Volltextsuche über das Angebot:

26 ° / 18 ° Regenschauer

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Deutscher Bauernverband spricht sich in Erfurt für Gentechnik-Kennzeichnung aus

Deutscher Bauernverband spricht sich in Erfurt für Gentechnik-Kennzeichnung aus

Der Deutsche Bauernverband will Transparenz bei der Kennzeichnung von Lebensmitteln mit gentechnisch veränderten Bestandteilen. Für die Verbraucher sollte erkennbar sein, wenn im Herstellungsverfahren gentechnische Veränderungen vorgenommen oder gentechnisch veränderte Zutaten oder Zusatzmittel verwendet wurden, erklärte Bauernpräsident Gerd Sonnleitner am Dienstag in Erfurt.

Erfurt. „Wir sind für eine prozessbezogene Kennzeichnung von Lebensmitteln“, sagte er nach einer Klausurtagung, bei der es vor allem um die EU- Agrarreform ging. Bisher gibt es in Deutschland nur eine freiwillige Lebensmittel-Kennzeichnung mit dem Logo „ohne Gentechnik“.   

Milch, Fleisch und Eier können seit Mai 2008 mit diesem Logo ausgezeichnet werden, auch wenn beispielsweise im Futter der Tiere gentechnisch hergestellte Vitamine oder Enzyme enthalten sind. Der Bundesrat hatte Ende September für eine umfassendere Gentechnik- Kennzeichnung von Lebensmitteln votiert, „um die Wahlfreiheit für den Verbraucher vollständig zu gewährleisten“. Deutschland hatte sich zuvor dafür eingesetzt, Lebensmittel in der EU deutlicher zu kennzeichnen, die mit Gentechnik in Berührung gekommen sind. Mit dem Vorstoß war Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) aber gescheitert.

Die Thüringer Grünen-Landtagsfraktion forderte den Bauernverband auf, sich zunächst für eine Änderung der EU-Kennzeichnungsregeln einzusetzen. Dass Produkte von Tieren, die mit gentechnisch verändertem Futter versorgt wurden, nicht gekennzeichnet werden müssen, sei eine „beispiellose Entmündigung der Verbraucher“, erklärte der Abgeordnete Frank Augsten.   

Der Bauernverband teilt nach Angaben Sonnleitners die Ziele der EU-Agrarreform, warnt aber vor Mängeln bei der Umsetzung. Nach den bisher bekanntgewordenen Vorschlägen - einen ersten Reform-Entwurf will EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos am 17. November vorstellen - komme die „Stärkung der landwirtschaftlichen Betriebe im Wettbewerb“ viel zu kurz, erklärte der Bauernverband. Statt die Betriebe deutlich zu fördern, könnten die Vorschläge zu neuem bürokratischen Aufwand führen.   

Der Bauerverband forderte, dass EU-Gelder für bestimmte Programme auch künftig von den EU-Ländern mitfinanziert werden. Ohne diese Kofinanzierung würden die Länder animiert, immer mehr Ausgleichszahlungen für benachteiligte Agrarregionen anzumelden, sagte Sonnleitner. Thüringens Bauernpräsident Klaus Kliem warnte davor, die Förderung nach Klein- und Großbetrieben zu differenzieren. „Jeder Betrieb hat seine Berechtigung.“ Die ostdeutschen Agrarbetriebe sind in der Regel groß.   

Nach Verbandsangaben erhalten die deutschen Bauern derzeit Beihilfen von etwa 300 Euro pro Hektar, in anderen EU-Ländern seien es deutlich weniger, in manchen bis zu 600 Euro pro Hektar. Die Länderagrarminister hatten schon in der vergangenen Woche erklärt, dass eine Kürzung der Agrarzuschüsse für Deutschland verhindert werden müsse. Aigner will sich dafür einsetzen, dass es nicht zu deutlichen Benachteiligungen für deutsche Bauern kommt. „Wir sind bereit, in begrenztem Umfang eine Angleichung zu akzeptieren, wehren uns aber gegen Gleichmacherei“, teilte sie nach Treffen mit Amtskollegen mit.

Allein die deutschen Bauern erhalten etwa sechs Milliarden Euro aus Brüssel. Mit der EU-Agrarreform ab 2014 sollen die Direktzahlungen zwischen den EU-Mitgliedsstaaten gerechter verteilt werden.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus News
  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • Leipzig-Album
    Leipzig-Album

    Welche Ereignisse sind den Bürgern der Messestadt besonders in Erinnerung geblieben, welche Orte oder Gebäude sind verschwunden oder haben sich gew... mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Digital Abo

    "LVZ Digital Abo" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kön... mehr

  • Farbspiele
    Die Sparkasse Leipzig sucht für Ihren Kalender 2018 farbenfrohe Fotos

    Beim Fotowettbewerb der Sparkasse Leipzig kann nun über die zwölf Kalendermotive abgestimmt werden. Das Voting endet am 31. August 2017. mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

  • Gutes von hier

    Das regionale Schaufenster mit Produkten und Dienstleistungen aus dem Leipziger Raum - von traditionell bis innovativ. Gutes von hier eben! mehr

  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr