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Das Militärhistorische Museum in Dresden wird am Freitag eröffnet

Das Militärhistorische Museum in Dresden wird am Freitag eröffnet

Es hat schon etwas Friedliches, fast Unschuldiges, wenn man in 30 Meter Höhe von der Spitze des berühmten Libeskind-Keils am Militärhistorischen Museum (MHM) auf das Panorama Dresdens blickt und einem der Wind um die Nase weht.

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Am 14. Oktober öffnet nach sieben Jahren Umbau das militärhistorische Museum in Dresden.

Quelle: dpa

Dresden. Doch dieser Blick ist nicht unschuldig.

Unschuldige Schönheit gibt es im Krieg nicht. Und hier schaut man hinunter auf drei Kriegsschauplätze", erklärte gestern der Kurator der am Freitag eröffnenden neuen Ausstellung, Dr. Gerhard Bauer. In Kesselsdorf wurde während des Schlesischen Krieges gekämpft, Maxen war Schauplatz des Siebenjährigen Krieges und in Dresden selbst fanden Kämpfe der Napoleonischen Kriege statt.

Es ist eine kritische Herangehensweise auf die deutsche militärische Geschichte, die sich die neue Ausstellung auf die Fahne geschrieben hat und die besonders die Rolle des Menschen in den Vordergund stellt. „Kriege werden immer von Menschen gemacht", so Bauer. Die Schau zwingt einen, sich mit dem eigenen Aggressionspotential auseinander zu setzen und treibt so einen Keil in die Geschichte des Museums, inhaltlich und von außen für jedermann erkennbar durch die Stahl-Beton-Konstruktion des Architekten Daniel Libeskind. „Ein sichtbares Zeichen der Erneuerung" nannte es der Europa-Repräsentant Libeskinds, Joachim Klein.

Nach siebenjährigem Umbau werden im ehemaligen DDR-Armeemuseum künftig etwa 10 500 Exponate auf einer 13 000 Quadratmeter großen Fläche gezeigt. Zu den traditionellen Chronologiebereichen, die im Altbau etwa 800 Jahre Militärgeschichte vom Mittelalter über die beiden Weltkriege umspannen, gesellen sich im Neubau zwölf so genannte Themenparcours, die Bezüge zwischen Krieg und Gesellschaft aufgreifen. Mit dem integrierten Libenskind-Bau seien es genau genommen zwei Museen und der Besucher müsse sich wegen der Fülle der Exponate für eines entscheiden oder sehr viel Zeit mitbringen, erklärte der wissenschaftliche Leiter Gorch Pieken.

Auffallend in der Ausstellung sind auch die immer wieder auftauchenden Verbindungen zwischen den verschiedenen Etagen und Themenbereichen. So wird zum Beispiel das Puppenhaus eines englischen Mädchens aus London, die das Zimmer auf kindliche Art vor Bombenangriffen schützen wollte, von einer V2-Rakete aus dem Geschoss darunter bedroht und damit von eben dieser Rakete, die während des Zweiten Weltkrieges tatsächlich auf London niedergingen.

Die Kosten für das aufwendige Projekt betragen rund 62,5 Millionen Euro.

Christin Grödel

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