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Die Grippewelle rollt – Leipzig, Altenburg und das Erzgebirge sind besonders betroffen

Die Grippewelle rollt – Leipzig, Altenburg und das Erzgebirge sind besonders betroffen

Dicker Hals, Fieber und triefende Nasen: Die Zahl der Grippe-Kranken in Mitteldeutschland steigt drastisch an. Fälle von Atemwegserkrankungen sind in den zurückliegenden drei Wochen „stark gestiegen und befinden sich auf einem deutlich erhöhten Niveau“, teilt die humanmedizinische Landesuntersuchungsanstalt in Chemnitz mit.

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(Symbolfoto)

Quelle: dpa

Leipzig. Seit Saisonbeginn seien 1660 Influenza-Kranke gemeldet worden, fast die Hälfte davon in der letzten Januarwoche, so die Mediziner.

Die Grippe-Karte des Instituts zeigt deutlich: Der Erzgebirgskreis (150 aktuelle Fälle) und die Region Leipzig (980 Fälle seit Januar) sind Brennpunkte der Erkrankungen. Seit Mitte Januar baut sich eine regelrechte Welle auf, melden die Influenza-Experten des Berliner Robert-Koch-Instituts (RKI). Vor allem Anfang dieses Monats gingen die Kurven für die Zahl der Infizierten steil nach oben. Thüringen kam mit bislang 300 gemeldeten Atemwegserkrankungen zwar noch relativ glimpflich weg, doch liegt vor allem die an Sachsen grenzende Region Altenburg mit fast 50 gemeldeten Influenza-Fällen – achtmal so viele wie in der gesamten Vorjahressaison – auf der Karte des Robert-Koch-Instituts (RKI) im roten Bereich. Die Zahl der erfassten Grippe-Kranken in Sachsen-Anhalt ist seit Oktober 2014 auf 418 gestiegen.

„Dabei ist die Dunkelziffer groß, die Statistik zeigt möglicherweise nur die Spitze des Eisbergs“, erklärt Institutssprecherin Susanne Glasmacher. Viele Patienten seien verunsichert. Sie gehen erst spät oder gar nicht zum Arzt – im Irrglauben, sich nur einen Schnupfen eingefangen zu haben.

Am schlimmsten grassieren die Viren in Kindertagesstätten: Mädchen und Jungen im Alter von vier Jahren erkranken am häufigsten. Fast die Hälfte aller Krankgemeldeten sind laut RKI höchstens 14 Jahre alt. Hohes Fieber, trockener Reizhusten, starke Kopf- und Gliederschmerzen sind nach Auskunft des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) typische Anzeichen der echten Grippe – die Betroffenen fühlen sich tagelang völlig fertig. Bei Fieber über 38 Grad, plötzlichem Leistungsabfall oder ständigen Schweißausbrüchen sollte man sich untersuchen lassen – ob geimpft oder nicht.

In diesem Winter grassiert vor allem der Influenza-Typ H3N2. Dieser Erreger sei für die drei Grippewellen mit den meisten Todesopfern verantwortlich. Bundesweit errechnete das RKI in den vergangenen Jahren bis zu 24 000 Grippetote in Deutschland. Nach Erkenntnissen der Arbeitsgemeinschaft Influenza lassen sich kaum 30 Prozent der Bevölkerung gegen Grippe impfen, bei der Risikogruppe der Schwangeren sogar nur jede Vierte. Und: „Die Impfung wirkt in dieser Saison nicht so, wie wir es gerne hätten“, räumt Glasmacher ein.

Wer sich nicht anstecken lassen will, sollte größere Menschenmengen möglichst meiden. So gehe von den Karnevalsveranstaltungen eine erhebliche Infektionsgefahr aus, warnt der Verband der Ersatzkassen. In Sachsen hofft man durch die noch eine Woche dauernden Winterferien auf eine Entspannung der Influenza-Ausbreitung. © Seite 15

Winfried Mahr

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