Jeden vierten der rund 200 Piloten, die bei EAT in Leipzig arbeiten, betreffe das. "Mich eingeschlossen." Seine Frau, die noch in Dortmund als Ärztin arbeitet, will ebenfalls nach Leipzig ziehen. Sohn Tammo studiert seit Kurzem hier Jura.

Maschinen sind technisch top

Bei der Rekrutierung hätten Piloten aus der Region große Vorteile. Das habe aber nur bedingt mit Lokalpatriotismus zu tun, so der Chef-Pilot. "Je kürzer die Anreise, desto ausgeschlafener geht man an den Start." Ab Herbst plant EAT übrigens weitere Einstellungen. In den letzten Monaten seien viele Piloten auf die neuen Frachtflieger vom Typ A300-600 umgeschult worden. 18 Flieger dieses Typs hat DHL in den Elbeflugzeugwerken in Dresden umrüsten lassen. "Die Maschinen sind wesentlich leiser als die bisherigen A300-B4, die wir ausgemustert haben", so Oehl. Zudem verbrauchen sie um bis zu 20 Prozent weniger Kerosin und können weitere Strecken fliegen. Im Juni ist der Flottenwechsel perfekt, dann liefert Dresden die 16. Maschine nach Leipzig, zwei setzt der Konzern an anderen Flughäfen ein. Die 14 Jahre alten ehemaligen Passagiermaschinen wurden bei EADS in Dresden vollständig entkernt und technisch komplett überholt.

Oehl selbst fliegt die Boeing 757, die DHL-Tochter EAT hat davon elf Maschinen in Leipzig/Halle stationiert. "In den letzten Jahren bin ich aber kaum im Einsatz gewesen, maximal zwei Flüge pro Monat." Der Aufbau der EAT-Airline habe ihn ganz beansprucht. Aber ab Juni will der Kapitän wieder öfter an Bord gehen. "Der Beruf ist mein ein und alles." Nach Barcelona oder Rom fliege er besonders gern. Zwischen den Flügen gönnt er sich lange Spaziergänge durch die jeweilige Stadt. Zu den Favoriten gehören für Oehl auch Paris und London. "Es ist großartig, London bei Nacht zu sehen. Und die Fracht wird nun mal nachts verteilt." So groß und hell erleuchtet wie London oder Paris sei Leipzig zwar nicht. Aber dafür sei nirgends das Anflugverfahren so leicht wie hier. Das hänge auch mit der uneingeschränkten Nachtflugerlaubnis und den beiden Landebahnen zusammen. Wegen des starken Luftverkehrs und der vielen Einschränkungen müssten anderswo die Piloten oft Warteschleifen fliegen, über dicht besiedeltem Raum kreisen. In Frankfurt/Main sei das mehr die Regel als die Ausnahme. "Je kürzer und unkomplizierter das Anflugverfahren, je besser auch für die Anwohner", sagt Oehl, der in Dortmund in Flughafennähe gewohnt hat.

Das Fünfjährige feierte DHL übrigens am Wochenende mit etwa 2000 Mitarbeitern und deren 6000 Familienangehörigen im Freizeitpark Belantis.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 27.05.2013

Andreas Dunte

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