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Demo für Toleranz in Dresden - Leipziger bei Pegida-Kundgebung

Lage weitgehend ruhig Demo für Toleranz in Dresden - Leipziger bei Pegida-Kundgebung

Das Bündnis "Dresden Nazifrei" hatte am Montag zu einer Demo für Toleranz in der Landeshauptstadt aufgerufen. Etwa 2500 Menschen beteiligten sich an dem Umzug zum Zeltlager für Asylbewerber. In unmittelbarer Umgebung waren laut Augenzeugenberichten Kleingruppen von Neonazis unterwegs. Zuvor versammelte sich Pegida auf dem Altmarkt.

Das Bündnis "Dresden Nazifrei" hatte am Montag zu einer Demo für Toleranz aufgerufen.

Quelle: Hauke Heuer

Dresden. Rund 2500 Teilnehmer beteiligten sich an einer Demo für Toleranz, zu der das Bündnis "Dresden Nazifrei" unter dem Motto "Open your Mind - stop Racism!" am Montag eingeladen hatte. Startpunkt war der Bahnhof Mitte, Ziel sollte ursprünglich das Zeltlager für Asylbewerber an der Bremer Straße sein. In unmittelbarer Umgebung waren laut Augenzeugenberichten Kleingruppen von Neonazis unterwegs. Nach Angaben der Polizei blieb die Lage jedoch ruhig, Augenzeugen beobachteten eine kleine Rangelei. Am Abend verkürzte "Dresden Nazifrei" seine Route, da sich am Zeltlager keine größeren Nazigruppen aufhielten, hieß es von den Organisatoren.

"Wir rufen euch alle auf, euch an der Demo zu beteiligen und Gesicht zu zeigen gegen den braunen Ungeist, der auch in Dresden die Köpfe zu vieler Menschen zu lange beherrscht und noch das letzte bisschen Mitmenschlichkeit abgetötet hat!", hieß es vorab auf der Facebookseite des Bündnisses.

Legida ruft zu Pegida-Unterstützung auf

Am Abend versammelte sich Pegida auf dem Altmarkt. Neben der übliche Stimmungsmache gegen die "links-grüne" Politik und die "Lügenpresse" warnte Lutz Bachmann seine Anhänger, sich durch Demonstranten vor Asylbewerberheimen "angreifbar durch die Medien" zu machen. Einen Twitter-Post, wonach Pegida am Montag zur Bremer Straße ziehen wolle, bezeichnete er als Lüge.

Weil die Gida-Bewegung derzeit abwechselnd in den drei großen Städten Sachsens demonstriert, hatte auch der Leipziger Ableger Legida seine Anhänger dazu aufgerufen, am Montag nach Dresden zu kommen. Unklar war, wie viele Teilnehmer aus der Messestadt dem Aufruf folgten. Während der Versammlung habe es keine besonderen Vorkommnisse gegeben, zog die Polizei am Abend Bilanz. Die Demos von "Dresden Nazifrei" und Pegida wurden von insgesamt 177 Beamten abgesichert. Legida kündigte für den kommenden Montag (3. August) an, wieder in Leipzig demonstrieren zu wollen.

Blick in das Zeltlager in Dresden

Blick in das Zeltlager in Dresden (Archivfoto)

Quelle: dpa

Weitere Flüchtlinge in Dresdner Zeltstadt

In der Zeltstadt trafen am Sonntagabend 60 Neuankömmlingen ein, wie das Deutsche Rote Kreuz am Montag mitteilte. Damit leben dort jetzt 782 Flüchtlinge. Die Kapazität ist noch nicht erschöpft; bis zu 1100 Bedürftige finden hier Platz. Nach den gewalttätigen Auseinandersetzungen vor der Ankunft der ersten Asylsuchenden am Freitagabend gab es nach Polizeiangaben bisher keine weiteren Zwischenfälle mehr. Ein Behördensprecher bezeichnete die Lage am Montag als ruhig.

Das Zeltlager war am Freitag in Windeseile errichtet worden, weil die Erstaufnahmeeinrichtungen überfüllt sind. Am Freitagabend hatten Rechtsextreme vor der noch nicht bewohnten Zeltstadt linke Gegendemonstranten attackiert. Am Sonntagabend flogen im Stadtteil Stetzsch Steine auf ein zum Asylbewerberheim umgebautes Hotel. Ungeachtet dessen werde die Unterkunft am kommenden Mittwoch planmäßig öffnen, teilte die Stadtverwaltung am Montag mit. Bei dem Anschlag am Sonntag waren sechs Fensterscheiben an der Hofseite des Gebäudes zu Bruch gegangen. Nach Angaben der Polizei wurden die Steine aus einer Gruppe von etwa 30 Menschen heraus geworfen.

Spendenflut erreicht Flüchtlings-Zeltlager

Unterdessen hat eine Flut an Spenden das Zeltlager in Dresden erreicht. In der Landesstelle des Deutschen Roten Kreuzes stapelten sich Säcke, vor allem mit Kleidung. Das Netzwerk „Dresden für Alle“, das schon vor Monaten nach dem Erstarken von Pegida entstanden war, betreut die Spendenaktion. „Wir sind begeistert und froh über die hohe Beteiligung“, sagte Netzwerk-Sprecher Eric Hattke. Unterstützer sollten sich vorher aber auf der Facebookseite des Netzwerkes informieren, welche Dinge wirklich gebraucht werden. „Das Projekt zeigt, dass die Hilfe für Flüchtlinge nicht eine Aufgabe einzelner ist, sondern eine Aufgabe der ganzen Gesellschaft.“

Das Netzwerk hatte schon am Samstag darum gebeten, dass sich Übersetzer für Sprachen wie Urdu, Hindi, Tigrinisch und Arabisch melden. Auch darauf habe es bereits eine große Resonanz gegeben, berichtete Hattke.

jv/maf (mit dpa)

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