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Der Osten Deutschlands entdeckt Vietnam

Der Osten Deutschlands entdeckt Vietnam

Die ostdeutschen Bundesländer wollen vom  Wirtschaftsboom in Vietnam profitieren und dabei auch persönliche Kontakte aus DDR-Zeiten nutzen. Das ergab eine dpa-Umfrage in den Wirtschaftsministerien.

Hanoi. Vor dem Fall der Mauer waren Tausende Vietnamesen in die DDR gekommen, um hier zu arbeiten, einen Beruf zu erlernen oder zu studieren. Viele sind inzwischen zurückgekehrt und nehmen Führungspositionen ein. Vize-Premier Nguyen Thien Than studierte und promovierte an der TH Magdeburg, Industrie- und Handelsminister Vu Huy Hoang ist Absolvent der Bergakademie Freiberg.

Sachsen lag 2010 beim Export nach Vietnam vorn. Die Ausfuhr von Waren nahm einen Umfang von reichlich 30 Millionen Euro an. Die Importe hatten ein Volumen von 15 Millionen. Als sächsische Exportschlager gelten beispielsweise Eisen und Stahl, komplette Fabrikationsanlagen sowie Mess- und Steuerungstechnik. Großen Bedarf sieht der Freistaat bei Konsumgütern. Vietnam liefert vor allem Kleidung, Möbel und Getreideprodukte. Wirtschaftsminister Sven Morlok (FDP) hält die Sachsen für gut gerüstet. „Sie wissen, was es heißt, Maschinen und Anlagen zu modernisieren.“

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Hanoi. Die ostdeutschen Bundesländer wollen vom  Wirtschaftsboom in Vietnam profitieren und dabei auch persönliche Kontakte aus DDR-Zeiten nutzen. Das ergab eine dpa-Umfrage in den Wirtschaftsministerien. Vor dem Fall der Mauer waren Tausende Vietnamesen in die DDR gekommen, um hier zu arbeiten, einen Beruf zu erlernen oder zu studieren. Viele sind inzwischen zurückgekehrt und nehmen Führungspositionen ein.

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Brandenburg hat zuletzt starke Schwankungen im Vietnam-Geschäft registriert. Im Vorjahr wurden Waren im Wert von nur 10,7 Millionen Euro gen Osten geschickt - 2009 hatte der Export den doppelten Umfang. Die Importe stiegen dagegen von 2,5 Millionen Euro (2009) auf rund 4 Millionen. Rund ein Viertel der Importe betraf Fische und Krebstiere - Vietnam ist Hauptproduzent des Süßwasserfisches Pangasius. Als Exporteur sieht man vor allem Chancen bei Erneuerbaren Energien und Medizintechnik. Die rund 4000 in Brandenburg lebenden Vietnamesen werden als „Brücke“ für einen Zugang zum vietnamesischen Markt gesehen.

Sachsen-Anhalt führte 2010 Waren im Umfang von 17,9 Millionen Euro in das asiatische Land aus - allen voran chemische Erzeugnisse. Die Einfuhr hatte einen Umfang von 35,1 Mio Euro. In der Hauptsache betraf das Schuhe, Möbel und Steinkohle. Der designierte CDU- Regierungschef Reiner Haseloff sieht in Vietnam einen „interessanten Markt mit Potenzial“. Die im Osten ausgebildeten vietnamesischen Manager könnten Türöffner sein. Zudem hebt das Land wissenschaftliche Kontakte hervor. So ist das Leibniz-Institut für Pflanzenbiologie in Halle ein enger Partner des Institutes für Chemie in Hanoi.

Thüringen hält die Wirtschaftskontakte zu Vietnam für ausbaufähig. Das bilaterale Handelsvolumen (Export und Import) stieg von umgerechnet 1,2 Millionen Euro im Jahr 1991 auf 31 Millionen Euro im vergangenen Jahr. Thüringen ist das einzige ostdeutsche Bundesland, bei dem sich Ein- und Ausfuhr mit reichlich 15 Millionen Euro in etwa die Waage halten. Importgüter sind in der Hauptsache Wolle, Baumwolle und Seide. Das Erfurter Wirtschaftsministerium geht davon aus, dass die Deutschkenntnisse der Vietnamesen noch viel besser genutzt werden können. Immerhin sprechen rund 100 000 Menschen in Vietnam Deutsch.

„Vietnam ist für Mecklenburg-Vorpommern ein spannender Markt“, sagt CDU-Wirtschaftsminister Jürgen Seidel. Gute Kontakte gelte es nun zu vertiefen. Als Beleg nennt er Kooperationen in Bereichen wie Biotechnologie, maritime Wirtschaft und Umwelttechnik. Die Ausfuhren lagen 2010 bei lediglich 2 Millionen Euro, die Importe erreichten mit etwa 14 Mio Euro das allgemeine Ost-Niveau. Die historische Verbindung der Ostdeutschen mit Vietnam wird in Schwerin als „psychologischer Vorteil“ empfunden. Bei der letzten Wirtschaftsreise im Herbst 2010 nahm das Land auch West-Unternehmer mit. Sie hätten auf den „Sympathievorsprung“ der ostdeutschen Delegation gebaut.

dpa

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