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DLRG: Viele Schulkinder können nicht richtig schwimmen

DLRG: Viele Schulkinder können nicht richtig schwimmen

Bei etwa jedem vierten Grundschüler in Thüringen reichen nach Einschätzung der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) die Schwimmkünste nicht aus, um sich im Freibad oder Badesee gefahrlos über Wasser halten zu können.

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Quelle: Dirk Knofe

Gotha. „Der hohe Anteil von Seepferdchen-Trägern täuscht darüber hinweg, dass viele Schüler nicht sicher schwimmen können“, sagte der Präsident des DLRG-Landesverbandes, Harry Sloksnat, in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. „Sie schaffen es trotz Seepferdchen nicht, 15 Minuten ohne Pause zu schwimmen.“ Die Rettungsschwimmer aus 16 Ortsgruppen der DLRG betreuen in Thüringen Freibäder und Badeseen.

Kriterium für sicheres Schwimmen sei eine gewisse Ausdauer im Wasser, erläuterte Sloksnat. Nach Daten des Kultusministeriums waren im Schuljahr 2009/2010 rund 13 100 oder 78 Prozent der Drittklässler in der Lage, eine Viertelstunde ununterbrochen zu schwimmen. Der Schwimmunterricht ist in Thüringen Bestandteil des Lehrplans für die dritte Klasse. Rund 16 900 Grundschüler nahmen in diesem Zeitraum am Schwimmunterricht teil. Fast 95 Prozent erwarben laut Ministerium das Seepferdchen. Dafür reicht es, 25 Meter zu schwimmen.

Die DLRG geht zudem von Schwimmdefiziten bei Thüringer Regelschülern oder Gymnasiasten aus, verfügt nach eigenen Angaben aber über keine gesicherte Daten dazu. „An Regelschulen und Gymnasien ist Schwimmunterricht keine Pflicht“, sagte Sloksnat. „Sie können das machen, wenn sie Lehrer dafür haben und es organisiert bekommen.“ Oftmals scheitere dies jedoch, wofür auch die nicht ausreichenden Finanzierungsmöglichkeiten verantwortlich seien.

Eine der Ursachen für die mangelnden Schwimmkünste bei Schülern ist laut Lebensrettungsgesellschaft der Stundenausfall im Sportunterricht. Die DLRG hadert zudem mit der Thüringer Bäderpolitik der 1990er Jahre. „Wenn man die Gelder für teure Spaßbäder, die teilweise jetzt insolvent sind, in die sinnvolle Sanierung von Sportbädern eingesetzt hätte, wäre das vernünftiger gewesen“, kritisierte der Verbandspräsident. „In Städten mit ordentlichen Schwimmhallen können auch mehr Kinder schwimmen als in ländlichen Regionen ohne entsprechende Infrastruktur.“

Trotz dieser Defizite hätten sich die Schwimmfähigkeiten Thüringer Grundschüler in den vergangenen Jahren aber verbessert, sagte Sloksnat. „Vor fünf, sechs Jahren konnte sogar ein Drittel der Grundschüler nicht schwimmen.“ Inzwischen kümmern sich Schwimmkoordinatoren an den Schulämtern um den Schwimmunterricht und um die Fortbildung von Schulschwimmlehrern.

Die DLRG hat in Thüringen 2700 Mitglieder, überwiegend junge Leute, die aktive Rettungsschwimmer sind. In der Feriensaison unterstützen sie die Kommunen bei der Überwachung der Freibäder und Badeseen, sind aber auch in der Wasserrettung an den Stränden von Nord- und Ostsee im Einsatz. Zweite in Thüringen aktive Wasserrettungsorganisation ist die Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes. Bei Badeunfällen ertranken laut DLRG im vergangenen Jahr 14 Thüringer, bundesweit gab es 430 Badetote.

Gespräch: Katrin Zeiß, dpa

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