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Doktorvater distanziert sich von Kultusminister Wöller - TU Dresden verteidigt Entscheidung

Doktorvater distanziert sich von Kultusminister Wöller - TU Dresden verteidigt Entscheidung

Neues in der Affäre um den Doktortitel von Sachsens Kultusminister Roland Wöller (CDU): Wie die Wochenzeitung „Zeit“ am Mittwoch vorab berichtete, hat sich nun Wöllers Doktorvater, der Wirtschaftshistoriker Ulrich Kluge, zu Wort gemeldet.

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Sachsens Kultusminister Roland Wöller (CDU)

Quelle: Andreas Döring

Dresden. Er halte Wöller unabhängig von der Tatsache, dass die TU Dresden das entsprechende Plagiatsverfahren im Dezember eingestellt hat, für einen „Scharlatan“. Der mittlerweile emeritierte Wissenschaftler Kluge hatte als Inhaber der Professur für Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der Philosophischen Fakultät der TU Dresden Wöllers Arbeit betreut.

Dass die Hochschule nur eine Rüge ausgesprochen hat, dem Minister aber seinen Doktorgrad beließ, bezeichnete Kluge gegenüber der „Zeit“ als „ein Armutszeugnis“. Wäre es nach ihm gegangen, so der Emeritus, hätte Wöller seinen Doktortitel verloren. Er habe dem Minister in einer Mail mitgeteilt: „Ich schäme mich für Sie.“

Die TU Dresden teilte am Mittwochabend mit, sie bleibe bei ihrer Entscheidung, Wöller den Titel nicht abzuerkennen. „Unsere Kommission hat die Dissertation von Dr. Roland Wöller mehrere Monate lang genauestens und nach den höchsten wissenschaftlichen Standards geprüft“, sagte Hans-Heinrich Trute, Leiter der Untersuchungskommission, die im Dezember 2011 ihren Abschlussbericht vorgelegt hatte. „Die Kommission ist sich sicher, die Arbeit von Roland Wöller mindestens ebenso genau gelesen und im Hinblick auf die Einhaltung oder Verletzung wissenschaftlicher Standards untersucht zu haben, wie der Doktorvater und Erstgutachter zu jedem denkbaren Zeitpunkt. Ihm hätte es im Übrigen freigestanden, etwaige Bedenken bereits 2007 dem zuständigen Promotionsausschuss darzulegen.“

Die TU Dresden wolle Kluge nun zu einem Gespräch einladen, um ihm Gelegenheit zu geben, seine Position zu erläutern.

Roland Wöller hatte 2002 seine Dissertation mit dem Titel „Der Forschungsbeirat für Fragen der Wiedervereinigung Deutschlands (1952 bis 1975)“ fertiggestellt. Im Jahr 2006 wurden Anschuldigungen laut, er habe dabei aus einer unveröffentlichte Magisterarbeit abgeschrieben. Eine erste Untersuchung 2007 ergab, dass weder ein Plagiat noch eine Urheberrechtsverletzung, noch Täuschungsabsicht festgestellt werden konnte. Wegen handwerklicher Fehler sprach der Promotionsausschuss eine schriftliche Ermahnung aus, verbunden mit dem Hinweis, entsprechende Korrekturen bei einer Neuauflage der veröffentlichten Dissertation vorzunehmen.

Nachdem im Juli 2011 erneut Vorwürfe laut wurden, hatte schließlich eine Untersuchungskommission noch einmal die Arbeit geprüft. Diese stellte fest, dass teilweise Textähnlichkeiten oder -übereinstimmungen mit einer unveröffentlichten Magisterarbeit gibt, diese aber sehr differenziert bewertet werden müssten. „Die Kommission hat keinen Zweifel daran, dass Wöller die Arbeit eigenständig und in eigenständiger Quellenauswertung erstellt hat“, hieß es.

sl

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