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Deutsche Skifirma aus Thüringen setzt zum Höhenflug an

Deutsche Skifirma aus Thüringen setzt zum Höhenflug an

Im Sog der DSV-Adler setzt eine deutsche Skifirma zum Höhenflug auf der Schanze an. Seit Herbst 2010 werden im beschaulichen thüringischen Örtchen Floh-Seligenthal Skisprunglatten entworfen und produziert, in diesem Winter blasen die Macher der blauen Skimarke fluege.

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Martin Schmitt springt bereits mit der blauen Skimarke fluege.de aus Thüringen.

Quelle: dpa

Oberstdorf. de zum Angriff auf die Konkurrenz. „Es wurde viel Geld in die Forschung gesteckt, um den Ski so zu entwickeln, dass er konkurrenzfähig ist“, erzählt Dieter Thoma.

Der Vierschanzentourneesieger von 1989/90 bringt sein Knowhow ein, finanziert wird das Ganze von der Unister-Holding GmbH, einem der größten Internetunternehmen Deutschlands mit Sitz in Leipzig. Mit den deutschen Springern Martin Schmitt und Stephan Hocke sowie dem Österreicher Wolfgang Loitzl sind die ersten prominenten Athleten verpflichtet worden, die den neuen Ski populär machen sollen.

„Es ist sehr reizvoll, eine neue Marke zu etablieren. Ich habe schnell festgestellt, dass da viel Kompetenz und Engagement sowie ein großes Potenzial drin steckt“, begründet Schmitt seinen Skiwechsel im vergangenen Sommer.

Weil gemäß den Regeln des Internationalen Skiverbandes (FIS) auf den Sprunglatten der Herstellername stehen muss, wurde im Oktober 2010 die „fluege.de Sprungskiproduktions GmbH“ gegründet. Die kaufte die Produktionsanlagen des ehemaligen DDR-Skiherstellers Germina, der nach der Wende in Insolvenz gegangen war.

Bereits 2001 hatte der Deutsche Skiverband (DSV) den Versuch unternommen, eine eigene Sprungskiproduktion aufzubauen. Das habe nach dem Aus des damaligen Bundestrainers Reinhard Heß, der das Projekt mitinitiiert hatte, jedoch nicht richtig funktioniert, berichtet Firmen-Geschäftsführer Georg Reichert.

Die Thüringer rüsten derzeit etwa 50 Springer mit ihren Ski aus und hoffen auf weiteren Zuwachs. „Unserer Produktionskapazität sind keine Grenzen gesetzt“, verkündet Reichert, der die jährlichen Kosten auf 750 000 bis 1 Million Euro beziffert.

Für Schmitt spielte Geld beim Wechsel zum neuen Anbieter keine Rolle. Viel wichtiger war ihm, dass „individuelle Wünsche jetzt leichter zu erfüllen sind“. Das sei beim österreichischen Marktführer Fischer, wo Schmitt neben vielen Top-Springern unter Vertrag stand, nur eingeschränkt möglich gewesen.

Also tüftelt Schmitt nun mit Cheftechniker Pierre Heinrich, der ihn als Servicemann bei Rossignol schon zu seinen Glanzzeiten begleitete, an der Weiterentwicklung des neuen Skis. „Es ist spannend zu sehen, mit welcher Leidenschaft alle dabei sind. Mittelfristig werden wir konkurrenzfähig sein“, sagt Schmitt.

Die Vision von Thoma wird der 33-Jährige allerdings nicht mehr umsetzen können. „Es war immer mein Traum, Martin einen Ski hinzustellen, mit dem er fünf Meter weiter springt als die anderen“, erzählt der TV-Experte und fügt hinzu: „Das klappt leider noch nicht so richtig.“

Eric Dobias, dpa

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