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Drei Euro für die Loipe: Gebühr im Westharz

Drei Euro für die Loipe: Gebühr im Westharz

Im Westharz müssen Freizeitsportler erstmals eine Gebühr für die Nutzung einer Loipe bezahlen. Der Niedersächsische Skiverband (NSV) hat in St. Andreasberg am Eingang zu einem Skistadion einen Geldautomaten installiert.

Goslar/Magdeburg. Auch in den Wintersportgebieten Sachsens und Sachsen-Anhalts wird über eine Finanzierung nachgedacht.

Ski-Läufer, die die Loipe des Biathlonzentrums im verschneiten St. Andreasberg nutzen wollen, müssen seit einigen Tagen in den Geldbeutel greifen. Ein unscheinbarer Automat am Eingang des Skistadions am Sonnenberg muss von den Freizeitsportlern mit drei Euro-Münzen gefüttert werden, bevor es auf die Piste geht. Dass Aktive eine Tagespauschale für eine Loipennutzung zahlen müssen, soll allerdings vorerst die Ausnahme bleiben. "Gebühren für Loipen zu nehmen ist zwar in den Gemeinden immer mal ein Thema, wird aber bislang im Harz nicht umgesetzt. Die Gebühr in St. Andreasberg ist ja auch nur auf die Loipe des Landesleistungszentrums Sonnenberg begrenzt", betonte gestern Sachsen-Anhalts Skiverbandspräsident Rüdiger Ganske.

Zahlen sollen zunächst offenbar nur diejenigen, die nicht dem niedersächsischen Skiverband angehören, denn für Touristen war diese Wettkampfloipe bisher nicht zugängig. "Wir wollen damit den Unterhalt der Anlage gestalten", kommentierte NSV-Geschäftsführer Richard Schulze die Aufstellung des umfunktionierten Parkscheinautomaten. Die Einnahme sei ein Kostenbeitrag für die Instandhaltung der Loipen und für die neue Beschneiungsanlage, ergänzte Miriam Fuchs vom Harzer Verkehrsverband (HVV) in Goslar.

"Das Spuren der Loipen ist auch in Sachsens Wintersportorten sehr aufwendig, hier wird täglich modernste Technik eingesetzt. Die Frage der Finanzierung ist dabei ein sensibles Thema, über das in Zukunft sicherlich noch intensiv nachgedacht wird", meinte Ronny Kaiser, Geschäftsführer des Sächsischen Skiverbandes. "Während Urlauber in den Wintersportorten über die Kurtaxe gleichsam auch eine Gebühr für die Loipennutzung zahlen, kommen Tagesbesucher ohne zusätzliche Geldausgabe auf ihre Kosten", betonte Kaiser. Der Unterhalt der bei Ski-Läufern sehr beliebten Kammloipe von Schöneck bis Johanngeorgenstadt einschließlich der Anschlussloipen erfolgt zum Beispiel durch die AG Kammloipe Erzgebirge/Vogtland e.V., die dazu von den jeweiligen Gemeinden mit Zuschüssen unterstützt wird.

"Das sind erhebliche Summen", so der Geschäftsfüher. In den Skigebieten Österreichs und Italiens sei es dagegen längst gang und gäbe, dass Wintersportler auch vor dem Befahren der Loipen zur Kasse gebeten werden und das Nutzen der Lifte oder bestimmter alpiner Abfahrten sei ja auch in Deutschland nicht kostenfrei. "Automaten aufzustellen, wäre sicher auch in Sachsen kein Problem, die Kontrollen der Loipenbenutzer indessen nur schwer machbar", machte Kaiser den organisatorischen Aufwand deutlich. "Wenn die Qualität der Loipen alle Ansprüche erfüllt, dann könnte man auch darüber nachdenken Geld zu nehmen", meinte auch Gernot Roscher, Chef der Gästeinformation Sehmatal im oberen Erzgebirge. Aus Gesprächen mit Urlaubern schlussfolgert der Tourismusexperte, dass viele schneehungrige Besucher den großen Aufwand freiwillig honorieren würden.

Bernd Lähne

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