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Diskussion um Tebartz-van Elst: Sachsens Bischöfe residieren und leben bescheiden

Diskussion um Tebartz-van Elst: Sachsens Bischöfe residieren und leben bescheiden

Dresden/Görlitz. Protz und Prunk liegen Sachsens Bischöfen fern. Die geistlichen Oberhäupter der katholischen Bistümer Dresden-Meißen und Görlitz sowie der evangelischen Landeskirche residieren und wohnen eher bescheiden.

Die teils unter Denkmalschutz stehenden Bischofssitze wurden deshalb zwar aufwendig saniert.

Die Investitionen lagen jedoch weit unter den bisher bekannten Kosten für die Residenz des umstrittenen Limburger Bischofs. Die Landeskirche hat Räume für die Bischofskanzlei angemietet und zahlt dafür 49 000 Euro im Jahr, wie ein Sprecher am Montag. Privat wohnt der Bischof im eigenen Haus, seine Kollegen leben in bistumseigenen Immobilien.

Der Görlitzer Bischof Wolfgang Ipolt bewohnt ein Einfamilienhaus mit knapp 100 Quadratmetern Wohnfläche, das der Kirche gehört. Einer seiner Vorgänger musste sein Schlafzimmer und Bad einst räumen, als Kardinal Karol Wojtyla, der spätere Papst Johannes Paul II, zu Besuch kam, beschrieb Bistumssprecher Raphael Schmidt die Dimension. Für Reisen nutze Ipolt den Zug, sein Dienstwagen sei kleiner als das Gefährt manchen Handwerksmeisters in der Region. Der Amtssitz befindet sich in einem denkmalgeschützten Gebäude in der Innenstadt, das noch zu D-Mark-Zeiten restauriert wurde - für einen höchstens einstelligen Millionenbetrag.

Das Bistum Dresden-Meißen baute nach der Wende etwas fürstlicher ein Kanzleihaus am Dresdner Schloß wieder auf - für 24 Millionen Mark (rund 12,3 Millionen Euro). Der Bischofssitz beherbergt auch Dompfarramt, Gemeindehaus, einen großen Festsaal, eine christliche Buchhandlung und acht Wohnungen für Mitarbeiter des Bistums und der Dompfarrei. Auch Bischof Heiner Koch hat dort 150 Quadratmeter gemietet. Der Düsseldorfer kam erst Anfang 2013 aus Köln an die Elbe und erkundet die Kulturstadt meist zu Fuß.

Der evangelische Landesbischof Jochen Bohl amtiert in einem nach alten Plänen neu gebauten Barockhaus nahe der Frauenkirche. Die 180 Quadratmeter für die Bischofskanzlei sind gemietet, für 49 000 Euro im Jahr. Privat wohnt Bohl im eigenen Haus und fährt oft mit seinem Auto ins Büro.

Exzesse wie in Limburg wären sowohl in den Bistümern als auch in der Landeskirche unmöglich. Im Bistum Dresden-Meißen schaut ein Vermögensverwaltungsrat auf Bauvorhaben, bei der Landeskirche wacht die Synode auch über den Bauhaushalt. „Die Synode achtet genau darauf, wofür Geld ausgegeben wird und es gibt auch keine parallelen Kassen“, erklärte Amtssprecher Oelke. „Die Kontrolle funktioniert.“

Kirchenrechtler sieht großen Imageschaden durch Tebartz-van Elst

Der Kirchenrechtler Thomas Schüller sieht wegen des Limburger Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst einen großen Imageschaden für die katholische Kirche. „Er reicht mit Sicherheit an die Qualität der Missbrauchsdebatte heran“, sagte Schüller „Focus Online“. Der Schaden für die katholische Kirche könne größer nicht sein. Der Fall erzeuge dauerhaftes Misstrauen. Tebartz-van Elst wird Verschwendung beim Bau der neuen Bischofsresidenz in Limburg vorgeworfen. Die Hamburger Staatsanwaltschaft hat zudem einen Strafbefehl wegen falscher Versicherung an Eides statt beantragt. Der Bischof will in Rom mit Papst Franziskus sprechen.

Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ dokumentierte am Montag im Internet (FAZ.Net) das Statut des Bischöflichen Stuhls. Darin heiße es, der Haushaltsplan sei vor Beginn des Geschäftsjahres oder innerhalb einer vom Bischof vorgesehen Frist vom Vermögensverwaltungsrat zu verabschieden. Der Rat hatte dem Bischof Täuschung vorgeworfen - der Haushaltsplan für 2012 und 2013 sei nicht vorgelegt worden. Das Bistum Speyer kündigte an, die Finanzen des Bischöflichen Stuhls offenzulegen. Von Katholiken aus dem Bistum seien keine Kirchensteuern zur Finanzierung des Diözesan-Zentrums in Limburg verwendet worden, teilte das Bistum Speyer mit.

dpa

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