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Die letzten Störche verlassen Sachsen - Verluste bei den Jungtieren

Gefiederte Pendler Die letzten Störche verlassen Sachsen - Verluste bei den Jungtieren

Auf ins Winterquartier: Die meisten Tiere sind schon unterwegs Richtung Süden. In diesem Jahr gab es weniger Jungstörche in Sachsen. Die Ursachen sind vielfältig. So habe es zum Biespiel in diesem Jahr ungewöhnlich viele Horstkämpfe gegeben.

Die letzten Störche verlassen ihr Sommerquartier in Sachsen.

Quelle: dpa

Leipzig. Die Störche in Sachsen haben sich auf dem Weg in ihre Winterquartiere Richtung Süden gemacht. «Die meisten Nester sind leer», sagte Sylvia Siebert vom Naturschutzinstitut Dresden. Bereits Ende Juli haben sich die ersten Tiere zum Zug gesammelt, in diesen Tagen verlassen die Nachzügler den Freistaat. Daran ändern auch die derzeit ungewöhnlich sommerlichen Temperaturen nichts. «Schon lange vorher hat die Abreisewelle begonnen», so Siebert. In der Regel überwintere kaum ein Weißstorch in Sachsen. Wenn, dann sei er meist krank und könne den weiten Weg nicht zurücklegen.

In diesem Jahr hat es laut Naturschutzinstitut ungewöhnlich viele Horstkämpfe gegeben. «Die haben oft einen tödlichen Ausgang», erklärte Siebert. Mehrere Eier wurden dabei zerstört, ein Storch getötet. Noch liegen nicht alle Auswertungen der Kreise vor.

Als Ursache für die vielen Kämpfe führen Experten wie der ehrenamtliche Storchenbetreuer Olaf Gambke aus Riesa (Landkreis Meißen) die weit versetzte Ankunft der Tiere an: Während die ersten Störche im Februar landeten, kamen manche Nachzügler erst im Mai. Da war so mancher Horst schon vergeben, Kämpfe unter den Rivalen entbrannten. Mindestens drei Gelege in der Region wurden durch Horstkämpfe vernichtet, so Gambke.

2015 wurden 347 Brutpaare mit 618 Jungen in Sachsen gezählt - rechnerisch kommen damit 1,8 Junge auf jedes Storchenpaar. In diesem Jahr erwartet das Naturschutzinstitut bei etwa gleich vielen Brutpaaren nur 1,5 Junge pro Paar - insgesamt rund 520 Jungstörche.

Dass es weniger Jungstörche gibt, hat auch mit dem Nahrungsmangel zu tun. «Die Landwirtschaft gibt nicht genug her», erklärte Siebert. Störche bräuchten abgemähte Wiesen, auf denen sie Frösche, Mäuse oder Heuschrecken jagen könnten. Stattdessen gebe es immer mehr Monokulturen und dichte Rapsfelder. «Brutwillige Störche gibt es genug in Sachsen, aber sie bekommen einfach nicht genügend Junge hoch.» #

LVZ

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