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Deutsche Bahn will britischen Konkurrenten kaufen - Arriva auch in Sachsen aktiv

Deutsche Bahn will britischen Konkurrenten kaufen - Arriva auch in Sachsen aktiv

Die Deutsche Bahn will mit der Übernahme des britischen Bahn- und Buskonzerns Arriva ihre führende Marktposition in Europa ausbauen. Das Arriva-Management empfahl seinen Aktionären, das DB-Angebot anzunehmen.

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Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG, Rüdiger Grube (rechts), und der Vorstand Finanzen, Richard Lutz, geben am Donnerstag das Angebot für Arriva bekannt.

Quelle: dpa

Berlin/London/Leipzig. Die Bahn ist bereit, rund 1,8 Milliarden Euro zu zahlen, wie Vorstandschef Rüdiger Grube am Donnerstag in Berlin bestätigte. Sie müsste zusätzlich auch knapp eine Milliarde Euro Schulden von Arriva übernehmen.

Seit 2004 mischt Arriva im deutschen Regionalverkehr mit und ist auch in Sachsen aktiv. Zu dem Unternehmen gehört die Vogtlandbahn, die unter anderem Strecken zwischen Plauen und Berlin, Plauen und dem tschechischen Marienbad sowie Adorf und Hof betreibt. Auch die Ostdeutsche Eisenbahn gehört den Briten, von Görlitz wird Hoyerswerda und Bischofswerda angefahren, sowie eine Verbindung von Zittau nach Cottbus unterhalten.

Kritisch gesehen wird die geplante Übernahme vom Fahrgastverband Pro Bahn. „Problematisch“, nennt Wolfram Leuze, Vorsitzender des Verbandes Mitteldeutschland das Vorhaben. „Der Wettbewerb auf der Schiene wird weiter ausgedünnt.“ Leuze sieht das Geld für die Übernahme besser in Reparaturen und Instandhaltung angelegt. „Dann würde es auch nicht passieren, dass der ICE-Takt nicht aufrechterhalten werden kann.“ Kunden werden von der Übernahme nicht profitieren, befürchtet Leuze: „Vertrauen, dass die Bahn Synergien an die Kunden weitergibt, habe ich nicht. Service verbessert sich durch Wettbewerb, nicht durch Aufkäufe.“

Das börsennotierte Unternehmen betreibt Busse und Bahnen in zwölf europäischen Ländern. Es hat rund 42.000 Beschäftigte, erwirtschaftete 2009 einen Umsatz von 3,6 Milliarden Euro und einen Vorsteuergewinn von 138 Millionen Euro. Nach einer Übernahme soll das Arriva-Management im Amt bleiben und sich um das ausländische Geschäft mit Bussen und Regionalbahnen kümmern. Auch die Marke Arriva werde erhalten bleiben, sagte Grube. Bisher sieht es nach einer freundlichen Übernahme aus. Der Bahnchef sprach von einer „sehr großen Chance für profitables und nachhaltiges Wachstum“. Es gehe darum, sich im europäischen Wettbewerb von Konkurrenten wie der französischen Staatsbahn SNCF „nicht die Butter vom Brot nehmen zu lassen“, sagte er.

Die Gewerkschaften Transnet und GDBA nannten die geplante Übernahme nachvollziehbar. Sie dürfe sich aber nicht nachteilig auf das deutsche Geschäft auswirken und „keine finanziellen Belastungen für die Arbeit“ hierzulande mit sich bringen. Grube geht nach ersten Gesprächen mit der EU-Kommission „davon aus, dass wir die deutschen Arriva-Aktivitäten veräußern müssen“. Damit sei auch klar, dass der Wettbewerb in Deutschland durch den Deal nicht kleiner werde.

fib/dpa

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