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Dreifachmord auf Genthiner Schießstand: Verdächtiger tötet sich mit Kopfschuss

Dreifachmord auf Genthiner Schießstand: Verdächtiger tötet sich mit Kopfschuss

Genthin/Magdeburg. Dreifachmord auf einem Schießübungsplatz in Sachsen-Anhalt: Auf dem Gelände einer Jägerschaft in Genthin sind am Donnerstagabend eine Frau, ihr Sohn und ein Schießwart erschossen worden.

Der mutmaßliche Täter tötete sich am Tag darauf mit einem Kopfschuss wahrscheinlich selbst. „Es ist zu vermuten, dass es sich so abgespielt hat“, sagte Staatsanwalt Thomas Kramer am Freitag. Ob hinter dem Verbrechen eine Beziehungstat oder ein Familiendrama steckt, blieb zunächst unklar.   

Der Ablauf stellte sich am Freitag so dar: Der Mitarbeiter eines Sicherheitsunternehmens entdeckt die Leichen bei seinem Routinerundgang am Donnerstagabend. Bei den Toten handelt sich um einen 25 Jahre alten regelmäßigen Besucher des Schießstands und seine 44-jährige Mutter aus der Stadt Brandenburg sowie den 62 Jahre alten Schießwart der Anlage. Um 22.45 Uhr ruft der Wachmann die Polizei: „Hier liegen drei leblose Personen.“ Hubschrauber und Suchhunde suchen danach das Gelände ab, um den Täter zu finden. Spezialisten des Landeskriminalamtes sichern Spuren.   

Ein 28-Jähriger gerät nach Zeugenbefragungen in das Visier der Ermittler. Stundenlang wird nach dem Mann und seinem Auto gesucht - bis man schließlich am Freitagmittag in einem Wald bei Haldensleben nahe Magdeburg seine Leiche findet, etwa 75 Kilometer von dem Schießstand entfernt.   

Ob der Tote im Auto tatsächlich der Täter ist, kann laut Staatsanwaltschaft erst in der kommenden Woche zweifelsfrei geklärt werden. Zunächst müsse geprüft werden, wie er starb und ob es sich tatsächlich um den Verdächtigen handelt. Danach werde untersucht, ob die beiden Männer und die Frau mit derselben Waffe erschossen wurden. „Ballistik dauert. Das muss alles abgeklärt werden“, sagte Kramer.   

Ob es sich um eine Beziehungstat oder ein Familiendrama handelt oder der mutmaßliche Täter sich möglicherweise bei einem Einbruch ertappt sah, blieb zunächst unklar. Zu Motiv und Hintergrund konnten die Ermittler am Freitag nichts Genaues sagen. Vermutet wurde aber, dass Täter und Opfer sich kannten. Es sei „doch eher unwahrscheinlich“, dass man sich nachts zufällig auf einem Schießstand trifft, sagte Kramer.   

Der Schießstand der Jägerschaft Hüttermühle liegt in einem Waldstück, etwas abgelegen in rund 600 Metern Entfernung von einem Wohngebiet. Genthin ist eine Kleinstadt mit rund 15 000 Einwohnern rund 50 Kilometer nordöstlich von Magdeburg an der Landesgrenze zwischen Sachsen-Anhalt und Brandenburg. Sie ist bekannt als traditionsreicher Standort der Waschmittelproduktion. In der DDR entwickelte sich das Werk dort zum größten Hersteller für Waschmittel. Hergestellt wurde unter anderem die Ost-Marke „Spee“.

Thomas Struk und Sabrina Gorges, dpa

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