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Doch keine Asylunterkunft in Großröhrsdorfer Industriehalle

Angebot zurückgezogen Doch keine Asylunterkunft in Großröhrsdorfer Industriehalle

Zunächst bietet ein Unternehmer seine Halle an, um dort Flüchtling unterzubringen. Doch dann zieht er sein Angebot zurück. Nun kommen vorerst doch keine neuen Asylbewerber ins kleine Großröhrsdorf.

Flüchtlinge vor dem Baumarkt in Heidenau - Aus Angst vor rechtsextremen Ausschreitungen hat nun ein Unternehmer sein Angebot für eine Halle in Großröhrsdorf zurückgezogen.

Quelle: dpa

Großröhrsdorf/Freiberg . Auch aus Sorge vor rechten Ausschreitungen hat der Besitzer einer alten Industriehalle im sächsischen Großröhrsdorf sein Angebot zur Unterbringung von Flüchtlingen zurückgezogen. „Insbesondere, weil nach Heidenau nicht mehr klar ist, wo das hinführen kann“, sagte der Unternehmer am Mittwoch.

Die Landesdirektion bestätigte, dass ein Mietvertrag nicht zustande gekommen sei. Auch in einem ehemaligen Baumarkt im Chemnitzer Stadtteil Bernsdorf würden nun doch erst einmal keine Flüchtlinge untergebracht. Die Verhandlungen mit dem Besitzer seien vorerst abgebrochen worden, hieß es.

Zugleich informierte der Sprecher der Landesdirektion darüber, dass noch in dieser Woche Asylbewerber in einer Turnhalle in Freiberg untergebracht werden. Während dort maximal 150 Flüchtlinge einziehen sollen, sollten in Großröhrsdorf bei Bautzen jedoch rund 700 Menschen kurzfristig untergebracht werden. Der Unternehmer hatte dem Freistaat seine Halle dafür erst vor kurzem als Unterkunft angeboten.

Stadtrat, Bürgermeisterin und der Pfarrer hatten sich in einem öffentlichen Schreiben gegen die Einrichtung der Erstaufnahmestelle in Großröhrsdorf ausgesprochen. Das sei „aus Sorge um unsere Stadt und in Verantwortung für unsere Bürger geschehen“, heißt es in dem Schreiben. In Chemnitz sollte der leerstehende Praktiker-Baumarkt für rund 600 Flüchtlinge genutzt werden – so wie in Heidenau, das durch rechte Krawalle in die Schlagzeilen geratenen war. Die Chemnitzer Bürgermeisterin Barbara Ludwig (SPD) kritisierte die Pläne scharf.

Unterdessen demonstrierten Vertreter von Staatsregierung und Kommunen in Dresden Einigkeit. „Gegenseitige Schuldzuweisungen helfen uns nicht weiter. Diese Zeit ist vorbei“, erklärten die Teilnehmer nach einem Asyl-Spitzentreffen beim Ministerpräsidenten. Stanislaw Tillich (CDU) hatte die Bürgermeister und Landräte der Kommunen mit bereits existierenden oder geplanten dauerhaften Erstaufnahmeeinrichtungen in die Staatskanzlei eingeladen. Auch sein Stellvertreter, Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD), der Chef der Staatskanzlei, Fritz Jaeckel (CDU), und Vertreter des Städte- und Gemeindetages sowie des Landkreistages nahmen an dem Treffen teil.

Tillich betonte erneut, dass Sachsen mit der Aufnahme, Unterbringung und Integration der Menschen aus Krisenregionen vor einer großen Herausforderung stehe. „Niemand kann das alleine stemmen, wir alle gemeinsam aber können und werden das schaffen.“

lvz

Großröhrsdorf 51.143743 14.022611
Großröhrsdorf
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