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Deutscher Herzbericht: Mehr Herztote im Osten als im Westen - Spenderorgane fehlen

Deutscher Herzbericht: Mehr Herztote im Osten als im Westen - Spenderorgane fehlen

Das Risiko, an einem Herzleiden zu sterben, liegt in den ostdeutschen Bundesländern nach wie vor höher als im Westen. Das geht aus dem neuen Deutschen Herzbericht hervor, der am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde.

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Chirurgen operieren in einer Klinik einen Patienten.

Quelle: Jens Ressing/Archiv

Berlin. Einzige Ausnahme sei Berlin. Die meisten Toten durch einen Herzinfarkt gab es mit 104 Fällen pro 100.000 Einwohner in Sachsen-Anhalt, die wenigsten in Bremen mit 35. Die Zahlen beziehen sich auf das Jahr 2011. Als mögliche Ursachen für die regionalen Unterschiede sehen Ärzte unter anderem die geringe Anzahl von Kardiologen in strukturschwachen Gebieten, ein schlechteres Gesundheitsbewusstsein und Wissenslücken.

Herzkrankheiten gehören zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland. Insgesamt sterben inzwischen aber deutlich weniger Menschen an einem Herzinfarkt als noch vor 30 Jahren. 2011 traf es bundesweit rund 52 000 Menschen, 1980 waren es noch rund 92 800.

Das liege wahrscheinlich an Verbesserungen bei Vorbeugung, Diagnostik und Therapie, sagte Prof. Thomas Meinertz, Vorsitzender der Herzstiftung. Auch eine gesündere Lebensweise spiele eine Rolle. Allerdings treibe ein Drittel der Erwachsenen immer noch zu wenig Sport. Nach wie vor zögerten Menschen auch zu lange, bis sie bei akuten Herzproblemen den Notarzt riefen. Dies könne vor allem in ländlichen Regionen mit langen Wegen in eine Klinik tödlich enden.

Die deutlichen Unterschiede zwischen östlichen und westlichen Bundesländern lassen sich allein damit aber kaum erklären. Denn auch die Sterberaten bei koronarer Herzkrankheit, Herzrhythmusstörungen, Herzschwäche und Herzklappenerkrankungen sind im Osten deutlich höher. So stehen laut Bericht 372 Tote pro 100 000 Einwohner in Sachsen-Anhalt und 352 in Thüringen in deutlichem Kontrast zu Berlin mit 185, Hamburg mit 213 und Baden-Württemberg mit 219.

Die Herzstiftung fordert deshalb eine bessere Versorgung strukturschwacher Regionen - zum Beispiel mit Herznotfallambulanzen und Kardiologen. In Mecklenburg-Vorpommern gebe es durchschnittlich nur einen Herzspezialisten für rund 37 000 Einwohner, in Bremen sei es einer pro 19 500 Bürger.

Sorge macht den Ärzten auch die geringe Zahl von Spenderorganen. So wurden in Deutschland 2012 nur 346 Herzen verpflanzt - so wenig wie seit 1995 nicht mehr. „900 Patienten stehen auf der Warteliste“, sagte Prof. Anno Diegeler von der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie. „Das ist eine Katastrophe. Für viele Patienten bedeutet das den Tod.“

Positiv sei dagegen, dass Herzchirurgen vielen älteren Menschen heute Herzklappen schonend per Schlüsselloch-Chirurgie und Katheter einsetzen können. 2012 gab es mehr als 9000 dieser Operationen. Rund 11 700 Patienten wurden konventionell operiert. Die Überlebensrate liegt inzwischen bei 97 Prozent.

Auch Babys und Kindern kann bei angeborenen Herzfehlern heute besser und schonender geholfen werden als in den 1990er Jahren. 85 bis 90 Prozent der operierten Kinder erreichten heute das Erwachsenenalter, heißt es im Bericht. Bei Babys gebe es 70 Prozent weniger Todesfälle als noch vor 20 Jahren.

dpa

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